Mit dem abgelaufenen Jahr müsstest du eigentlich zufrieden sein, denn zu Beginn hattest du ja nicht damit gerechnet, dass du ein Titelkandidat werden könntest...
René Rast: Ja genau. Zu Beginn der Saison hatten wir nur das Ziel, unter die ersten Fünf zu fahren. Ich fand eigentlich das schon sehr hoch angesetzt, denn in der Serie sind schon sehr viele gute Fahrerinnen und Fahrer. Deswegen dachte ich, Platz fünf oder besser wäre eigentlich unerreichbar, aber letztendlich ist es dann doch anders gekommen. Gleich von Anfang an hat unser Auto gut funktioniert und ich bin gut damit zurecht gekommen. Und dann kam auch gleich beim ersten Rennen der Erfolg und wir waren auch im weiteren Verlauf der Saison konstant schnell und konnten immer vorne mitfahren. Deswegen ist der zweite Platz schon ein gutes Ergebnis für mich, auch wenn es ein bisschen ärgerlich ist, dass es zum Schluss nicht für den ersten gereicht hat.

Wie sehr schmerzt das Saisonfinale noch?
René Rast: Die Erwartungen vor dem letzten Rennwochenende waren schon sehr hoch, weil ich ja auch mit einem angenehmen Punktepolster dorthin kam. Deswegen war ich mir meiner Sache auch ziemlich sicher. Ich hatte 14 Punkte Vorsprung und in zwei Rennen 15 Punkte zu verlieren, ist sehr schwer. Irgendwie ist es dann aber doch passiert und da war die Enttäuschung schon riesig, weil ich darauf eigentlich gar nicht gefasst war. Auch das ganze Team war ziemlich deprimiert, aber nach einer Zeit hat sich das dann wieder gelegt.
Du hattest gegen Saisonende auch einige Zusammentreffen mit Thomas Marschall, dem Teamkollegen deines Hauptkonkurrenten Florian Gruber. Zufall?
René Rast: Es ging eigentlich schon am Nürburgring los. Da gab es die erste Aktion, bei der wir uns berührt haben. Dort ist das ganze entstanden, als ich ihn berührt habe und er danach abgeflogen ist und den Florian auch noch mitgenommen hat. In Zandvoort hat er mich dann absichtlich gedreht, wie er mir das auch gesagt hat. In Hockenheim konnte er aber, glaube ich, nichts dafür. Der Gastfahrer Erik Janis hat ihn berührt und ins Schleudern gebracht und dann ist der Thomas eben leider genau in mich hinein gerutscht. Da will ich ihm wirklich keine Schuld zusprechen. Aber die Sache in Zandvoort hat nicht sein müssen und die hat letzten Endes mehr als den einen Punkt gekostet, der am Schluss gefehlt hat.
Was steht jetzt für das nächste Jahr an?
René Rast: Bis jetzt hat sich noch nichts ergeben, aber die Gespräche für nächstes Jahr laufen. Ich möchte aber am liebsten im Rahmenprogramm der DTM bleiben und da würde sich der Porsche Carrera Cup anbieten. Die Gespräche laufen auch in die Richtung, aber es steht eben noch nichts fest. Wahrscheinlich wird sich da spätestens im März etwas ergeben. Vor Februar hatte ich eigentlich noch nie ein Cockpit. Ich gehe da eigentlich ganz locker dran.
Aber die körperliche Vorbereitung läuft trotzdem normal?
René Rast: Ja, die läuft schon lange. Über den Winter ist das auch enorm wichtig, da man gut dafür Zeit hat. Während der Saison geht sich das nicht so gut aus, da man viel unterwegs ist. Deswegen muss man über den Winter das ganze Grundgerüst aufbauen, um während der Saison davon zehren zu können.

Was für Ziele hast du dann für das nächste Jahr?
René Rast: Das Ziel für nächstes Jahr ist es erst einmal einen Platz in einem der führenden Porsche Carrera Cup Teams zu finden. Denn ich möchte gerne wissen wo ich mit einem sehr gutem Team sowie einem sehr gut vorbereitetem Auto im Jahre 2007/ 2008 im Carrera Cup stehe.
Und wie sieht es mit den langfristigen Zielen aus? Wo möchtest du im Rennsport noch hin?
René Rast: Langfristig würde ich sehr gerne im DTM Umfeld bleiben. Ich bewundere schon einen Bruno Spengler oder einen Timo Scheider die es aus kleineren Rennserien bis in die DTM geschafft haben und so ist dies auch mein Ziel, irgendwann in der DTM zu fahren. Das allerwichtigste ist für mich jedoch, dass ich mein Hobby zum Beruf machen kann.

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