Am Rennwochenende in Oschersleben war es mir wichtig meine Tabellenführung zu behalten und bestenfalls noch auszubauen. Meine härtesten Konkurrenten im Titelkampf sind Florian Gruber und Sebastian Asch, der nach seinem Doppelsieg am EuroSpeedway schwer aufgeholt hat. Leider ist das Überholen in Oschersleben fast unmöglich. Deshalb muss die Ausgangsposition für das Rennen stimmen.
Punktesammeln stand im Vordergrund
In der Qualifikation schnappte mir kurz vor Schluss Florian Gruber noch P1 weg, sodass ich von P2 ins erste Rennen starten musste. Ich hatte ich einen sehr guten Start von Platz zwei aus und konnte mich gleich hinter Florian Gruber hängen. In den ersten Runden habe ich gepuscht und versucht ihn in einen Fehler zu treiben, leider hat er keinen gemacht. Deshalb habe ich den Druck zurückgenommen und erst wieder in den letzten zwei, drei Runden versucht anzugreifen. Aber es hat sich wieder keine Möglichkeit zum Überholen geboten und da der Abstand nach hinten sehr groß war, habe ich nicht mehr viel riskiert und mir die Punkte für den zweiten Platz gesichert.
Im zweiten Rennen musste ich Reglementbedingt vom siebten Startplatz ins Rennen gehen. In der Startaufstellung war Asch vor mir und Gruber hinter mir. Der Start verlief sehr gut und ich konnte einige Plätze gut machen und lag auf Rang fünf. Danach ging alles drunter und drüber, Steinel schoss quer durchs Feld und erwischte mich um ein Haar, sodass ich leicht bremsen musste, so konnte Sebastian Asch an mir vorbeiziehen. Anschließend ging das Hinterherfahren wieder los.
In der Hasseröder-Kurve war ich plötzlich ganz nah dran an Asch und habe mir gedacht: Jetzt oder nie. Ich bin reingestochen und vorbeigekommen. Anschließend konnte ich wieder auf Daniel Bauer aufschließen. Da aber jetzt Sebastian Asch und Florian Gruber hinter mir waren, habe ich keinen Angriff mehr gestartet. Diese zwei hinter mir zu halten war mein Ziel für das Rennen, damit ich genug Punkte sicher habe, um die Führung in der Gesamttabelle zu halten. Insgesamt hätte ich sicher den Speed der Spitze gehen können, doch wenn zwei Fahrzeuge vor Dir liegen (Marschall und Bauer) hast Du in Oschersleben keine Chance auch nur ansatzweise zu überholen.
Überholen ausgeschlossen
Das Problem in Oschersleben ist, dass die Geraden sehr kurz und die Kuren dahinter schnell sind. Einen richtigen Überholversuch kann man nur starten, wenn man von 200 auf 50 km/h runterbremsen muss. Ich kann mich dann neben meinen Gegner setzen, brauche aber ca. 100m Bremsweg um vorbeizukommen. Das geht in Oschersleben leider nicht. Hier gehen wir nur ganz leicht auf die Bremse und das reicht nicht, um sich neben seinen Gegner zu setzen. Chancen hat man nur, wenn der Vordermann einen Fehler macht. Das war aber nicht der Fall und so konnte ich mir keinen Vorsprung in der Meisterschaft erarbeiten.

diese Motorsport Kolumne