Heiße Duelle im "Stadtverkehr": Auf dem Norisring in Nürnberg, dem einzigen Straßenkurs im Kalender, startet der ADAC Volkswagen Polo Cup am kommenden Wochenende in seine zweite Saisonhälfte (22./23. Juli). Die jungen Nachwuchstalente der erfolgreichen "Tourenwagen-Schule" erwartet ein echter Höhepunkt vor einer beeindruckenden Kulisse. An die schnelle Rennstrecke aus sonst öffentlichen Straßen, auf der knappe Windschattenduelle und harte Bremsmanöver das A und O sind, strömen jedes Jahr mehr als 100.000 Zuschauer.
"Der Norisring zählt bis heute zu den außergewöhnlichsten Rennstrecken überhaupt: Seine Streckenführung wirkt vergleichsweise einfach, aber die teilweise nahen Leitplanken, die vielen Bremsmanöver und der oft wellige Belag verlangen jedem Piloten Höchstleistungen ab", sagt Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Dazu bietet der Norisring mit der großen Steintribüne eine einmalige Kulisse und mit dem Fahrerlager am Dutzendteich ein unvergleichliches Flair. Für unsere jungen Fahrerinnen und Fahrer eine große Herausforderung und gleichzeitig ein tolles Erlebnis."
Der 150 PS starke Cup-Polo bringt beste Voraussetzungen mit, um in diesem außergewöhnlichen "Stadtverkehr" im Renntempo zu bestehen. Die leistungsstarke Bremsanlage, deren innen belüftete Stahlscheiben während des Rennens bis zu 500 Grad Celsius heiß werden, sorgt vor den beiden Spitzkehren für zuverlässige Verzögerung und extrem späte Bremspunkte. Und diese lassen sich nach eingehender Analyse der gefahrenen Runden am Laptop – der Renn-Polo verfügt über ein professionelles Datenaufzeichnungssystem – Schritt für Schritt noch weiter Richtung Scheitelpunkt verschieben. "Die Software bietet unglaublich viele Möglichkeiten, die eigenen Daten zu analysieren. Das war am Anfang ganz schön knifflig, aber mittlerweile habe ich den Bogen raus", meint Marleen Seilheimer, 19 Jahre alt und aktuell Vierte der "Rookie-Wertung" für Neueinsteiger. Um den Lerneffekt für die Nachwuchstalente zu erhöhen, wird nach jeder Sitzung die Datenaufzeichnung von einem der schnellsten Fünf an alle Teilnehmer weiter gegeben. "So kann ich die Daten übereinander legen und genau sehen, wo ich langsamer oder schneller bin – und so meine Linie oder Bremspunkte verbessern", erläutert die Mettenheimerin, die sich in der Sommerpause mit Auto-Slaloms für den Polo-Cup fit hielt.
Markus Grünewald aus Sonneberg, mit Gesamtrang vier derzeit bester Deutscher im international besetzten Polo-Cup, reist mit dem eigenen Fanclub aus Thüringen an. "Für mich und meine Freunde ist der Norisring das Saisonhighlight. In der Gesamtwertung ist die Luft wie immer sehr dünn, aber ich hoffe, dieses Wochenende dem zweiten Platz in der Meisterschaft einen wichtigen Schritt näher zu kommen. Mal sehen, vielleicht springt dabei ja sogar der erste Sieg heraus", so der 23 Jahre alte Student vor dem sechsten Rennen der Saison.

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