Foren-Übersicht / Formel 1 / Historisches

Piquet bei Benetton

Das Formel 1 Forum früherer Tage...
Beitrag Dienstag, 29. November 2011

Beiträge: 45398
Ich hab mal ein paar Fragen zu Nelson Piquet 1990 und 1991 bei Benetton:

1) Hatte er damals schon an Talent verloren oder fuhr er immer noch wie an alten Tagen?

2) Er hatte für 1992 ein Angebot von Ligier, wieso lehnte er ab? Gabs sonst noch Chancen, in der Formel-1 zu bleiben für ihn?

3) Während seiner Benetton-Jahre war er auch bei Ferrari und Williams im Gespräch, beides Male lehnte er ab. Wieso?

4) Wie stark war er damals gegen Schumacher?

5) Er feierte mit Benetton immerhin drei Siege. Wie gut war damals Benetton und warum kams erst 1994 und 1995 zum Durchbruch? Nur wegen Briatore, der Ende 1989 kam?

Beitrag Dienstag, 29. November 2011

Beiträge: 1679
die ganze benetton nummer mit piquet war damals auch recht stark von ecclestone gepusht.

bei den rennen, die er gegen schumacher fuhr, gab es in allen (!) mir bekannten trainingsergebnissen ein schwanken zwischen ca. 1sek rückstand bis 0.3sek vorsprung.

der aufschwung zur mitte der 90er erfolgte bei benetton, nachdem man den schwierig zu händelnden barnard cancelte und byrne und symonds, welche schon zuvor beim vorgängerteam toleman den mitteln entsprechend gute technische leistungen vollbracht haben, zurück holte.
für diesen wechsel sorgte übrigens nicht briatore, welchem man im nachhinein weniger verständnis für motorsport und f1 nachliest, sondern ross brawn.

im prinzip waren schon der b192 und b 193, welche dennoch den b191 als basis hatten, keine schlechten autos.
der erfolg des b194 war jedoch auch und vor allem einem hier schon oft angesprochenen thema zu verdanken, auf das ich jetzt nicht weiter eingehen will. :drink:

die spekulationen von piquet zu ferrari, ligier und zurück zu williams sind mir aber neu.
gerade williams kann ich mir nicht vorstelen, da er das team unter anderem verliess, da er sich unter anderem mit head überworfen hatte.

Beitrag Dienstag, 29. November 2011

Beiträge: 45398
In wie weit hatte da Ecclestone die Finger im Spiel? Gibts dazu Details? Also ich weiß, dass sich die gut verstanden, ham ja zusammen bei Brabham gearbeitet.

Ansonsten gab es wohl ein Ligier-Angebot für 1992 - das lehnte Piquet ab und auch Williams wollte offenbar Piquet zurück, erst nachdem er abgesagt hat, holte man sich Mansell zurück (nach dessen Zeit bei Ferrari).

Zu den Ferrari-Gerüchten kenne ich keine Details, aber ausschließen würde ich das nicht.

Beitrag Dienstag, 29. November 2011
CMR CMR

Beiträge: 4496
MichaelZ hat geschrieben:

5) Er feierte mit Benetton immerhin drei Siege. Wie gut war damals Benetton und warum kams erst 1994 und 1995 zum Durchbruch? Nur wegen Briatore, der Ende 1989 kam?


Wenn man sich anschaut wie die Siege zustande kamen, waren die wohl alle etwas glücklich so wie auch schon 1987 nach seinem Unfall in Imola.
1987 im Hockenheim schieden Prost und Mansell mit technischem Defekt aus.
Im Ungarn verlor Mansell wenige Runden vor Schluß eine Radmutter hinten.
Im Monza machte Senna beim Überrunden einen Ausflug ins Kiesbett in der Parabolica und kam nur knapp hinter Piquet ins Ziel.
1990 im Suzuka beseitigten sich Prost und Senna selbst und Berger eine Runde später auf den Trümmern und Mansell's Antriebswelle wollte nach dem Boxenstop nicht mehr.
Im Adelaide drehte sich Mansell und kam bei seiner Aufholjagd nicht mehr ganz ran an Piquet obwohl es in der Haarnadel in der letzten Runde sehr eng war aber es nicht so endete wie 1985 zwischen den beidne Ligier's.
1991 im Montreal fiel Mansell in der letzten Runde mit Getriebedefekt aus.

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011

Beiträge: 888
Das beste war sicher der Vertrag den er sich bei Benetton ausgehandelt hat.
Blöd war der Piquet nicht.
GRAHAM HILL
Sieger 24-Stunden-Rennens von Le Mans
Sieger Indi 500
Sieger Grand Prix von Monaco
Formel-1-Weltmeister

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011

Beiträge: 45398
Finanziell? Gibts dazu Zahlen?

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011

Beiträge: 888
Ja finanziell, 1Mio $ pro WMPunkt (oder sowas in der Richtung) und zusätzlich irgendeine Riesensumme falls es der Zufall will und ein Sieg "passiert".
Habs mal bei Prüller gelesen - und wieder vergessen.
Werds mal nachschlagen.
GRAHAM HILL
Sieger 24-Stunden-Rennens von Le Mans
Sieger Indi 500
Sieger Grand Prix von Monaco
Formel-1-Weltmeister

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011

Beiträge: 45398
Eine Million pro Punkt - das ist echt ein guter Deal...

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011
AWE AWE

Beiträge: 13287
MichaelZ hat geschrieben:
Eine Million pro Punkt - das ist echt ein guter Deal...



Piquet hat ja auch Ausgaben .Allein der Unterhalt für all die Nelson und Nelsoninen Junior verschlangen Unsummen .
Und Frauen sollen auch nicht immer so preiswert sein ,insbesondere wenn die Menge Divisonsstärke errreicht .

Aber ne Mille pro Punkt halte ich selbst bei Piquet für etwas übertrieben . Vielleicht meinte Prüller ja wieder mal Schilling . Da hat er ja immer so seine Probleme mit gehabt .

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011

Beiträge: 1862
ich glaub, es waren 10.000 dollari, bin mir aber nicht mehr sicher...
"When you're racing, it's life. Anything that happens before or after is just waiting."

Michael Delaney (Steve McQueen), Le Mans

Beitrag Mittwoch, 30. November 2011

Beiträge: 45398
Wäre auf jeden Fall realistischer.

Beitrag Montag, 05. Dezember 2011

Beiträge: 285
Weiß man eigentlich, wie damals das Verhältnis Piquet - Schumacher war? Sie waren zwar nicht lange Teamkollegen, aber irgendwie liest man so gut wie gar nichts aus dieser Zeit. Schumacher spricht heute nie darüber, Piquet auch nicht. Ehrlich gesagt, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sich zwei so egozentrisch verbissen veranlagte Menschen gut verstanden haben, darum glaube ich eher, dass sich Piquet und Schumacher weitestgehend ignoriert haben. Fotos, auf dem sie beide zusammen abgebildet sind, finde ich jedenfalls keine. Ist da Näheres bekannt über die kurze Zeit der beiden als Teamkollegen?

Beitrag Montag, 05. Dezember 2011

Beiträge: 45398
Ich denke, die beiden sind sich aus dem Weg gegangen. So lange waren sie ja nicht in einem Team. Aber näheres würde mich auch interessieren.

Beitrag Freitag, 03. Februar 2012

Beiträge: 3
In Anlehnung an den Initiator dieses Beitrages würde ich mich freuen, wenn es Informationen zu dem seinerzeit geplanten Ford V12 Triebwerk gäbe. Nach meinem Wissensstand begannen Ford und Cosworth 1990 mit der Entwicklung eines solchen Motors für das Benetton Team. Obwohl immerhin acht Triebwerke dieses Typs gebaut wurden, sind sie niemals im Rennen verwendet worden.

Vielen Dank für die Antworten!

Beitrag Freitag, 03. Februar 2012

Beiträge: 0
Also ich glaube nicht, dass Schumacher zu dem Zeitpunkt schon so exzentrisch war.

Ich habe ihn 1991 in Spa bei seinem Debüt in den Boxen getroffen, da kannte ihn ja fast noch keiner und er war ganz normal.

Ich denke, dass Piquet ihn erst garnicht für voll genommen hat.

Überliefert ist allerdings das Nelson sauer war, dass er seinem Landsmann Moreno das Cockpit "weg genommen" hat.

Er soll demonstrativ ein Meeting verlassen haben, als er davon erfahren hat.

Beitrag Samstag, 04. Februar 2012
AWE AWE

Beiträge: 13287
Michael_Weber hat geschrieben:
In Anlehnung an den Initiator dieses Beitrages würde ich mich freuen, wenn es Informationen zu dem seinerzeit geplanten Ford V12 Triebwerk gäbe. Nach meinem Wissensstand begannen Ford und Cosworth 1990 mit der Entwicklung eines solchen Motors für das Benetton Team. Obwohl immerhin acht Triebwerke dieses Typs gebaut wurden, sind sie niemals im Rennen verwendet worden.

Vielen Dank für die Antworten!




Du meinst den hier ?


Bild

Beitrag Samstag, 04. Februar 2012

Beiträge: 3
Genau den meine ich.

Ich erinnere mich an eine Ausgabe der Motorsport aktuell nach dem Großen Preis von Kanada 1991, in der Nelson Piquet den unverzüglichen Einsatz dieses Motors einforderte, um den Abstand zu den Spitzenteams zu minimieren.

Hast du nähere Informationen?

Beitrag Samstag, 04. Februar 2012
AWE AWE

Beiträge: 13287
Wie du schon geschrieben hast war es eine Cosworth Entwicklung im Auftrag von Ford aus dem Jahre 1990 .Der Motor sollte exclusiv an Benetton gehen . Von den 8 gebauten Exemplaren sind wohl 3 bei geheimen Tests verbraten worden ,
Nichts genaues weiß man nicht aber Piquet soll die Tests gefahren sein und danach wurde das Projekt eingestampft . Der Motor scheint nicht so besonders gewesen zu sein .
Später rühmte sich Ford damit ,das der V12 nur Versuchsträger für die Zetec V8 / V10 Triebwerke gewesen sein soll .

Das ganze war der zweite Versuch von Ford einen V12 auf die Beine zu stellen . Der erste Versuch ging schon 1971/72 in die Hose als man Weslake beauftragte ,im Auftrag von Ford einen neuen V12 zu etnwickeln . Das Projekt kam aus dem Versuchsstadium nicht raus .


Zurück zu Historisches

cron