Du hast ein erfolgreiches Jahr hinter dir. Was war für dich schöner, der Gewinn des Rookie-Titels in der Formel BMW oder Platz sieben und damit bester Rookie beim Formel BMW Weltfinale?
Jens Klingmann: Der Rookie-Titel war für mich das Schönere, weil wir - also das Team und ich - das ganze Jahr darauf hingearbeitet haben. Das war auch während der ganzen Saison das Hauptziel 2006 und das haben wir auch erreicht. Natürlich war es auch schön, dass ich beim Weltfinale dann der beste Rookie war und auch noch den siebten Platz erreichen konnte, aber der Rookie-Titel war in jedem Fall das Schönere.

Schon am dritten Rennwochenende kamen die ersten Podestplätze, Foto: Speed Academy
Schon am dritten Rennwochenende kamen die ersten Podestplätze, Foto: Speed Academy

Bereits am dritten Rennwochenende konntest du deine ersten Podestplätze einfahren. Hat es dich überrascht, dass es so schnell gegangen ist?
Jens Klingmann: Ja, das hat mich schon überrascht, denn im Vorfeld lief es nicht so gut, als dass ich gedacht hätte, dass ich gleich unter die ersten Drei fahren kann. Ich hatte aber schon gedacht, dass wir am Nürburgring durchaus unter die ersten Fünf fahren können, aber dass es gleich zum zweiten Platz gereicht hat war sensationell. Ich hatte das nicht geglaubt, aber mein Teamchef war schon der Meinung, dass ich das bereits bringen könnte.

Gab es ein Rennen, das dir als besonders aufregend im Gedächtnis geblieben ist?
Jens Klingmann: Eines der aufregendsten Rennen war das vorletzte in Hockenheim, wo ich mir den Rookie-Titel sichern konnte. Ich musste unbedingt vor Philipp Eng ankommen, damit ich den Titel sicher haben würde. Das habe ich dann auch geschafft, aber vor dem Rennen war ich schon sehr angespannt. Ansonsten waren die Rennen im Rahmenprogramm der Formel 1 ein Highlight und vor so einem Publikum und dieser ganzen Kulisse noch so einen Erfolg zu landen [die ersten Podestplätze], war schon spektakulär.

Durch konstant gute Leistungen holte sich Jens Klingmann den Rookie-Titel, Foto: BMW
Durch konstant gute Leistungen holte sich Jens Klingmann den Rookie-Titel, Foto: BMW

Du bist in dieser Saison nur zwei Mal ausgefallen und das auch noch beide Male unverschuldet. Wie erklärst du diese Konstanz?
Jens Klingmann: Wir haben einfach versucht, das ganze Jahr möglichst konstant zu fahren, was auch für die Meisterschaft wichtig ist. Wir haben gesagt, lieber kommen wir einmal einen Platz weiter hinten an oder lassen im Notfall im Zweikampf einmal den anderen vorbei, wenn es nicht anders geht, anstatt dass wir einen Unfall haben und gar nicht ins Ziel kommen. Wir haben also schon versucht, auf Nummer Sicher zu fahren und konstant über das ganze Jahr zu kommen.

Wie läuft jetzt die Vorbereitung für das nächste Jahr?
Jens Klingmann: Bis Mitte Januar habe ich noch Winterpause und danach werde ich versuchen, mich für 2007 wieder möglichst fit zu machen. Im Februar beginnen dann schon die ersten Termine und vielleicht schaffen wir mit dem Team vorher auch noch ein paar Testfahrten - irgendwo, wo es ein bisschen wärmer ist. Das müssen wir aber noch abwarten, bislang habe ich da noch nicht bescheid gesagt bekommen.

Wie sehen dann die Ziele für die kommende Saison aus?
Jens Klingmann: Es ist ganz klar das Ziel, dass ich in der deutschen Formel BMW Meisterschaft den Titel hole.

Weißt du auch schon, wie es danach dann weitergehen soll?
Jens Klingmann: Sebastian Vettel hat den Weg ja eigentlich schon gezeigt, den man gehen kann und das ist auch der Traumweg. Zwei Jahre in der Formel BMW, zwei Jahre in der Formel 3 und wenn möglich, dann sofort in die Formel 1. Natürlich ist dieser Weg nicht besonders einfach nachzumachen, aber wenn es geht, dann stelle ich mir meinen Weg auch so vor.