Foren-Übersicht / Formel 1 / Historisches

Kaum bekannte, aber interessante Rennfahrer

Das Formel 1 Forum früherer Tage...
Beitrag Mittwoch, 28. Dezember 2011

Beiträge: 45413
Ich hab die genaue Zahl nicht im Kopf, aber wir dürften bald 1000 Fahrer haben, die jemals bei einem F1-WM-Rennen am Start gestanden sind. Darunter sind bekannte Namen, aber eben auch welche, die längst in Vergessenheit geraten sind. Und das eigentlich unberechtigt, weil sie stärker waren, als ihre Resultate, weil sie unglaubliche Charaktere haben, weil sie was weiß ich was gemacht hatten, was eine Erwähnung wert ist. Ich fang mal mit einem an:

Sergio Mantovani
Kaum zu glauben, aber trotz eines perfekten Motorsport-Infrastruktur (die besten Kartbauer kommen aus Italien, es gibt eine Formel-Linie von der Formel-Abarth über die italienische Formel-3 bis hin zur Auto GP) gab es bisher nur zwei italienische F1-Weltmeister - und Alberto Ascari war ja nicht mal ein F1-Weltmeister, weil die Fahrermeisterschaft in seinen beiden WM-Jahren 1952 und 1953 nach F2-Regeln ausgetragen wurde. Gerade in den 50er Jahren gab es aber eine Reihe von italienischen Nachwuchshoffnungen, die aber allesamt tragisch verunglückten. Luigi Musso, Eugenio Castellotti - oder eben auch Sergio Mantovani. Mantovani war ein sehr talentierter Fahrer und war in seinen jungen Jahren schon ein wohlhabender Geschäftsmann. Erst 1950 fand er den Weg in den Rennsport, erst zum Spaß, aber dann erkannte er sein Talent. Schon nach drei Jahren fuhr er sein erstes F1-WM-Rennen, als er beim Italien GP Siebter wurde. Er wechselte sich damals mit Luigi Musso beim Fahren des Maseratis ab. Mit Maserati fuhr er alle seine sieben WM-Rennen, wurde dabei zwei Mal Fünfter. Besonders bei nicht zur Meisterschafts zählenden F1-Rennen trumpfte er auf, etwa als er beim Rom- und Sizilien GP Dritter wurde. 1955 beim Valentino GP zerstörte er sich bei einem Unfall ein Bein, das ihm dann auch abgenommen werden musste. Die Rennkarriere von Mantovani war damit beendet, aber er blieb noch als Mitglieder der Sportkommission des italienischen Automobilclubs im Motorsport aktiv. 2001 verstarb er im Alter von 71 Jahren. Mantovani hatte wenig Erfahrung im Motorsport, war noch sehr jung und trotzdem äußerst talentiert.


Beiträge: 266
@Michael Z,

es stört mich ein wenig und das zum wiederholten Male, dass Du Ascari als "Weltmeister nach F2-Reglement" bezeichnest. Die Formel war in diesen Jahren eben so und Ascari wurde Weltmeister. Also: Wen kümmerts?

Zu Mantovani: Ein Name wie eines italienischen Opernregiseurs, als Fahrer aber nicht im Gedächtnis geblieben. Ich liebe solche Fahrer, die so eben mal an der F1 gekratzt haben, kann sie fahrerisch aber nicht einschätzen. Gilt für Mantovani zum Bespiel.

Ein weiteres Beispiel, Carlos Mediteguy, zeigt uns, dass es in den 50ern relativ leicht war, für einige Rnnen ein Cockpit zu erobern, aber schwer war, dies über Jahre zu verteidigen.

Hier der Artikel (Quelle: Wikipedia):

Carlos Alberto Menditéguy (* 10. August 1915 in Buenos Aires; † 28. April 1973 ebd.) war ein argentinischer Polospieler und Rennfahrer.

Menditéguy gehörte zu dem großen Reservoir sportlicher Multitalente Anfang der 1950er-Jahre, die im Gefolge Juan Manuel Fangios und José Froilán González nach Europa zogen, um dort ihre Grenzen zu suchen. Carlos galt schon als einer der sechs besten Polo-Reiter der Welt, als er sich am Steuer eines Rennwagens versuchte. In der Formel-1-Saison 1953 startete er erstmals auf einem Gordini in seiner Heimatstadt, jedoch ohne zählbaren Erfolg.

Sein Stil zeichnete sich eher durch Furchtlosigkeit denn durch einen sauberen Fahrstil aus. Seine Mechaniker waren oft gefordert, weil er Motor und Fahrwerk seines Maseratis, den er vorzugsweise fuhr, zu hart heran nahm.

Bei seinem Heimgrandprix in Argentinien startete er regelmäßig, bestritt jedoch nie eine komplette Formel-1-Saison und 1954 setzte er komplett aus.

Im Folgejahr versuchte er es erneut. Bei dem Hitzerennen in seiner Heimatstadt landete er trotz Ausfall auf dem siebten Platz, doch damals gab es nur bis zum fünften Rang Weltmeisterschaftspunkte. Diese holte er sich bei seinem Start in Monza, wo er einen fünften Platz belegte.

Während der Formel-1-Saison 1957 erzielte er mit einem dritten Rang in seinem Geburtsort seine beste Platzierung. Dies war auch sein bestes Jahr. Obwohl er nun mit höheren Ansprüchen ebenfalls in Monaco, Frankreich und Großbritannien startete, konnte er das Erfolsgerlebnis nicht wiederholen. Im Endklassement belegte er damit den 14. Platz.

Sein letztes von insgesamt lediglich zehn Rennen in der Formel 1 bestritt er 1960 mit immerhin 45 Jahren selbstverständlich in Buenos Aires - jedoch diesmal auf einem Cooper-Climax, um mit einem versöhnlichen vierten Rang eine Motorsportkarriere der Gelegenheitsstarts auslaufen zu lassen. Im Vergleich mit anderen Lokalmatadoren konnte sich seine Bilanz durchaus sehen lassen.

Menditeguy fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Recoleta in Buenos Aires.

Personendaten
NAME Menditéguy, Carlos
ALTERNATIVNAMEN Menditéguy, Carlos Alberto (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG argentinischer Formel-1-Rennfahrer, Polo-Spieler
GEBURTSDATUM 10. August 1915
GEBURTSORT Buenos Aires, Argentinien
STERBEDATUM 28. April 1973
STERBEORT Buenos Aires, Argentinien

Von „http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Carlos_Mendit%C3%A9guy&oldid=97049774“

0ph 0ph

Beiträge: 1356
Ascari ist nunmal kein F1-Weltmeister, wie die anderen der Weltmeister.

Ascari ist halt Automobil-Weltmeister, das aber wie alle anderen.

Beitrag Donnerstag, 29. Dezember 2011
AWE AWE

Beiträge: 13287
0ph hat geschrieben:
Ascari ist nunmal kein F1-Weltmeister, wie die anderen der Weltmeister.

Ascari ist halt Automobil-Weltmeister, das aber wie alle anderen.



Das ist eben oft der Denkfehler , Weil heute der Weltmeister ein F1 Weltmeister ust ,muss das zwangsläufig immer so gewesen sein . Ein Trugschluß der leider auch nur sehr schwer aus den Köpfen zu verbannen ist .

Farina war nie F1 Weltmeister , Fangio ebenso wenig , Ascari nicht und Hawthorn auch nicht . Das kann man jetzt noch eine ganze Weile so weiter führen bis aus der Automobil-WM offiziell die Formel1-Weltmeisterschaft wurde .

Beitrag Donnerstag, 29. Dezember 2011

Beiträge: 45413
Wobei das für mich auch ein bisschen Haarspalterei ist. Natürlich gab es damals nicht nur F1-Autos, aber letztlich war es doch die Formel-1, es war die WM, wie sie es heute ist. Wie man das Ganze jetzt nennt und wie jetzt das exakte Reglement ist, ist doch jetzt soooooo wichtig nicht. So seh ich das jedenfalls...

Beitrag Donnerstag, 29. Dezember 2011

Beiträge: 266
AWE hat geschrieben:
0ph hat geschrieben:
Ascari ist nunmal kein F1-Weltmeister, wie die anderen der Weltmeister.

Ascari ist halt Automobil-Weltmeister, das aber wie alle anderen.



Das ist eben oft der Denkfehler , Weil heute der Weltmeister ein F1 Weltmeister ust ,muss das zwangsläufig immer so gewesen sein . Ein Trugschluß der leider auch nur sehr schwer aus den Köpfen zu verbannen ist .

Farina war nie F1 Weltmeister , Fangio ebenso wenig , Ascari nicht und Hawthorn auch nicht . Das kann man jetzt noch eine ganze Weile so weiter führen bis aus der Automobil-WM offiziell die Formel1-Weltmeisterschaft wurde .



@AWE,

schluck. :cry:

Seit ich Motorsportfan bin, ist für mich derjenige Weltmeister, nenn es Fahrerweltmeister, der am Ende einer Saison punktemäßig auf Platz 1 der Gesamttabelle steht.

Habe hier gerade das Buch von Trevor R. Griffiths vor mir liegen: "GRAND PRIX - Full results of all World Championship races 1950-1991" .

Hier wird bereits im ersten Satz zu 1950 von "World-championship" gesprochen, übersetzt halt Weltmeisterschaft. Ob die Formel nun Formel 1 hieß, oder eben "nur" Weltmeisterschaft, ist egal. Weltmeister wurde Farina. Hawthorn in 1958 -was war denn da so besonders- ebenso.

Wenn man als Motorsportfan jetzt so unterscheidet wie Du es oben gemacht hast, läuft man Gefahr, es dem Boxen nachzumachen, wo es verschiedene Weltmeister (in verschiedenen Verbänden) gibt und niemand sich mehr so richtig auskennt.

Gruß, gavamar

Beitrag Donnerstag, 29. Dezember 2011

Beiträge: 45413
@gavamar: Ich seh das ähnlich wie du.

AWE AWE

Beiträge: 13287
gavamar hat geschrieben:
AWE hat geschrieben:
0ph hat geschrieben:
Ascari ist nunmal kein F1-Weltmeister, wie die anderen der Weltmeister.

Ascari ist halt Automobil-Weltmeister, das aber wie alle anderen.



Das ist eben oft der Denkfehler , Weil heute der Weltmeister ein F1 Weltmeister ust ,muss das zwangsläufig immer so gewesen sein . Ein Trugschluß der leider auch nur sehr schwer aus den Köpfen zu verbannen ist .

Farina war nie F1 Weltmeister , Fangio ebenso wenig , Ascari nicht und Hawthorn auch nicht . Das kann man jetzt noch eine ganze Weile so weiter führen bis aus der Automobil-WM offiziell die Formel1-Weltmeisterschaft wurde .



@AWE,

schluck. :cry:

Seit ich Motorsportfan bin, ist für mich derjenige Weltmeister, nenn es Fahrerweltmeister, der am Ende einer Saison punktemäßig auf Platz 1 der Gesamttabelle steht.

Habe hier gerade das Buch von Trevor R. Griffiths vor mir liegen: "GRAND PRIX - Full results of all World Championship races 1950-1991" .

Hier wird bereits im ersten Satz zu 1950 von "World-championship" gesprochen, übersetzt halt Weltmeisterschaft. Ob die Formel nun Formel 1 hieß, oder eben "nur" Weltmeisterschaft, ist egal. Weltmeister wurde Farina. Hawthorn in 1958 -was war denn da so besonders- ebenso.

Wenn man als Motorsportfan jetzt so unterscheidet wie Du es oben gemacht hast, läuft man Gefahr, es dem Boxen nachzumachen, wo es verschiedene Weltmeister (in verschiedenen Verbänden) gibt und niemand sich mehr so richtig auskennt.

Gruß, gavamar



Warum schluckst du jetzt . Ok ,schlucken ist schon wichtig also stellen wir die Frage anders ,warum schluckst du bei meiner Aussage soauffällig :-)
Ich hab doch mit keinem Wort behauptet das Farina ,Ascari ,Fangio und Co. keine Weltmeister wären . Um Gottes Willen sie sind natürlich Weltmeister ,hochamtlich Automobil-Weltmeister oder Automobil-Fahrer-Weltmeister . Aber eben keine F1 Weltmeister denn es gab ja zu dem Zeitpunkt keine offizielle Formel-1 Weltmeisterschaft .
Ob man das ganze jetzt mit dem Boxen vergleichen muss weissich nicht . Dort gibt es ja diverse WM Titel neben einander .
In der Automobil-WM gabs die Autombil-Weltmeisterschaft und seit 20 Jahren ca. wurde das ganze dann in Formel-1 -Weltmeisterschaft umbenannt . Sicher zum größten Teil aus kommerziellen Gründen aber eben auch weil der allgemeine Sprachgebrauch schon seit Jahrzehnten eben F1-WM war .
Wobei ich jetzt die Formulierung "Weltmeister nach F2 -Reglement " nicht halb so wild fand wie andere ,die schon gehört und gelesen habe.
Da wird vom F1 Weltmeister in der F2 . von einer F1 WM nach F2 Regeln und weiß der Teufel noch alles geschrieben.
Als die WM 1950 ausgeschrieben wurde war sie nunmal eine Automobil Weltmeisterschaft ausgeschrieben für Fahrer und in Teilen der Meisterschaft in den damaligen F1 Regeln ausgeschrieben . aber eben nur teilweise denn es war auch möglich mit Fahrzeugen ausserhalb der F1Regeln an der Meisterschaft teilzunehmen und die Meisterschaft war Teilweise (sprich USA /Indy 500 ) auch nach anderen Regeln ausgeschrieben. Ist alles damals recht kompliziert gemacht worden aber mit dem Hintergrund a) ein möglichst breites Starterfeld zu bekommen und b) mit dem Indy 500 den Hauch der WELTmeisterschaft zu erhalten . Die WM als solche war an keine Formel gebunden ,was ich persönlich als recht cleever betrachte . Als man 1952 der Meinung war ,das man kein interessantes und großes Starterfeld voll bekommen konnte und die Veranstalter deswegen und der Angst vor dem Gerücht das Mercedes zurück kommen würde und Gegnerlos von Sieg zu Sieg fahren würde ,ihre Grand Prix´s kurzerhand für die äusserst populäre F2 ausschrieben ,musste der Verband reagieren und daraus entstand dann noch kurzfristiger die Ausschreibung der Weltmeisterschaft für 2 Jahre begrenzt in der F2 .
Wäre heute nicht mehr möglich ,schon rechtlich nicht .


Zurück zu Historisches