DTM - Ekström: Erfolgsballast ist unnötig

Ernstfall Red Bull Ring?

Bisher kaum in Erscheinung getreten:der neue Erfolgsballast. Mattias Ekström könnte drauf verzichten. In Österreich sind die Unterschiede groß wie nie zuvor.
von

Motorsport-Magazin.com - Vor der Saison war eine Neuerung in der DTM das große Thema: die Einführung des Erfolgsballasts. Fünf Rennen später lässt sich sagen: Bislang traten die Zusatzgewichte kaum in Erscheinung. Ob sich das am kommenden Rennwochenende auf dem Red Bull Ring ändert? Immerhin: Nie waren die Gewichtsunterschiede zwischen den Autos der einzelnen Hersteller größer als bis jetzt.

Marco Wittmann musste nach seinem vierten Platz in Moskau noch einmal 5 Kilo zuladen und hat nun insgesamt 7,5 Kilo mehr an Bord zu Beginn der Saison. Die beiden Mercedes-Piloten Daniel Juncadella und Vitaly Petrov sind die Fahrer mit den leichtesten Autos im Feld. Nach den vergangenen Nullrunden durften beide je 10 Kilo aus ihrem C-Coupé ausladen. Sprich: Der Unterschied zwischen Wittmann und den beiden Mercedes beträgt immerhin 17,5 Kilogramm.

Erklärt: So funktioniert die Erfolgsballast-Regel - Foto: DTM

Kaum erkennbar

In einem Sport, bei dem auf jedes Gramm geachtet wird, ist das schon eine Hausmarke. Vor dem Saisonstart vermuteten Experten, dass 5 Kilo mehr oder weniger einen Unterschied von rund 0,2 Sekunden pro Runde ausmachen könnten. Inzwischen hat sich gezeigt: Der Unterschied fällt wesentlich geringer aus und ist mit bloßen Auge überhaupt nicht zu erkennen.

Höchstens beim wohl extremsten Kurs in Sachen Gewicht, dem Norisring, machten sich die Zusatzkilos etwas bemerkbar und ließen die leichten Mercedes-Autos ein wenig besser dastehen. Im besten Fall war ein C-Coupé 12,5 Kilo leichter als die schwerste Konkurrenz von BMW. "Am Norisring hatte Mercedes vielleicht einen kleinen Vorteil", meinte Mattias Ekström. "Aber insgesamt sind die Unterschiede so gering, dass man sie kaum spürt als Fahrer. Ich habe bislang nicht so viel von dem Ballast gespürt."

Spielberg-Streckenvorschau mit Pascal Wehrlein: (02:00 Min.)

Kein Nachteil für Wittmann?

Deshalb glaubte der Audi-Pilot auch nicht, dass sein Titelrivale Wittmann wegen des Mehrgewichts in Spielberg heillos hinterherfährt. Ekström deutlich: "Nein, auf gar keinen Fall. Ich lasse mich überraschen, aber ich erwarte nicht, dass wir einen großen Vorteil oder andere einen großen Nachteil haben."

Der Schwede selbst bekam die Gewichtsunterschiede immer nur passiv mit, denn Audi fährt seit dem Saisonstart in Hockenheim mit dem gleichen Gewicht von 1.120 Kilo im RS5-Boliden - zweitbeste Marke in jedem Rennen macht es möglich. Geht es nach Ekström, könnte sich die DTM die Erfolgsballast-Regel sowieso sparen. "Ich kann den Hintergedanken dabei verstehen", sagte er auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Aber wenn es nach mir gehen würde, gäbe es das Zusatzgewicht nicht."

Die Gewichtsunterschiede am Red Bull Ring

Pos Fahrer Marke Reifen Gewicht
7. Marco Wittmann BMW + 7,5 kg
2. Bruno Spengler BMW + 5 kg
6. Augusto Farfus BMW +5 kg
16. Joey Hand BMW + 2,5 kg
1. Maxime Martin BMW + 2,5 kg
10. Timo Glock BMW + 2,5 kg
3. Nico Müller Audi +/- 0 kg
4. Mike Rockenfeller Audi +/- 0 kg
5. Adrien Tambay Audi +/- 0 kg
8. Miguel Molina Audi +/- 0 kg
9. Jamie Green Audi +/- 0 kg
11. Mattias Ekström Audi +/- 0 kg
12. Edoardo Mortara Audi +/- 0 kg
13. Antonio Felix da Costa BMW +/- 0 kg
17. Timo Scheider Audi +/- 0 kg
21. Christian Vietoris Mercedes - 5 kg
22. Martin Tomczyk BMW + 2,5 kg
14. Robert Wickens Mercedes - 7,5 kg
18. Paul Di Resta Mercedes - 7,5 kg
19. Pascal Wehrlein Mercedes - 7,5 kg
20. Gary Paffett Mercedes - 7,5 kg
15. Daniel Juncadella Mercedes - 10 kg
23. Vitaly Petrov Mercedes - 10 kg

Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x