Liebe motorsport-magazin.com-Leserinnen & Leser,
Zum ersten Mal fand in der letzten Woche ein Weltfinale der vier Formel BMW Serien aus Deutschland, Großbritannien, Asien und den USA statt.
Die deutsche Formel BMW ADAC stellte dabei nicht nur das größte, sondern auch das stärkste Aufgebot an jungen Nachwuchspiloten: Neben dem Meister Nicolas Hülkenberg und dem Vizechampion Sebastien Buemi war auch Marco Holzer mit von der Partie. Und wie: Der junge Holzer war von Anfang an richtig schnell unterwegs.
Begründen ließ sich seine gute Form durch einen Test im südspanischen Jerez, wo er und sein Team sich unter ähnlichen Bedingungen wie in Bahrain vorbereiten konnten. Holzer hat sich also mit einem Test und speziellem Fitnesstraining richtig professionell auf dieses erste Weltfinale eingestimmt.

In der abgelaufenen Saison war er meistens im vorderen Mittelfeld zu finden, weswegen niemand damit rechnete, dass er beim Weltfinale am Ende ganz vorne landen würde. Ich persönlich hielt aber schon die gesamte Saison über sehr viel von Marco.
Denn man konnte bei einigen Rennen klar erkennen, dass er sehr schnell ist. Man wird schließlich nicht ohne Grund in Spa-Francorchamps auf einer der schwierigsten Fahrerstrecken Zweiter. Allerdings ist er noch ziemlich jung und konnte er sein zweifelsohne vorhandenes Potenzial noch nicht immer so umsetzen, wie jetzt in Bahrain.
Dort konnte er alle Vorrunden für sich entscheiden und triumphierte am Ende auch im großen Finale. In diesem machte Holzer einen Fehler, weshalb Hülkenberg ihn überholen und die Linie als Erster überqueren konnte. Allerdings beging auch Hülkenberg während einer Safety Car Phase einen Fehler, der ihm am Ende eine Zeitstrafe und Rang 3 einbrachte.
Nach einem ähnlichen Vorfall zwischen Buemi und Hülkenberg beim Formel BMW ADAC Finale in Hockenheim, waren die Rennstewards in diesem Fall besonders streng und achteten auf eine genaue Regelauslegung. In dieser Situation allerdings unter umgekehrten Vorzeichen zu Hockenheim, wo Hülkenberg nachträglich den Sieg und damit den Titel zugesprochen bekam.
Für Nico war dies natürlich sehr schade, aber Marco haben es alle gegönnt, da er die gesamte Woche über der beste Fahrer gewesen ist.
Als Belohnung erhält Holzer nun einen Formel 1-Test für das BMW Sauber Team. Allerdings hört BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen den Begriff "Test" nur ungern in diesem Zusammenhang. Er spricht viel lieber von einem Schnuppertag mit 40 Runden aufgeteilt in 5-Runden-Turns.
Dabei soll Holzer erst einmal das Auto kennen lernen und die Umstellung von 140 auf 900 PS meistern. Für Theissen ist es somit kein richtiger Test, sondern vielmehr eine Horizonterweiterung. Auf diese Weise kann Holzer bei seiner Rückkehr in ein langsameres Auto viel besser von seinen Erfahrungen mit dem F1-Boliden profitieren.

Trotz eines Feiertags und freien Eintritts für alle Besitzer einer Landesflagge von Bahrain, fanden sich bei 25 bis 30 Grad nur wenige Zuschauer auf den sandigen Tribünen des Bahrain International Circuit ein.
Dafür hatte BMW für einige Prominenz gesorgt: Nigel Mansell war mit seinen beiden Söhnen vor Ort, die im kommenden Jahr in der Formula BMW UK an den Start gehen werden. Als Formel BMW Botschafter fuhr Mansell mit einem BMW M1. Aber auch Dirk Müller und Sebastian Vettel drehten einige Runden mit der BMW-Fahrzeugflotte.
Die Strecke selbst fand bei den Fahrern nur wenig Anklang. Um den asiatischen Fahrern keinen Vorteil zu geben, fuhr man nur die Kurzanbindung des GP-Kurses, die somit nur zwei richtige Kurven bot.
Neben dem Formel BMW ADAC Trio Hülkenberg, Holzer und Buemi stach der Brite Robert Wickens mit guten Leistungen hervor. Auch wenn BMW es sicherlich gerne noch gemischter gesehen hätte, lässt sich aus dem Endergebnis ableiten, dass die deutsche Formel BMW Serie noch immer die stärkste der vier Serien ist.
Hätte dieses Weltfinale vor vier Jahren stattgefunden, wären die Unterschiede aber noch sehr viel größer gewesen. Heute kann man zumindest feststellen, dass die vier Serien auf Augenhöhe agieren und Deutschland diesmal einfach einen Tick besser gewesen ist. Darüber dürfen wir uns ja nicht in jeder Sportart freuen.
Alles in allem war die Premierenveranstaltung des Formel BMW Weltfinales ein gelungenes Event, bei dem sich viele BMW-Verantwortliche die Ehre gaben. Als Beispiel für die hohe Qualität und die gute Planung kann uns etwa das Catering von Käfer dienen, das für jedes der vier Länder einen eigenen Buffettbereich bot und wie die gesamte Veranstaltung in jeder Hinsicht auf Formel 1-Niveau rangierte.

diese Motorsport Nachricht