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1000 Grand Prix - die skurilsten Fakten

Das Formel 1 Forum früherer Tage...
Beitrag Mittwoch 16. Januar 2019, 08:48

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Wir haben beim Grand Prix von China 2019 den 1000. Grand Prix, besser gesagt das 1000. WM-Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft. Wobei die ja anfangs Automobil-Fahrer-WM genannt wurde, weil zum Teil ja auch Formel-2-Autos zugelassen waren und das Indy 500 dazugerechnet wurde.

Jedenfalls sollte das Anlass genug sein, dieses Forum hier mal wieder zum Leben zu erwecken. Ich fange mal an mit den skurilsten Fakten – da mkommt regelmäßig ein neuer rein, gern könnt aber auch ihr welche ergänzen:

1. Den besten Startplatz in der Formel 1, ohne aber je zu einem Rennen angetreten zu sein, erzielte offiziell Lotus-Gründer Colin Chapman! Der spätere Erfolgs-Teamchef und geniale Konstrukteur hätte beim Großen Preis von Frankreich 1956 von Startplatz fünf aus ins Rennen gehen sollen. Doch vor dem Rennen trat ein Bremsdefekt an seinem Vanwall auf und Chapman krachte in Mike Hawthorn. Obwohl Chapman auch ein begnadeter Rennfahrer war (trat auch zwei Mal für Lotus bei den 24 Stunden von Le Mans an), erzielte die Quali-Zeit damals allerdings Harry Schell in Chapmans Vanwall. So etwas war in der Steinzeit der Formel 1 noch möglich. Den Platz bekam Chapman nur, weil Stammfahrer Maurice Trinitgnant das Rennen für Bugatti bestritt – dem einzigen WM-Rennen des französischen Herstellers, der in den 20er Jahren so viele Grands Prix gewann, in der Formel 1.

Beitrag Donnerstag 17. Januar 2019, 09:27

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2. Dank Fernando Alonso ist die Triple Crown des Motorsports wieder zum Thema für Rennfahrer geworden. Sie vereint Siege bei den drei historischen Rennen Monaco, Indy und Le Mans. Nur Graham Hill hat das bis heute geschafft. Gewinnt Alonso 2019 mit McLaren die 500 Meilen von Indianapolis, gesellt sich der Spanier hinzu. Der letzte Fahrer, der aber in einer Saison alle drei Rennen bestritt, war 1970 Jack Brabham (Monaco Zweiter im Brabham-Ford, Indy 13. Im Brabham-Offenhauser, Le Mans Ausfall im Matra-Simca).

Beitrag Freitag 18. Januar 2019, 16:42

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3. Beim Monaco-GP 2018 kamen erstmals die ersten sechs Fahrer in der Reihenfolge ins Ziel, die auf genau diesen Plätzen auch gestartet sind. Da gab es schon ganz andere Rennen. Der einzige Grand Prix, bei dem alle Piloten auf den ersten sechs Plätzen auf einem zweistelligen Startplatz losbrausten, war der Südafrika-GP 1978. Sieger Ronnie Peterson (Lotus-Ford) stand am Start beispielsweise auf Rang zwölf.

Beitrag Sonntag 20. Januar 2019, 19:32

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4) Kondomhersteller wird zum Streitfall
Die 70er Jahren war die Ära der Fahrer-Playboys à la James Hunt. Aber es war auf der anderen Seite auch eine prüde Ära. Als Alan Jones‘ Surtees-Ford den Kondomhersteller Durex als Sponsor präsentierte, wollte das englische Fernsehen den Großbritannien-GP 1976 erst nicht übertragen. Erst nach langem Hin und Her gab das TV nach...

Beitrag Montag 21. Januar 2019, 15:54

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5. Beim Deutschland-GP 1953 waren nicht weniger als 34 Autos am Start – darunter 14 Fahrer aus Deutschland! Es gewann Giuseppe Farina im Ferrari. Nur, weil die Rennstrecke über 20 Kilometer lang war, wurden so viele Autos zugelassen. 1989 meldeten sich pro Grand Prix 39 Fahrer, aber nur 26 durften starten. Das kleinste Starterfeld waren die sechs Bridgestone-Piloten beim USA-GP 2005 – alle Michelin bereiften Autos konnten nicht fahren, weil die Pneus den Belastungen in der Steilkurve nicht standgehalten haben. Es siegte Michael Schumacher im Ferrari. Beim Argentinien-GP 1958 waren nur zehn Autos gemeldet, Sieger war Stirling Moss im Cooper-Climax.

Beitrag Dienstag 22. Januar 2019, 11:25

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6. Seit 2005 schreibt das Formel-1-Reglement ein Motorkonzept vor – das immer wieder geändert wird. Seit 2014 kommen die 1,6-Liter-V6-Turbohybrids zum Einsatz. Früher konnten verschiedene Motorkonzepte verwendet werden. Beim Italien-GP 1966 traten letztmals fünf Konzepte gegeneinander an: Climax brachte einen Vierzylinder an den Start, Ferrari einen Sechszylinder, Repco einen Achtzylinder, Maserati und Honda einen Zwölfzylinder und BRM sogar einen 16-Zylinder!

Beitrag Dienstag 22. Januar 2019, 18:02

Beiträge: 1286
MichaelZ hat geschrieben:
2. Dank Fernando Alonso ist die Triple Crown des Motorsports wieder zum Thema für Rennfahrer geworden. Sie vereint Siege bei den drei historischen Rennen Monaco, Indy und Le Mans. Nur Graham Hill hat das bis heute geschafft. Gewinnt Alonso 2019 mit McLaren die 500 Meilen von Indianapolis, gesellt sich der Spanier hinzu. Der letzte Fahrer, der aber in einer Saison alle drei Rennen bestritt, war 1970 Jack Brabham (Monaco Zweiter im Brabham-Ford, Indy 13. Im Brabham-Offenhauser, Le Mans Ausfall im Matra-Simca).


Setzt Montoya beim 24h Rennen in einen Toyota und er hat die auch :D)

Beitrag Dienstag 22. Januar 2019, 20:54

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Bellerophon hat geschrieben:
Setzt Montoya beim 24h Rennen in einen Toyota und er hat die auch :D)

Stimmt... Wobei dann Alonso immer noch den GrandSlam hätte - oder wie das heißt wenn Du im Tennis alle 4 gewinnst - weil er ja noch die F1-WM hätte...

Beitrag Mittwoch 23. Januar 2019, 15:28

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Montoya kommt halt nicht in den Toyota, was ich auch schade finde. Aber dem ist die Triple Crown, sagt er zumindest, auch eher Wurscht. Er hatte ja mal einen LMP1-Test für Porsche, als Porsche noch dabei war, aber war da wohl nicht schnell genug oder was auch immer.

Beitrag Mittwoch 23. Januar 2019, 15:46

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7. Heute sind Kundenautos verbannt und die Teams dürfen maximal zwei Autos an den Start bringen. In den 50er Jahren setzte Ferrari beim Heimspiel in Monza bis zu sieben Autos ein. Den Rekord der meisten Autos eines Herstellers bei einem Rennen hält aber Cooper: in England 1959 und 1960, sowie beim USA-GP 1960 waren es jeweils zwölf Boliden. Allerdings waren zum Teil unterschiedliche Motoren verbaut – von Climax, Maserati, Castellotti und Borgward.

Beitrag Donnerstag 24. Januar 2019, 13:29

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8. Das nennt man dann wohl ausgeglichenes Feld: Beim Großbritannien-GP 1981 landeten elf Teams auf den ersten elf Plätzen (McLaren mit Sieger John Watson, Williams, Ligier, Tyrrell, Brabham, ATS, March, Osella, Renault, Arrows und Theodore.

Beitrag Freitag 25. Januar 2019, 15:54

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9. Bekannter Fahrer beim deutschen ATS-Team 1981: Slim Borgudd. Er saß in den Studioaufnahmen der Kult-Rockgruppe Schwedens am Schlagzeug! ABBA sponserte das Team auch. Borgudd erzielte beim britischen Grand Prix Rang sechs und damit einen Punkt. Der Schwede vergleicht: „Rennfahren hat Timing, Rhythmus, Tempo – genau wie, wenn du am Schlagzeug hockst.“

Beitrag Samstag 26. Januar 2019, 19:18

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10. Dass Jacques Villeneuve und Michael Schumacher nicht die dicksten Freunde waren, ist kein Geheimnis. 1997 führten die beiden ein erbittertes Duell um den Titel, mit dem berühmten Schumi-Rammstoß im Finale in Jerez. Rein statistisch war das Duell historisch: Denn die beiden standen nie zusammen auf dem Podest! Das war bei zwei Titelrivalen sonst nie der Fall.

Beitrag Sonntag 27. Januar 2019, 18:06

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11. Gewinnen wirklich immer die gleichen? Mag sein, dass Lewis Hamilton seit zwölf Jahren immer mindestens ein Rennen gewonnen hat, aber das war nicht immer so: 1962 gewann nicht ein einziger der Vorjahressieger ein Rennen: Weltmeister Phil Hill holte mit Ferrari nur drei Podestplätze, Wolfgang Graf Berghe von Trips starb beim Monza-Rennen 1961, Stirling Moss trat zurück. Innes Ireland wurde von Lotus-Boss Colin Chapman auf die Straße gesetzt und musste sich in erfolglosen Privatteams herumschlagen und Giancarlo Baghetti trat nur bei vier Rennen an.

Beitrag Donnerstag 31. Januar 2019, 18:37

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12. Der GP Niederlande in Zandvoort 1961 war nicht der einzige GP wo alle gestarteten Fahrer auch die Zielflagge bekamen So sahen z.B. auch in Japan 2016 alle Gestarteten die Zielflagge. Aber in Zandvoort 1961 waren einmalig auch die Mechaniker zum Nichtstun verurteilt. 15 Fahrer starteten, kein Boxenstop und alle 15 waren im Ziel, wenn auch mit bis zu 3 Runden Rückstand.

Beitrag Donnerstag 31. Januar 2019, 18:44

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13. Mike Hawthorn im Ferrari mit seinem einzigen Sieg beim GP Frankreich und Keke Rosberg im Williams beim GP Schweiz (in Dijon also auch in Frankreich) reichte jeweils 1 Sieg zum Weltmeistertitel, während die 10 Siege von Lewis Hamilton 2016 nur zum Vize-Champion reichten, weil ausgerechnet Nico Rosberg mit "nur" 9 Siegen Weltmeister wurde.

Beitrag Donnerstag 31. Januar 2019, 19:00

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14. Die Taylors - ein häufiger Name in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Beim GP von Großbritannien 1959 in Aintree tauchten 4 Taylors in einem GP-Training auf: Trevor, Michael und Henry in privaten Coopers und Dennis in einem privaten Lotus. Alle vier tauchten erstmals an einem WM-Lauf-Wochenende auf, alle mit F2-Wagen, wobei sich nur Michael und Henry fürs Rennen qualifizierten. Übrigens gab es noch einen John Taylor, der aber erst 1964 in Brands Hatch debütierte und 1966 auf dem Nürburgring tödlich verunglückte. Verwandt sind alle 5 Taylors nicht miteinander.

Beitrag Freitag 1. Februar 2019, 12:32

Beiträge: 38710
Ja das mit den Taylors stand in dem Statistik-Buch, das vor 2 Jahren erschienen ist. Danke für die Ergänzungen.


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