Die Strategie von Mercedes im Qualifying zum Singapur GP war stark darauf ausgerichtet, mit den Reifen Haus zu halten. Nico Rosberg und Michael Schumacher nutzten in jedem Qualifying-Segment lediglich einen Satz Reifen. In Q3 brach der 42-Jährige seine schnelle Runde sogar vorzeitig ab, um die wichtigen, superweichen Pirelli-Reifen zu schonen. "Es ist schwierig, diesen Reifen einzuschätzen", sagt er über die Pneus, mit denen er das Rennen starten wird. "Natürlich sind sie besser als welche, auf denen man eine komplette Runde fuhr."
Überhaupt seien die Reifen wieder einmal der Schlüssel zum Rennen. "Wir sind da vielleicht am hohen Ende", verrät Schumacher. "Deshalb müssen wir das richtige Setup finden." Vor allem tendieren die Reifen bei den hohen Temperaturen in Singapur schnell zum Überhitzen. "Das passiert selbst auf einer schnellen Qualifying-Runde", sagt Rosberg. "Es ist schwierig, das Auto richtig einzustellen und einen Kompromiss zwischen Qualifying- und Rennsetup zu finden."
Rosberg versuchte im Qualifying, an Felipe Massas sechstem Platz zu kratzen, doch am Ende fehlten runde zwei Zehntel. Nicht so schlimm, findet Rosberg. "Es wäre schwierig gewesen, Felipes Zeit zu schlagen", sagt er. "Aber Platz sieben ist gut, denn ich starte auf der Außenseite. Da habe ich vielleicht noch bessere Chancen, ihn zu überholen." Schumacher glaubt, dass es mittels DRS und KERS wieder mehr Überholmanöver geben wird als in den vergangenen Jahren in Singapur.
"DRS ist stark", findet der Rekord-Champion. "Wenn man sieht, wie eng es in den letzten Rennen mit KERS und DRS zuging, dann wird es wohl auch hier einige Überholmanöver geben. Die Systeme helfen zwar beim Überholen, machen es aber nicht viel einfacher." Mercedes muss nach den beiden vergangenen Highspeed-Rennen allerdings ohne große Updates an den Silberpfeilen auskommen.
"Wir haben kein großes Update", verrät Ross Brawn. "Es sind nur einige aerodynamische Details am Bodywork und Auspuff - nichts Radikales. Kleinere Verbesserungen in einigen Bereichen." Beim letzten High-Downforce-Rennen in Ungarn habe das Team noch mit Problemen zu kämpfen gehabt, in Singapur sah der Mercedes-Teamchef immerhin einen Fortschritt. Der Marina Bay Circuit sei jedoch eine schwierige Strecke, um eine genaue Einschätzung treffen zu können.



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