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Die Rennen der Auto Union & Mercedes-Benz 1934-1939

Das Formel 1 Forum früherer Tage...

Beiträge: 8060
Ich würde diesen Bericht gerne 'Auto Union und Mercedes-Benz im Grand Prix Sport - Light' übertiteln. Viel ist über dieses Thema geschrieben worden, leider ist es auch von einer ziemlich dicken, braunen Spur durchzogen. Aber ich möchte mich (a) hier vor allem auf den sportlichen Aspekt beschränken und (b) für Einsteiger in die Thematik einen kurzen Überblick über ALLE (ich weiss, ein großes Vorhaben!) Rennen geben, die die beiden Marken zwischen '34 und '39 gefahren haben. Die Rekordversuche haben wir in einem eigenen Thread schon abgewickelt.

Es gibt einige sehr gute Internet-Seiten zu den Themen, auch Audi und Mercedes informieren auf ihren Seiten mittlerweile sehr gut darüber. Wer also tiefgehendes Material dazu sucht, findet unter folgenden Adressen sicherlich mehr & bessere Info:

www.kolumbus.fi/leif.snellman

www.ddavid.com/formula1/index.htm

www.autounion.org.uk

http://8w.forix.com/au31-35.html

Ein paar Worte noch vorneweg: Niederlagen für AU und MB gab es selten. Witzigerweise sind gerade diese Niederlagen das Salz in der Suppe und werden oft häufiger und liebervoller ausgeschmückt vorgetragen als die Siege. Auch ich konnte mich nicht ganz zurückhalten. Der einzige ernstzunehmende Konkurrenz der deutschen Teams war die Scuderia Ferrari, bzw. nachdem man sich bei Alfa von Enzo Ferrari getrennt hatte, Alfa Corse. Ihr Trumpf: der beste Fahrer der Welt - Tazio Nuvolari, der den Deutschen 1935 und 1936 ein paar bittere Niederlagen beibrachte, die zeigten: Trotz gigantischer Überlegenheit war auch damals der Fahrer das letztlich entscheidende Moment.

Es ist äußerst schwer, die Fahrer jener Zeit zu beurteilen, weil die deutschen Autos eben so gnadenlos überlegen war, dass auch zweitklassige Piloten damit siegen konnten. Allerdings kann man auch hier ganz klar die herausragenden Größen erkennen (Caracciola, Rosemeyer oder auch der technisch sehr beschlagene Hermann Lang). Schade dass man Virtuosen wie Raymond Sommer oder Jean-Pierre Wimille nie am Lenkrad der AU oder MB sah - damals war das politische Klima für französische Piloten in einem deutschen Auto noch nicht bereit.

Ab 1935 wurde auch eine EM-Wertung ausgetragen, auf die ich aber nicht näher einging. Der Wert des Titels war damals bei weitem nicht so hoch wie etwa heute der F1-Titel. Die Punkteverteilung war übrigens rasend kompliziert und ohne genauer Ergebnislisten kann man es sowieso nicht nachzuvollziehen. Hier in Kurzfassung:

1 Punkt für Platz 1
2 Punkte für Platz 2
3 Punkte für Platz 3
4 Punkte für mind. 75% der Renndistanz
5 Punkte für mind. 50% der Renndistanz
6 Punkte für mind. 25% der Renndistanz
7 Punkte für weniger als 25% der Renndistanz
8 Punkte für Nichtstarter

Meister wurde der Fahrer mit den WENIGSTEN Punkten.

So, in Kürze geht's dann los, ich denke ich mache das Jahr für Jahr...
Zuletzt geändert von Alfalfa am Sa Nov 19, 2005 6:58 pm, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Sa Nov 19, 2005 6:41 pm

Beiträge: 8060
1934:

1934 gab es keine EM. Gerne (und besonders von der AU) wird Hans Stuck als der dominierende Mann der Saison bezeichnet, aber wenn ich die Punktetabelle von 1935 heranzieht und alle 1934 ausgetragenen GPs zusammenrechne, komme ich auf Louis Chiron als Meister von 1934. Das ist aber reine Hypothese - wir hatten das Thema irgendwo schon mal.

Fahrer für MB:
Luigi Fagioli (8 Rennen)
Rudi Caracciola (7 Rennen)
Manfred Brauchitsch (3 Rennen)
Hanns Geier (3 Rennen)
Ernst Henne (3 Rennen)

Fahrer für AU:
Hans Stuck (9 Rennen)
August Momberger (6 Rennen)
Hermann Leiningen (5 Rennen)
Wilhelm Sebastian (3 Rennen)
Ernst-Günther Burgaller (1 Rennen)

1. Avus, 27.5.34:
MB: Autos von Caracciola, Brauchitsch und Fagioli kurz vor dem Start zurückgezogen
AU: 3. Momberger, Ausfall: Stuck & Leiningen
Schwaches Debüt der AU, MB kneift. Sieger wird Monaco-Sieger Guy Moll mit einem merkwürdig aerodynamisch zugerichteten Alfa der Scuderia Ferrari. Der verletzte Nuvolari fährt mit Gipsbein! Berlin pfeift und geht heim!

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©Deutsche Illustrierte, Ausgabe 22 vom 29. Mai 1934:

Auf der Avus ging's nur um eines: Geschwindigkeit. Aerodynamische Autos haben da immer Vorteile - aber diese 'Alfa-Dampflok' ist ein schlimmes Beispiel, wenn auch ein erfolgreiches: das Siegerfahrzeug von Guy Moll.


2. Eifelrennen, 3.6.34:
MB: 1. Brauchitsch, Aufgabe: Fagioli
AU: 2. Stuck, Ausfall: Leiningen & Momberger
Das legendäre Rennen bei dem die Silberpfeile entstanden sein sollen (bei einer nächtlichen Lackabschleif-Aktion, weil die Autos zu schwer waren) - doch wie man mittlerweile weiß; alles nur 'Seemannsgarn' von Teamleiter Alfred Neubauer! Fagioli war über die Stallorder (zugunsten von Brauchitsch) so erbost, dass er seinen Renner einfach neben der Piste abstellte und die Arbeit verweigerte! Frankl verunglückt tödlich im privaten Bugatti.

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©Motor und Sport, Heft 22, Jahrgang XI:

Die 'berühmte' Wiegeprozedur nach dem Abschleifen: aber warum bleiben die Reifen drauf, wo es doch angeblich um jedes Gramm geht...?!


Stuck (AU) gewinnt das Felsberg-Bergrennen im Saarland am 10.6.34.

Stuck (AU) gewinnt das Kesselberg-Bergrennen in Bayern vor Brauchitsch (MB) am 17.6.34.

3. GP Frankreich, 1.7.34:
MB: Ausfall: Caracciola, Brauchitsch, Fagioli, Henne trainiert, nimmt aber nicht am Rennen teil
AU: Ausfall: Stuck, Momberger, Leiningen muss zuschauen, weil er sein Auto an Leiningen abtrat
Eine der seltenen deutschen Niederlagen - weil alle AU und MB ausfallen!

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©Moity/Les précurseuers de la Formule 1 1895-1949:

Das Hakenkreuz auf den Autos (hier auf Stucks AU) sieht man später noch häufig auf den Rekordwagen, bzw. beim Trip in die USA 1937.


4. GP Deutschland, 15.7.34:
MB: 2. Fagioli, 5. Geier, Ausfall: Caracciola, Henne (Krankheit) und Brauchitsch (Trainingsunfall) können nicht starten
AU: 1. Stuck, Ausfall: Momberger, Burgaller (Ersatz für den kranken Leiningen)
AUs erster, eindrucksvoller Sieg - nach über 4 1/2-Stunden Fahrzeit. Henne (Krankheit) und Brauchitsch (Trainingsunfall) können nicht starten, daher wird der fahrbegabte MB-Angestellte Geier kurzerhand aktiviert, der seine Sache sehr gut macht. Er bliebt bis 1955 der MB-Rennabteilung treu!

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© Nixon/Robert Fellowes Collection:

Major Hühnlein, Korpsführer des NSKK, macht die obligatorische Händedruck-Runde vor dem Rennen, hier mit AU-Gastfahrer Ernst-Günther Burgaller.


Caracciola (MB) gewinnt Klausenpass-Bergrennen vor Stuck (AU) am 5.8.34.

GP Belgien '34: AU und MB ziehen ihre Meldungen 48 Stunden vor Rennbeginn zurück -> keine Teilnahme

5. Coppa Acerbo, 15.8.34:
MB: 1. Fagioli, 6. Henne, Ausfall: Caracciola
AU: 5. Sebastian, Ausfall: Stuck
Rennen überschattet von dem tödlichen Unfall des talentierten Guy Moll.

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©Hull/Schrader/Slater/Alfa Romeo:

In diesem Auto stirbt der Marokkaner Guy Moll.


Stuck (AU) gewinnt Schauinsland-Bergrennen in Freiburg vor Caracciola (MB) am 19.8.34.

6. GP Schweiz, 26.8.34:
MB: 6. Fagioli, Ausfall: Fagioli, Caracciola, Brauchtisch, Geier übernimmt das Auto von Caracciola
AU: 1. Stuck, 2. Momberger, Ausfall: Leiningen
Erstes Rennen auf dem Bremgarten Kurs, der rasch sehr beliebt werden sollte, leider überschattet durch den tödlichen Unfall des amerikanischen Maserati-Piloten Hugh Hamilton in der letzten Runde bei schlechtem Wetter. Brauchitsch wieder im Team, kann aber nur unter Tabletteneinfluss fahren - entsprechend benebelt fällt sein Rennen aus!

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©Cimarosti/Grand Prix Suisse:

Boxenwechsel bei der AU in Bremgarten - in zackigem Stechschritt!


7. GP Italien, 9.9.34:
MB: 1. Caracciola, Ausfall: Fagioli, Henne.
AU: 2. Stuck, 7. Momberger, Ausfall: Leningen, Sebastian übernimmt das Auto von Momberger
Anstrengendes, langes (4:45 Stunden!) Rennen auf einem merkwürdig mit Schikanen verunstalteten Kurs (nach den schweren Zwischenfällen des Vorjahres): ständig wechselten sich die Piloten am Lenkrad ab. Fagioli übernimmt für den erschöpften Caracciola, daher einer der seltenen, geteilten Siege. Brauchitsch stellt, nach dem wenig geglückten Einsatz in der Schweiz, die Rennfahrerei für diese Saison erst mal ein.

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©unknown:

Eine der vielen Schikanen in Monza '34 - der Staub kommt von den Sandsäcken, die als Abgrenzung dienen.


Stuck (AU) gewinnt Bergrennen am Mt. Ventoux/F am 16.9.34.

8. GP Spanien, 23.9.34:
MB: 1. Fagioli, 2. Caracciola
AU: 4. Leiningen, Ausfall: Stuck, Nuvolari macht Testfahrten
'Bubi' Momberger hat Arthritis und kann nicht fahren - das war's mit seiner Karriere. Trotz seines starken 2. Platzes in Bremgarten 14 Tage vorher gibt er die Rennfahrerei am Saisonende auf. Er kommt nicht mit Teammanger Walb klar.

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©Monkhouse/Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955:

Die spinnen, die Spanier. Zum Glück fahren die GP-Piloten zu der Zeit ganz langsam und diszipliniert los - sonst wäre es bei diesem Grid zu einem Klumpen von 15 Autos gekommen!


9. Brünn, 30.9.34:
MB: 2. Fagioli, 6. Henne, Ausfall: Caracciola, Geier übernimmt das Auto von Henne
AU: 1. Stuck, 4. Leiningen, 7. Sebastian (einziges Rennen von Sebastian, der später Teamleiter der AU wird)
Der kuriose Todessturz des Josef Brazdil ist bis heute nicht geklärt: Unerfahrenheit oder Selbstmord?

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©unknown:

Nein, die Strecke ist wirklich nicht breiter. Schon damals konnten die GP-Autos nicht überholen - ganz einfach weil für zwei kein Platz war!
Zuletzt geändert von Alfalfa am Sa Nov 19, 2005 9:28 pm, insgesamt 9-mal geändert.

Beitrag Sa Nov 19, 2005 6:45 pm

Beiträge: 37341
@Alfalfa: Der Vorspann ist ja schon interessant. Danke auch für die Seiten, jetzt hab ich wieder was zu wühlen und zu durchstöbern! :wink:

Meine Hochachtung für deine Bemühungen und für dein unglaubliches Fachwissen!

Beitrag Sa Nov 19, 2005 9:09 pm

Beiträge: 37341
Anstrengendes, langes (4:45 Stunden!) Rennen auf einem merkwürdig mit Schikanen verunstalteten Kurs (nach den schweren Zwischenfällen des Vorjahres)

Was passierte denn beim Italien GP 1933?

Beitrag Sa Nov 19, 2005 9:48 pm

Beiträge: 8060
Der schwärzeste Tag von Monza: am Nachmittag des 10. September 1933 wurde nach dem Großen Preis von Italien ein Rennen namens Grand Prix von Monza durchgeführt. Felice Trossi verlor im ersten Rennlauf in einer überhöhten Kurve des Hochgeschwindigkeitsoval Öl an dem von der Scuderia Ferrari erworbenen Duesenberg. Die Bahn wurde in der Eile nicht richtig gereinigt, so dass in der 1. Runde des 2. Laufes an dieser Stelle sowohl Giuseppe Campari (dessen letztes Rennen es eigentlich sein sollte) auf Alfa Romeo als auch Baconin Borzacchini auf Maserati ins Schleudern kamen und tödlich verunglückten. Aber damit nicht genug, im Schlussrennen kam auch Graf Czaikowski auf dem 4.9-l-Bugatti in der gleichen Kurve ums Leben. Alle drei waren erfahrene, erfolgreiche und seit Jahren professionelle Piloten. Der Schock war gewaltig. Hier noch ein Bild:

Bild
©Cimarosti/Das Jahrhundert des Rennsports

Beitrag Sa Nov 19, 2005 10:25 pm

Beiträge: 8060
1935:

1935 zählten die Läufe in Belgien (Spa), Deutschland (Nürburgring), Schweiz (Bremgarten), Italien (Monza) und Spanien (San Sebastian) zur EM. Meister wurde Rudi Caracciola (11 pt, 3 Siege) vor Luigi Fagioli (17 pt), Hans Stuck (21 pt, 1 Sieg), Tazio Nuvolari (24 pt, 1 Sieg), u.s.w.

Fahrer für MB:
Rudi Caracciola (11 Rennen)
Luigi Fagioli (11 Rennen)
Manfred Brauchitsch (10 Rennen)
Hermann Lang (4 Rennen)
Hanns Geier (2 Rennen)

Fahrer für AU:
Achille Varzi (10 Rennen)
Bernd Rosemeyer (9 Rennen)
Hans Stuck (9 Rennen)
Hermann Leiningen (2 Rennen)
Paul Pietsch (2 Rennen)

10. GP Monaco, 22.4.35:
MB: 1. Fagioli, Ausfall: Caracciola, Brauchitsch
Das Rennen hat merkwürdigerweise KEINEN EM-Status. Monaco ist zu der Zeit auch noch nicht das glanzvolle Rennen wie wir es heute kennen.

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©Moity/Grand Prix Automobile de Monaco - Tome 1: 1929-1955:

1935 hat man bei Mercedes dazugelernt - die Reifen kommen beim Wiegen runter (wenn es denn sein muss)...


11. Tunesien, 5.5.35:
AU: 1. Varzi
Varzi nötigt AU eine private Meldung in Tunesien ab - und gewinnt!

Bild
©unknown:

Erster AU-Einsatz von Varzi in Tunesien. Rennen in den nordafrikanischen Kolonien war in den 30er Jahren in - und brachten viel Preisgeld!


12. Tripolis, 12.5.35:
MB: 1. Caracciola, 3. Brauchitsch, Ausfall: Fagioli
AU: 2. Varzi, Ausfall: Stuck
Stucks Streamliner fängt Feuer und er hat größte Schwierigkeiten aus dem Cockpit lebend herauszukommen!

Bild
©unknown:

Typisch Tripoli: Fagioli rast durch den Palmenhain.


13. Avusrennen, 26.5.35:
MB: 1. Fagioli, 5. Brauchitsch, Ausfall: Caracciola, Geier
AU: 3. Varzi, 4. Stuck, Ausfall: Leiningen, Rosemeyer
Erstaunlicher 2. Platz von Chiron mit dem Bimotore-Monster von Alfa. Keiner versteht mit der Technik so gefühlvoll umzugehen wie Chiron. Fast allen anderen Konkurrenten mit moderneren und leichteren Autos fliegen die Reifen nur so um die Ohren.

Bild
©Kirchberg/Grand Prix Report Auto Union 1934-39:

Die aerodynamischen Autos sollten eigentlich im Vorteil sein, aber Leinigen fiel aus...


14. Eifelrennen, 16.6.35:
MB: 1. Caracciola, 4. Fagioli, 5. Lang, Ausfall: Brauchitsch
AU: 2. Rosemeyer, 6. Pietsch, 9. Varzi, Ausfall: Stuck, Leiningen übernahm Auto von Varzi
Caracciola schlägt den Neuling Rosemeyer durch einen Trick in der letzten Runde, aber die AU hat einen neuen Star. Fagiolis Mechaniker Lang rückt ins GP-Team nach, wird aber künftig von den 'Gentleman'-Drivern Brauchitsch und Caracciola teamintern nach allen Regeln der Kunst gemobbt (wie man heute dazu sagen würde).

15. Frankreich, 23.6.35:
MB: 1. Caracciola, 2. Brauchitsch, 4. Fagioli
AU: 5. Varzi, Ausfall: Rosemeyer, Stuck
Ab dem kommenden Jahr schrieb man den GP von Frankreich für Sportwagen aus - man hat von der deutschen Dominanz genug!

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©Nixon/Robert Fellowes Collection:

Die Steilkurve von Montlhéry - wahrscheinlich eine der steilsten aller Zeiten.


16. Penya Rhin, 30.6.35:
MB: 1. Fagioli, 2 Caracciola

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©Valledor/Los Grandes Premios internacionales de la Penya Rhin:

Eitle Männer unter sich: Mercedes-Starpilot Caracciola und Korpsführer Hühnlein, braungebrannt wie immer (gab's damals schon ein Solarium?)...


Stuck (AU) gewinnt Kesselberg-Bergrennen in Bayern am 30.6.35.

17. GP Belgien, 14.7.35:
MB: 1. Caracciola, 2. Fagioli, Ausfall: Brauchitsch

Bild
©Monkhouse/Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955:

Der Hitlergruß nach dem Sieg für's Vaterland darf natürlich auch in den Ardennen nicht fehlen.


18. GP Deutschland, 28.7.35:
MB: 3. Caracciola, 5. Brauchtisch, 6. Fagioli, 7. Geier, Ausfall: Lang
AU: 2. Stuck, 4. Rosemeyer, 8. Varzi, 9. Pietsch
In einem der berühmtesten GP der Geschichte lässt Nuvolari nicht weniger als 8(!) deutsche Autos hinter sich - deren bitterste Niederlage. Nette Ankedote am Rand: weil man nur mit einem Sieg der Deutschen rechnete, hat man keine italienische Hymne parat - aber der pfiffige Nuvolari führt immer seine eigene Schallplatte mit Hymne mit sich - die Siegerehrung ist gerettet - "Fratelli d'Italia" erklingt!

Bild
©Venables/Alfa Romeo - First among champions:

Meastro Nuvolari himself dirigiert beim Boxenstopp seiner Alfa-Truppe.


19. Coppa Acerbo, 15.8.35:
AU: 1. Varzi, 2. Rosemeyer, Stuck kann nach Motorschaden im Training nicht starten

Bild
©unknown/eBay:

Pescara war ein traumhafter, pittoresker Kurs - aber das ist leider schon längst Vergangenheit.


20. GP Schweiz, 25.8.35:
MB: 1. Caracciola, 2. Fagioli, 6. Lang, Ausfall: Brauchitsch,
Geier muss nach schwerem Trainingsunfall seine Karriere beenden
AU: 3. Rosemeyer, 4. Varzi, 11. Stuck, Pietsch übernimmt das Auto von Stuck

Bild
©Erwin Tragatsch/Die großen Rennjahre 1919-1939:

"Weiß der Geier wo jetzt die andere Hälfte des Mercedes ist...!?" Das Wrack von Hans Geier, nachdem er in ein Zeitnehmerhäuschen raste...


Stuck (AU) gewinnt Schauinsland-Bergennen in Freiburg

21. GP Italien, 8.9.35:
MB: Ausfall: Lang, Brauchitsch, Caracciola, Fagioli
AU: 1. Stuck, 3. Pietsch, Ausfall: Rosemeyer
Alle MB fallen aus - und Stuck kommt zu seinem letzten Sieg.

22. GP Spanien, 22.9.35:
MB: 1. Caracciola, 2. Fagioli, 3. Brauchtisch
AU: 5. Rosemeyer, Ausfall: Varzi, Stuck, Pietsch übernimmt das Auto von Varzi

Bild
©Paris/Mearns/Jean-Pierre Wimille - A bientôt la revanche:

Der Start in San Sebastian. Die Straßenbahn fuhr an diesem Tag selbstverständlich NICHT!


23. Brünn, 29.9.35:
AU: 1. Rosemeyer, Ausfall: Stuck, Varzi, Pietsch übernimmt das Auto von Stuck, dem ein Vogel ins Visier geflogen war
Erster Sieg für Rosemeyer auf dem wahnsinnig engen Kurs gegen schwache Konkurrenz von 6 Nicht-AU-Autos.

Bild
©Burda/Das Autobuch (1956):

Wie immer etwas chaotischer Start in Brünn. Zum Glück ist die Piste bei Start und Ziel so ungefähr 6 m breit - die breiteste Stelle am ganzen, ca. 30(!) km langen Kurs.


Stuck (AU) gewinnt Feldberg-Bergennen in Taunus am 6.10.35.

So, jetzt dauert's wahrscheinlich wieder ein paar Tage bis ich die nächsten zwei Jahre fertig habe. Macht doch mehr Arbeit als man denkt...
Zuletzt geändert von Alfalfa am Do Aug 03, 2006 8:31 am, insgesamt 4-mal geändert.

Beitrag So Nov 20, 2005 1:51 am

Beiträge: 146
Alfalfa hat geschrieben:
Der schwärzeste Tag von Monza:

2 Anmerkungen:
Monza vor dem Umbau in den fünfzigern war ein Oval mit nur geringem Banking, keinen Leitplanken am oberen Rand. wenn man zu weit nach oben kam gings ab....
Zum Unfall gibt es neben der Öl Ursache auch noch andere Theorien, Wasser (es regnete am Vormittag, nicht Öl sondern Bindesand, etc..) endgültig konnte das nie geklärt werden - im Ende effekt war der 10.9.33, ein schlechter Tag für den Motorsport....

Übrigens nette Zusammenfassung

MZ
MZ (=EmZet) nicht verwandt und nicht verschwägert mit MichaelZ
www.v8thunder.com

Beitrag Mo Nov 21, 2005 10:02 pm

Beiträge: 1477
Hallo Alfalfa,
wollte doch mal nachschauen, ob unser altes "Zuhause" noch lebt. Bist ja fleissig am Nachwuchs aufbauen, find' ich gut.

Beitrag Mo Nov 21, 2005 10:59 pm

Beiträge: 8060
Hallo Michael,
habe mich doch bei McRonalds (vorübergehend) abgemeldet - aber der hatte, wie er mir bei der Gelegenheit erzählt hat, sowohl gesundheitliche Probleme (war auch wieder im Krankenhaus) als auch geschäftliche (langsam werden seine Kunden wohl ungeduldig, weil er nicht mehr so recht fit wird). Finde ich sehr schade - kann aber von solchen Problemen auch ein Lied singen. Er hat mir gesagt, er hofft dass sein 'Kreis' (will ich mal sagen) solange einigermaßen weiterläuft, bis es ihm wieder besser geht. Das war jetzt etwas OT, hoffe die Yesterday User werden's mir nachsehen...

Beitrag Mo Nov 21, 2005 11:00 pm

Beiträge: 8060
Ach so, ja, habe speziell über diese Zeit ja viel (oder soll ich sagen alles) von Euch gelernt... :wink:

Beitrag Di Nov 22, 2005 1:25 am

Beiträge: 1477
Alfalfa, hast Mail....

Beitrag Di Nov 22, 2005 12:16 pm

Beiträge: 8060
Michael, jetzt hast Du auch Mail.

So, jetzt aber zurück zum Thema, sonst muss ich mich als Moderator selbst tadeln... :lol:

Beitrag So Dez 25, 2005 7:43 pm

Beiträge: 37341
So um den tollen Thread wieder nach vorne zu holen hab ich kurz was zusammengestellt:

Mercedes vor 1950:
- Debüt: Frankreich GP 1906 mit Camille Jenatzy, Conte Vincenzo Florio
- 1906: Der Deutsche Otto Salzer erreicht durch Rang 9 beim Ardennen GP erstmals die Top 10 für Mercedes
- 1907: Beim Ardennen GP gewinnt Pierre de Caters für Mercedes das erste Rennen. Jenatzy wird 3. Mercedes machte besseren Eindruck als die Deutsche Konkurrenz Benz, Opel und Adler.
- 1908: Der Deutsche Christian Lautenschlager gewinnt den Frankreich GP vor den beiden Benz Piloten Victor Hémery und Rene Hanriot. Mercedes verliert Duell gegen Benz.
- 1911: Beim Amerika GP wird Ralph DePalma hinter den beiden Benz Fahrer David Bruce Brown und Eddie Hearne für Mercedes 3.
- 1913: Frankreich GP werden die beiden Mercedes Piloten Theodore Pilette und Otto Salzer hinter den beiden Delage Y Fahrer Paul Bablot und Albert Guyot 3. bzw. 4.
- 1914: Dreifachsieg für Mercedes. Der Deutsche Christian Lautenschlager gewinnt vor dem Franzosen Louis Wagner und dem Deutschen Otto Salzer.
- 1926: Der Deutsche Rudolf Caracciola gewinnt für Mercedes den Deutschland GP. Er hielt dabei Christian Riecken im NAG und Willy Cleer im Alfa Romeo auf Distanz.
- 1929: Beim ersten Monaco GP der GP Geschichte wird Caracciola im Mercedes hinter den beiden Bugatti Fahrer William Williams und Georges Bouriano 3. Beim Deutschland GP wird der Deutsche August Momberger auf Mercedes Benz 3. Wieder waren 2 Bugattis besser: Louis Chiron und Georges Philippe.
- 1931: Beim Eifel GP gewinnt Caracciola wieder für Mercedes Benz vor Jans Joachim von Morgen im Bugatti und dem 2. Mercedes von Manfred von Brauchitsch. Auch den Deutschland GP gewinnt Caracciola. Louis Chiron und Achille Varzi, jeweils auf Bugatti, komplettieren die ersten 3. Wie der Eifel GP ging auch das GP Rennen auf dem Avusring aus.
- 1932: Den Avus GP gewinnt der Deutsche Von Brauchitsch für Mercedes. Die beiden Deutschen Caracciola (auf Alfa Romeo) und Hans Stuber (auf Bugatti) werden 2. und 3. Von Brauchitsch erreichte dann beim GP Rennen in der Eifel hinter Sieger Caracciola und Bugatti Fahrer René Dreyfus Rang 3.
- 1933: Von Brauchitsch wird beim Eifel GP hinter Sieger Tazio Nuvolari (Alfa Romeo) 2.
- 1934: Diesmal konnte Von Brauchitsch den Eifel GP gewinnen. Dahinter Hans Stuck auf Auto Union und Louis Chiron auf Alfa Romeo. Luigi Fagioli wurde dann im Mercedes beim Deutschland GP hinter Sieger Stuck 2. Caracciola gewann dann für Mercedes den Italien GP vor Stuck und Carlo Trossi in einem Alfa Romeo. Fagioli und Caracciola gelang dann beim Spanien GP ein Doppelsieg vor Tazio Nuvolari für Bugatti.
- 1935: Fagioli gewann den Monaco GP vor den beiden Alfa Romeo Piloten René Dreyfus und Antonio Brivio. Beim Tripoli standen 2 Mercedes Fahrer auf dem Podest: Caracciola gewann, Fagioli wurde hinter Achille Varzi für Auto Union 3. Beim Avus GP wurde Fagioli h inter Sieger Hans Stuck für Auto Union 2. Caracciola gewann dann den Eifel GP vor Bernd Rosemeyer im Auto Union und Chiron auf Alfa Romeo. Beim A.C.F GP erreichte Mercedes mit Caracciola und Von Brauchitsch vor Maserati Fahrer Goffredo Zehender einen Doppelsieg. Caracciola und Fagioli erreichten dann auch beim Belgien GP vor Chiron einen Doppelsieg. Beim Deutschland GP wurde Caracciola als bester Mercedes Pilot nur 3. Sieger war Nuvolari für Alfa Romeo vor Stuck auf Auto Union. Beim Schweiz GP waren aber wieder 2 Mercedes vorne: Caracciola und Fagioli vor Rosemeyer. Alle 3 ersten Plätze gingen beim Spanien GP an Mercedes: Sieger Caracciola vor Fagioli und Von Brauchitsch.
- 1936: Beim Monaco GP gewinnt Caracciola vor den beiden Auto Union Renner von Varzi und Stuck. Beim Tripoli GP wird Fagioli für Mercedes hinter den beiden Auto Union von Varzi und Stuck 3. Beim Tunesien GP aber siegte wieder Caracciola. Die weiteren Podestplätze gingen an Carlo Pintacuda für Alfa Romeo und Jean Pierre Wimille für Bugatti. Beim Pena Rhin GP wurde Caracciola hinter Sieger Nuvolari (Alfa Romeo) 2.
- 1937: Beim Tripoli GP gewinnt der Deutsche Hermann Lang für Mercedes vor den beiden Auto Union Fahrer Rosemeyer und Ernst von Dellius. Caracciola gewann dann vor den beiden erwähnten Auto Union Fahrer den Avus GP. Beim GP Rennen in der Eifel wurden die beiden Mercedes von Caracciola und Von Brauchitsch hinter Sieger Rosemeyer 2. bzw. 3. Den Belgien GP gewannen dann Rudolf Hasse und Stuck vor dem Mercedes Fahrer Lang. Beim Deutschland GP erzielten Caracciola und Von Brauchitsch für Mercedes vor Rosemeyer einen Doppelsieg. Beim Monaco GP holte sich Mercedes alle Plätze auf dem Podium: Von Brauchitsch gewann vor Caracciola und dem Deutschen Christian Krautz. Auch beim Schweiz GP schaffte Mercedes einen Dreifachsieg: Caracciola vor Lang und vor Von Brauchitsch. Beim Italien GP wurde es immerhin ein Mercedes- Doppelsieg durch Caracciola und Lang vor Rosemeyer. Beim Donington GP wurden Von Brauchitsch und Caracciola hinter Rosemeyer 2. bzw. 3.
- 1938: Beim Pau GP erreichte Caracciola für Mercedes hinter Sieger Dreyfus in einem Delayahe Rang 2. Beim Tripoli GP stellte Mercedes wieder die ersten 3 Plätze: Sieger Lang vor Von Brauchitsch und Caracciola. Unter den Piloten, allerdings in anderer Reihenfolge wurden auch die ersten 3 Plätze beim A.C.F. GP verteilt: Vorne Von Brauchitsch, dann Caracciola und Lang. Beim Deutschland GP gewann Dick Seaman vor Teamkollege Caracciola und Stuck auf Auto Union. Beim Schweiz GP wurde aus dem Doppelsieg wieder ein Dreifachsieg: Caracciola, Seaman und Von Brauchitsch waren die 3 Mercedes Fahrer. Beim Italien GP wurde Caracciola hinter Sieger Nuvolari (Auto Union) und dem Alfa Romeo Pilot Giuseppe Farina, Weltmeister von 1950, 3. Beim Donington GP schloss Mercedes die Saison mit einem 2. Platz durch Lang und einem 3. Platz durch Seaman hinter Sieger Nuvolari ab.
- 1939: Die Saison begann beim Pau GP mit einem Mercedes Doppelsieg durch Lang und Von Brauchitsch vor Talbot Pilot Philippe Etancelin. Beim Eifel GP gewann Lang vor Nuvolari und dem 2. Mercedes Fahrer Caracciola. Beim Belgien GP gleiches Bild: Ein Mercedes gewinnt (Lang), dahinter ein Auto Union (Hasse) und auf Rang 3 ein weiterer Mercedes (Von Brauchitsch). Beim Deutschland GP gewann Caracciola vor den Deutschen Hermann Müller (Auto Union) und Paul Pietsch (Maserati). Beim Jugoslawien GP wurde Von Brauchitsch hinter Sieger Nuvolari 2.
- 1940 und 1941 fuhr Mercedes nicht wegen dem Krieg. Damals füllten aber weitere berühmte Namen die GP Szene, wie Studebaker, Alfa Romeo, Mercury, Ford und Bugatti. Von 1942-1944 fuhr gar kein GP Auto. Danach kam erst 1954 wieder Mercedes zurück. Damals unter anderem mit Lang, Juan Manuel Fangio und Karl Kling.

Beitrag Mi Aug 02, 2006 11:08 pm

Beiträge: 8060
Nachdem mir Michael Nachmittag (sozusagen) den Wink mit dem Zaunpfahl gegeben hat, will ich mal hier weiter machen. Wenn's nur nicht immer so mühsam wäre.........

1936:

1936 zählten die Läufe in Monte Carlo (Monaco), Deutschland (Nürburgring), Schweiz (Bremgarten) und Italien (Monza) zur EM. Meister wurde Bernd Rosemeyer (10 pt, 3 Siege) vor Hans Stuck (15 pt), Tazio Nuvolari (17 pt), Achille Varzi (19 pt), Raymond Sommer (21 pt), Rudi Caracciola (22 pt, 1 Sieg), u.s.w.

Die AU hatte, besonders in der Saison 1936, einen ziemlichen 'Sauhaufen' an Piloten (wenn ich das mal so frech sagen darf): die 'Ich-AG' Stuck war schon längere Zeit in die Kritik geraden, weil er sich lieber bei Bergrennen tummelte, als anstrengende GPs zuende zu fahren. Über eine Runde war er der Schnellste von allen, aber nach wenigen Umläufen verließen ihn Kondition und Lust und oft stellte er das Auto mit den merkwürdigsten Begründungen ab. 1937 hatte man dann auch genug von ihm und setzte ihn vor die Tür. Varzi hingegen war eine Primadonna, die im Laufe der Saison 1936 förmlich auseinanderfiel. Der Grund war seine Drogensucht, die ihn mehr und mehr verfallen ließ. Auch von ihm musste man sich trennen, obwohl man ihm mehrfach die Chance zu Rehabilitation gab. Nachwuchspilot Ernst Delius war zwar ein netter Kerl, aber trotz emsigen Bemühens einfach nicht talentiert genug. Rosemeyer fuhr die Ergebnisse der AU in diesem Jahr quasi im Alleingang ein!

Fahrer für MB:
Rudi Caracciola (8 Rennen)
Louis Chiron (7 Rennen)
Manfred Brauchitsch (6 Rennen)
Luigi Fagioli (3 Rennen)
Hermann Lang (3 Rennen)

Fahrer für AU:
Bernd Rosemeyer (11 Rennen)
Achille Varzi (10 Rennen)
Hans Stuck (9 Rennen)
Ernst Delius (7 Rennen)
Rudi Hasse (3 Rennen)

Stuck (AU) gewinnt Bergrennen in La Turbie/F am 9.4.36.

24. GP Monaco, 13.4.36:
MB: 1. Caracciola, Ausfall: Fagioli, Unfall: Chiron, Brauchitsch
AU: 2. Varzi, 3. Stuck, Unfall: Rosemeyer, Delius nach Trainingsunfall nicht am Start
Schlechtes Wetter & ein Massencrash (bei dem auch 3 deutsche Autos ausfallen) prägen den diesjährigen Monaco GP.

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© Christian Moity/Grand Prix Automobile de Monaco, Tome 1, 1929-1955

Massenkarambolage am Hafen (wir hatten neulich schon eine Diskussion darüber).


25. Tripolis, 10.5.36:
MB: 3. Fagioli, 4. Caracciola, 9. Chiron, Ausfall: Brauchitsch
AU: 1. Varzi, 2. Stuck, Ausfall: Rosemeyer
Nuvolari bei schwerem Crash aus dem Auto geworfen - dabei brach er sich einige Knochen. Bei diesem Rennen kommt es wegen der Stallorder zugunsten von Varzi zu einem gewaltigen Eklat.

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© Valerio Moretti/Grand Prix Tripoli 1925-1940

Noch ein großer, faschistischer Selbstdarsteller mit Hang zum Motorsport: Italo Balbo, Gouvaneur von Lybien, schüttelt Hans Stuck die Hand. 1940 starb er durch 'friendly fire' - salopp gesprochen...


26. Tunis, 17.5.36:
MB: 1. Caracciola, Ausfall: Chiron
AU: Ausfall: Rosemeyer, Varzi, Stuck
Teurer Tag für die AU, Varzi zerstörte ein Auto in einem Riesencrash, Rosemeyers Auto fackelte komplett ab.

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© PeterKirchberg/Grand-Prix-Report Auto Union, 1934-1939

Tunis 1936: ein Audi brennt!


Am 6.6.1936 wird Hans Stuck bei Shelsley Walsh Hillclimb in England von Lokalmatador Raymond Mays auf ERA geschlagen - Schande!

27. Penya Rhin, 7.6.36:
MB: 2. Caracciola, 6. Chiron
AU: 4. Delius, 5. Rosemeyer, Varzi trainiert, ist aber mit dem Auto unzufrieden, zickt herum und geht nicht an den Start
Nuvolari verpasst den Deutschen eine Lektion. MB mit Chassis-Problemen. Letztes Spanien-Rennen vor dem Bürgerkrieg.

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©Valledor/Los Grandes Premios internacionales de la Penya Rhin

Schnappschuss fürs Familienalbum: Rosemeyer im Alfa Romeo von Nuvolari.


28. Eifelrennen, 14.6.36:
MB: 5. Lang, 6. Chiron, Ausfall: Brauchitsch, Caracciola
AU: 1. Rosemeyer, 7. Varzi, 8. Stuck, 9. Delius, Hasse testete
Zur 'Belohnung' für den Sieg wurde Rosemeyer von Himmler zum SS.Obersturmführer befördert!

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© Monkhouse/Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955

...das war jenes berühmt/berüchtigte Nebel-Regenrennen.


29. Ungarn, 21.6.36:
MB: Ausfall: Chiron, Unfall: Brauchitsch, Caracciola
AU: 2. Rosemeyer, 3. Varzi, 5. Stuck. Delius übernahm das Auto von Stuck
Noch eine Nuvolari-Lektion für einen etwas demotiviert wirkenden Rosemeyer in einem Budapester Park - hat mit der aktuellen Rennstrecke überhaupt nix zu tun.

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© Cesare de Agostini/Nuvolari - the legend lives on

Der winzige Nuvolari geht in dem mächtigen Alfa förmlich unter.


30. Milano, 28.6.36:
AU: 2. Varzi
Auf dem engen Kurs kann der AU seine Vorteile nicht ausspielen - und Nuvolari gewinnt schon wieder, wobei er seinen alten Freund und Rivalen Varzi in Grund und Boden fährt.

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© unknown

Nuvolari und Varzi spielen Igel und Hase: Novolari war immer schon da!


Rosemeyer (AU) gewinnt Schauinsland-Bergennen in Freiburg vor Delius (AU) am 13.7.36.

31. GP Deutschland, 26.7.36:
MB: 5. Lang, 7. Brauchitsch, Ausfall: Lang, Chiron, Caracciola, Zehender trainiert, nimmt aber am Rennen nicht teil
AU: 1. Rosemeyer, 2. Stuck, 4. Hasse, 6. Delius

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© PeterKirchberg/Grand-Prix-Report Auto Union, 1934-1939

Mannsohe Kränze für den überlegenen Sieger Rosemeyer.


32. Coppa Ciano, 2.8.36:
AU: 4. Rosemeyer, Ausfall: Stuck, Varzi
Kein MB am Start, AU ziemlich übel vermöbelt (trotz 3-fach Führung) von einem entfesselt fahrenden Nuvolari, der nach einem Motorschaden in Runde 1 das Auto von Pintacuda übernimmt und das Feld von hinten aufrollt.

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© Enzo Ferrari/Piloti, che gente...

Runde 1: noch sitzt Pintacuda am Steuer des späteren Siegerfahrzeugs...


33. Coppa Acerbo, 15.8.36:
AU: 1. Rosemeyer, 2. Delius, 3. Varzi, Stuck kann nach schwerem Trainingsunfall & Schock nicht starten
MB nicht am Start. Varzi muss 4 Boxenstopps wegen verschlissener Reifen machen!

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© Nigel Roebuck/Stars der Formel 1

So sahen Reifenschäden in den 30er Jahren sahen: Varzi schützt sich mit der Hand vor umherfliegenden Gummiteilen.


34. GP Schweiz, 23.8.36:
MB: 4. Lang, Ausfall: Brauchitsch, Caracciola, Fagioli
AU: 1. Rosemeyer, 2. Varzi, 3. Stuck, 5. Hasse, Delius übernimmt das Auto von Hasse
Heftiger Streit nach dem Rennen zwischen Caracciola & Rosemeyer, der sich behindert fühlt. Nach dem Rennen zieht sich Mercedes für den Rest der Saison vom GP-Sport zurück, um sich - der offiziellen Leseart zufolge - für die Saison '37 zu organisieren. Die AU-Teamleitung findet bei einer heimlichen Durchsuchung von Varzis Hotelzimmer Drogen. Langsam reicht's ihnen!

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© Adriano Cimarosti/Das Jahrhundert des Rennsports

Wiegeprozdeur in Bremgarten 1936 - die Reifen müssen sicherheitshalber runter!


35. GP Italien, 13.9.36:
AU: 1. Rosemeyer, 3 Delius, Ausfall: Varzi, Stuck, Hasse übernimmt das Auto von Varzi.
Varzi bekommt seine letzte Chance bei AU, aber die Drogensucht hat seine Leistungsfähigkeit zu weit reduziert. Kein neuer Vertrag für ihn. Spektakulärer Salto von Stuck - glücklicherweise ohne Folgen für ihn.

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© Nixon/Robert Fellowes Collection

Mein Lieblingsbild! Die beiden Selbstdarsteller Bernd Rosemeyer & Elly Beinhorn, sowie der stets auf Fotos etwas dämlich wirkende Ernst Delius, der von den beiden wie eine Art Schoßhündchen gehalten wurde - mit DAMENHANDTASCHE! Aufgenommen im Park von Monza.


Rosemeyer (AU) gewinnt Feldberg-Bergennen/Taunus am 27.9.36

In Kürze geht's weiter...

Beitrag Do Aug 03, 2006 1:13 pm

Beiträge: 37341
Hätte nicht gedacht, dass du doch noch weiter machst! Naja sind ja nur noch ein paar Jahre. Vielleicht könntest du aber auch noch was über die Comebackversuche von Auto Union und Mercedes Benz während des Krieges schreiben, müsste so 1941 gewesen sein.

Beitrag Do Aug 03, 2006 1:28 pm

Beiträge: 8060
Kommt alles noch - eins nach dem anderen... :wink:

Beitrag Do Aug 03, 2006 1:33 pm

Beiträge: 37341
Jaja, nur keine Hetze. Die Toyota Geschichte würde ich momentan so wie so erstmal interessanter finden! :wink:

Beitrag Do Aug 03, 2006 2:43 pm

Beiträge: 8060
MichaelZ hat geschrieben:
Hätte nicht gedacht, dass du doch noch weiter machst!

Da kann ich nur eins dazu sagen: Yesterday schläft nie. Aber solche Berichte sind immer mit einem ziemlichen Aufwand verbunden - denn es sollen ja nicht zu viel Fehler drinnen sein - und man hat nicht immer die Zeit und Energie für so etwas.

Beitrag Do Aug 03, 2006 9:52 pm

Beiträge: 37341
Ja ich weiß dass ein ziemlicher Aufwand dahinter steckt, und nachdem deine Artikel doch deutlich interessanter und mit deutlich mehr Infos gespickt sind, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das sehr aufwändig ist. Deshalb nochmal RESPEKT für deine Arbeit für Yesterday!

Beitrag Sa Aug 05, 2006 9:54 pm

Beiträge: 8060
So, dann will ich mal hier mit einem Jahr (1937) weiter machen - auch wenn das Interesee nicht sehr groß scheint - aber ich will es jetzt zu einem Ende bringen...

1937:

1937 ist das letzte Jahr der sogenannten 750 kg-Formel - und sieht die stärksten GP-Fahrzeuge bis dahin. Erst irgendwann in der 3-l-Formel sollten diese Leistungen überboten werden - die reinen Motorleistung wahrscheinlich erst von den Turbomotoren, aber vielviel PS die Kompressoren der bärenstarken MB und AU fraßen wissen wohl nur die Götter, bzw. Eingeweihte.

1937 zählten die Läufe in Belgien (Spa), Deutschland (Nürburgring), Monaco(Monte Carlo), Schweiz (Bremgarten) und Italien (Livorno) zur EM. Meister wurde Rudi Caracciola (13 pt, 3 Siege) vor Manfred Brauchitsch (15 pt, 1 Sieg), Christian Kautz (19 pt), Hermann Lang (19 pt), Hans Stuck (20 pt), Raymond Sommer (27 pt), Rudi Hasse (28 pt, 1 Sieg), u.s.w.

Fahrer für MB:
Manfred Brauchitsch (11 Rennen)
Rudi Caracciola (11 Rennen)
Hermann Lang (9 Rennen)
Dick Seaman (7 Rennen)
Christian Kautz (6 Rennen)
Goffredo Zehender (2 Rennen)

Fahrer für AU:
Bernd Rosemeyer (13 Rennen)
Rudi Hasse (8 Rennen)
Hans Stuck (8 Rennen)
Ernst Delius (7 Rennen)
H.P. Müller (7 Rennen)
Luigi Fagioli (4 Rennen)
Tazio Nuvolari (1 Rennen)
Achille Varzi (1 Rennen)

36. Südafrika GP 1.1.37 (Handicap-Rennen)
AU: 5. Rosemeyer, Ausfall: Delius
AU am Neujahrs-Tag klar die schnellsten, aber die Südafrikaner lieben (wie die Briten) 'Underdogs' & 'Fair-Play' und veranstalten daher ein Handicap-Rennen - Rosemeyer & Delius sind chancenlos. Lustig war's trotzdem am 'Kap der guten Hoffnung'.

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© internet / TNF

Rennamazone Kay Petre (hier im AU von Delius) wurde eine heiße Affäre mit Rosemeyer nachgesagt. Elli war wohl gerade 'ausgefolgen'...


37. Grosvenor GP 16.1.37:
AU: 1. Delius, 2. Rosemeyer
Jetzt gewann die AU - und da Rosemeyer ein deutlich höheres Handicap hatte als Delius (warum eigentlich?) gewann der 'kahle' Ernst sein einziges Rennen.

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©Mark Stewart, Norman Reich / Sun on the grid

Delius und Rosemeyer - das AU-Double in Südafrika - mit dem Rest der AU-Truppe.


38. Tripolis 9.5.37:
MB: 1. Lang, 6. Caracciola, 7. Seaman, Ausfall: Brauchitsch
AU: 2. Rosemeyer, 3. Delius, 4. Stuck, 5. Fagioli.
Lang fast von Rosemeyer eingeholt, weil man ihm falsche Boxensignale gab (man glaubte Rosemeyer bei MB überrundet). Fagioli (inzwischen von MB zu AU gewechselt), der sich von Caracciola behindert fühlt, geht nach dem Rennen mit einem Vorschlaghammer(!) auf den Deutschen los! 15 Jahre später entschuldigt er sich dafür!

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© George C. Monkhouse / Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955

Rennen wie in einer anderen (afrikanischen) Welt - unten saust Dick Seaman vorbei, ein Brite auf MB!


39. Avusrennen 30.5.37:
MB: 1. Lang, 5. Seaman, Ausfall: Caracciola, Brauchitsch, Zehender trainiert, nimmt aber am Rennen nicht teil
AU: 2. Delius, 3. Hasse, 4. Rosemeyer, Ausfall: Fagioli
High-Speed-Rennen auf dem neu erbauten Steil-Oval bei dem die Deutschen unter sich sind - daher in Rennen von fragwürdiger Qualität. Es wurden nur drei kurze Läufe à 30 min. ausgetragen, weil man um die Haltbarkeit der Reifen fürchtet, trotzdem eines der schnellsten Rennen aller Zeiten.

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© Richard Kitschigin / Die Avus Story

Na, habt Ihr den Mann auf der rechten Seite erkannt? Klar, Joseph Goebbels gibt sich auf der Avus die Ehre.


40. Rio de Janeiro 6.6.37:
AU: 2. Stuck
Stuck, der im GP-Team mehr und mehr unten durch ist, macht einen (mit attraktivem Preisgeld versüßten) Trip nach Südamerika - und wird auf dem winkligen Kurs am Zuckerhut überraschend von Pintacuda auf Ferrari gebügelt. Seine Zeit als GP-Star ist endgültig abgelaufen und zum Jahresende setzt man in bei der AU vor die Tür.

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© Enzo Ferrari / Piloti, che gente...

Watschen für Hans Stuck am Zuckerhut - er konnte Pintacudas Ferrari auf dem engen Kurs nicht folgen.


41. Eifelrennen 13.6.37:
MB: 2. Caracciola, 3. Brauchitsch, 6. Lang, 9. Kautz, Ausfall: Seaman
AU: 1. Rosemeyer, 4. Hasse, 7. Müller, 10. Delius, Fagioli wegen Krankheit (Rheuma - plagt ihn das ganze Jahr) nicht am Start

42. Milano 20.6.37:
AU: 4. Hasse
Ohne Spitzenpilot ist auch mit AU nichts los. 3 Alfas 'vermöbelen' den unglücklichen & überforderten Hasse!

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© Burda / Das Autobuch (1956)

Start in Mailand - aber wo ist der AU?!


43. Vanderbilt Cup 5.7.37
MB: 2. Seaman, Ausfall: Caracciola
AU: 1. Rosemeyer, 4. Delius
Fast zeitgleich mit dem GP von Belgien stattfindend, daher teilt man die Teams von AU und MB. Die A-Mannschaft ist (obwohl Belgien zu Fahrer-EM zählt) in Amerika, weil es da das große Geld zu verdienen gibt. Die Deutschen dominierten, nur Rex Mays mit seinem Eigenbau-Alfa erstaunlich stark. Für den Sieg gab's mal wieder eine Beförderung für Rosemeyer -> zum SS-Hauptsturmführer.

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© Brock Yates & Smith Hempstone Oliver / Vanderbilt Cup Race 1936 & 1937 Photo Archive

Der Hitlergruß gehört auch in den USA dazu - allerdings herrscht Uneinigkeit wo Osten ist... oder bringe ich da etwas durcheinander...?


44. GP Belgien 11.7.37:
MB. 3. Lang, 4. Kautz, Ausfall: Brauchitsch
AU: 1. Hasse, 2. Stuck, Ausfall: Müller
Die B-Fahrer balgen sich in den Ardennen um EM-Punkte. Hasse kommz zu einem völlig überraschenden Sieg. Brauchitschs Autos wollte beim Start nicht anspringen - danach verwendete MB transportable Elektrostarker - sehr modern!

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© George C. Monkhouse / Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955

Erste Reihe in Belgien - es ist mal wieder nass.


45. GP Deutschland 25.7.37:
MB: 1. Caracciola, 2. Brauchitsch, 6. Kautz, 7. Lang, Ausfall: Seaman, Bäumer & Brendel trainierten, nahmen aber nicht am Rennen teil
AU: 3. Rosemeyer, 5. Hasse, Ausfall: Delius (tödlich verunglückt), Stuck, Müller
Nicht weniger als 10 deutsche Autos am Start! Delius verunglückt bei einem Zusammenstoß mit Seaman tödlich. Er war ein netter Zeitgenosse, aber kein großer Rennfahrer. Häufig sah man ihn mit den Rosemeyers herumziehen, die ihn wie ein 'Hofnarren' hielten. Wie bei Peterson sprach man nachher von einem Kunstfehler der Ärzte.

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© George C. Monkhouse / Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955

Das Wrack des AU von Delius.


Stuck (AU) gewinnt Schauinsland-Bergrennen in Freiburg vor Rosemeyer (AU), Caracciola (MB) und Lang (MB) am 2.8.37 (manche Quellen nennen auch den 1.8.37).

Stuck (AU) gewinnt Bergrennen in La Turbie am 5.8.37.

46. GP Monaco 8.8.37:
MB: 1. Brauchitsch, 2. Caracciola, 3. Kautz, 5. Zehender, (Lang krank, Seaman verletzt)
AU: 4. Stuck, Ausfall: Rosemeyer, Hasse (beide Unfall)
Brauchitsch pfeift auf die Teamorder und gewinnt vor Caracciola. Doch der nahm's ihm nicht krumm.

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© Rolf L. Temming / Tempo 300

Falsche Reihenfolge: Brauchitsch vor Caracciola.


47. Coppa Acerbo 15.8.37:
MB: 2. Brauchitsch, Ausfall: Caracciola, Seaman nach schwerem Trainingsunfall nicht am Start
AU: 1. Rosemeyer, 3. Müller, 4. Fagioli, Ausfall: Stuck
Alfa setzt wieder ein eigenes Werksteam ein - die Scuderia Ferrari wird nicht mehr gebraucht. Komischerweise fahren beide Teams eine Zeit lang Parallel-Einsätze. Rosemeyer fährt Pole mit kurzen Hosen & Sandalen - und gewinnt danach noch das Rennen.

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© George C. Monkhouse / Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955

Das sieht nicht gut aus: Seamans heftiger Trainingsunfall zwingt ihn zur unfreiwilligen Pause (weil kein Ersatzwagen für ihn bereit steht).


48. GP Schweiz 22.8.37:
MB: 1. Caracciola, 2. Lang, 3. Brauchitsch, 6. Kautz
AU: 4. Stuck, 5. Nuvolari, 7. Fagioli, Ausfall: Rosemeyer (disq.)
Nuvolari versucht sich für ein Mal am Steuer des AU - kommt aber mit der Heckschleuder (noch) nicht zurecht. Carraciola rächt sich an Rosemeyer für die Schmach vom Vorjahr. Fagioli muss wegen anhaltender Rheuma-Probleme seine Karriere beenden (nimmt sie nach dem Krieg aber gleichwohl wieder auf).

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© Erwin Tragatsch / Die großen Rennjahre 1919-1939

Nuvolari hat Probleme mit dem vor ihn ungewohnten Heckmotor AU - aber im Cockpit sieht er immer noch cool aus, oder...?!


49. GP Italien 12.9.37:
MB: 1. Caracciola, 2. Lang, 4. Seaman, Ausfall: Kautz, Brauchitsch
AU: 3. Rosemeyer, 5. Müller, 6. Varzi, 9. Stuck, Hasse übernimmt das Auto von Stuck, Stuck wird nach dem Rennen von der AU gefeuert, weil er wieder mal aufgibt.
Ausnahmsweise nicht Monza! Die Italiener versprechen sich auf dem engen Kurs von Livorno einen Vorteil - und ernten einen deutschen 6-fach Sieg! Der neue Alfa floppt. Letzte Chance für Varzi bei der AU - er vertut sie!

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© George C. Monkhouse / Mercedes-Benz Grand Prix 1934-1955

Ein Seemann mit Hakenkreuzflagge führt die MB auf der Fahrer/Auto-Parade.


50. Brünn 26.9.37:
MB: 1. Caracciola, 2. Brauchitsch, 4. Seaman, Ausfall: Lang.
AU: 3. Müller, Ausfall: Rosemeyer, Varzi trainierte, nimmt aber am Rennen nicht teil, Hasse war krank
Letztes Vorkriegsrenen in Brünn - die (ungeeignete) Strecke ist damit erst mal raus. Nach schwerem Unfall mit 2 Toten und 12 Verletzten flieht Lang heimlich aus dem Land um nicht verhaftet zu werden! Es kommt tatsächlich zur Anklage - erst Jahre nach Ende des WWII wird der Prozess eingestellt.

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© Ferrari World 3/92

Nuvolari verliert ein Rad - sein letztes Rennen für Ferrari.


51. Donington 2.10.37:
MB: 2. Brauchitsch, 3. Caracciola, Ausfall: Seaman, Lang, Kautz trainierte, nimmt aber am Rennen nicht teil
AU: 1. Rosemeyer, 4. Müller, 5. Hasse
Die Briten kriegen einen Eindruck vom deutschen Blitzkrieg - die Silbernen fahren alles in Grund und Boden. Nach dem Rennen gibt's Ärger weil AU-Mechaniker auf einen Sieg von Rosemeyer gewettet hatten - und die Briten sich weigern den Gewinn für den Sieg des Underdogs (die hatten noch nie etwas von einem Rosemeyer gehört) zu zahlen.

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© internet/unknown

Brauchitsch gratuliert dem Sieger Rosemeyer. Rechts der lange Hasse, der während des Krieges an der Front starb.

Beitrag Sa Aug 05, 2006 10:23 pm

Beiträge: 37341
auch wenn das Interesee nicht sehr groß scheint - aber ich will es jetzt zu einem Ende bringen...


Oh doch, also von meiner Seite ist das Interesse sehr groß!!!!

Tolle Arbeit! Danke! :D)

Beitrag Sa Aug 05, 2006 10:25 pm

Beiträge: 37341
AU am Neujahrs-Tag klar die schnellsten, aber die Südafrikaner lieben (wie die Briten) 'Underdogs' & 'Fair-Play' und veranstalten daher ein Handicap-Rennen - Rosemeyer & Delius sind chancenlos. Lustig war's trotzdem am 'Kap der guten Hoffnung'.


Wie lief den dieses Handicap Race ab?

Beitrag Sa Aug 05, 2006 10:26 pm

Beiträge: 8060
Ja, Dein Interesse weiss ich auch zu schätzen.

Beitrag Sa Aug 05, 2006 10:33 pm

Beiträge: 37341
Nicht weniger als 10 deutsche Autos am Start! Delius verunglückt bei einem Zusammenstoß mit Seaman tödlich. Er war ein netter Zeitgenosse, aber kein großer Rennfahrer. Häufig sah man ihn mit den Rosemeyers herumziehen, die ihn wie ein 'Hofnarren' hielten. Wie bei Peterson sprach man nachher von einem Kunstfehler der Ärzte.


Zu dem Unfall habe ich folgendes geschrieben:

Beim Deutschland GP gibt es mit Ernst van Delius einen tödlichen Unfall. Der damals 25 Jahre alte Deutsche crashte mit seinem Auto Union mit dem Mercedes Fahrer Dick Seaman. Während Seaman mit Verletzungen (unter anderem eine gebrochene Nase) davon kommt, verstirbt Von Delius. Der Unfall passierte in der 6. Runde, genau in dieser Runde platzte auch der Motor des Deutschen Hans Stuck, ein Teamkollege von Ernst von Delius. Ein weiterer Teamkollege war der Deutsche Bernd Rosemeyer. Der wurde hinter den beiden Mercedes Benz Fahrer Rudolf Caracciola und Manfred von Brauchitsch 3.

Beitrag Sa Aug 05, 2006 10:36 pm

Beiträge: 37341
Alfa setzt wieder ein eigenes Werksteam ein - die Scuderia Ferrari wird nicht mehr gebraucht. Komischerweise fahren beide Teams eine Zeit lang Parallel-Einsätze.


Ich kann die Einsätze von Alfa Romeo und von Scuderia Ferrari in der Zeit damals überhaupt nicht auseinander halten. Der Thread, den ich kürzlich aufgemacht habe (ferraris Anfänge im GP Sport) gab auch nur ein wenig Aufklärung.

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