Ein Traum war das Wochenende auf dem Lausitzring für mich leider nicht. Ich wusste schon vorher, dass ich mir dort nicht besonders leicht tun würde, da es bei den Tests an gleicher Stelle nicht so gut für mich gelaufen ist. So war ich im freien Training mit der Balance des Autos eigentlich sehr zufrieden, aber wir haben da schon gesehen, dass uns auf der Geraden einfach der Top Speed fehlt. Auf einer Strecke wie dem Lausitzring ist das nicht gerade ideal, in Oschersleben war es weniger problematisch. Im Qualifying haben wir dann zwar noch etwas probiert, was das Auto vom Fahrverhalten verbessert hat, aber auf den Geraden half das leider nicht.

Deswegen kam dann Marco Wittmann in den beiden Rennen auch so leicht an mir vorbei. Ich habe da auch gar nicht probiert, ihn zu blocken, denn bei so viel Geschwindigkeitsüberschuss wie er hatte, hätte er auch über mich drüber fahren können. Es ging aber schon im Qualifying nur darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Im ersten Qualifikationstraining war ich dann auch nur ein Zehntel hinten, im zweiten konnte ich die Zeit nicht verbessern und war dadurch auch nur Vierter. Ich hab die neuen Reifen nicht nutzen können, kam noch dazu in den Verkehr, da hat alles ein bisschen zusammen gespielt.

Neben dem fehlenden Top Speed hat es bei mir dann auch bei den Starts nicht so gut funktioniert wie in Oschersleben. Dabei habe ich diesmal alles gleich gemacht. Ich wäre im ersten Rennen auch als Schnellster weggekommen, doch als ich dann voll von der Kupplung herunten war, ist auf einmal die Drehzahl in den Keller gegangen, weswegen ich auch gleich einen Platz verloren habe. Als dann auch noch Marco vorbei war, hatte ich in den letzten Runden zumindest noch einen guten Fight mit meinem Teamkollegen. Ich kam aber nicht vorbei, erst in der letzten Schikane der letzten Runde habe ich etwas später gebremst, er hat sich etwas verschätzt und ich konnte innen durch. Am Ausgang wollte er dann noch einmal kontern, das ging sich aber nicht aus, da ich schon vorbei war. Dadurch bin ich noch Vierter geworden und er ist ausgefallen. Wir haben uns nachher noch einmal ausgesprochen und er hat sich entschuldigt. Die Entschuldigung habe ich auch angenommen, aber lustig war sein Manöver nicht.

Am Problem mit dem Top Speed wird gearbeitet, Foto: BMW
Am Problem mit dem Top Speed wird gearbeitet, Foto: BMW

Im zweiten Lauf war der Start wieder nicht gut, aber ich konnte meinen Platz halten. Als ich dann hinter Kevin Mirocha war und nicht und nicht vorbei kam, habe ich mit einigen Verbremsern meine Reifen zerstört und musste abreißen lassen. Dann kam wieder Wittmann auf der Geraden und danach bin ich kein Risiko mehr eingegangen. Denn bei diesem Punktesystem ist es einfach wichtig, immer anzukommen. Möglichst weit vorne ist natürlich immer besser, aber bei solchen Rennen muss man den Schaden in Grenzen halten. Mit dem fünften Platz war ich aber trotzdem sehr unzufrieden, weil wir auf der Geraden so viel verloren haben.

Das Problem mit dem Top Speed ist uns bewusst und das Team arbeitet auch sehr hart daran, dass wir das bis zum Norisring im Griff haben. Denn dort ist die Höchstgeschwindigkeit auch wieder sehr wichtig. Vom Fahrverhalten her, haben wir sicher die besten Autos im ganzen Feld, wenn es dann beim Speed auch noch passt, dann sieht es ganz gut aus. Es war halt jetzt wirklich schade, dass es nicht so funktioniert hat, denn nach den Tests und dem Wochenende in Oschersleben, war es das erste Mal, dass uns was gefehlt hat. Jetzt müssen wir einfach schauen, wie es am Norisring geht, aber das Team hat mir versprochen, dass sich bis dahin etwas tun wird.