WEC - Shanghai: Ford glänzt, Gegner im Unglück

Die GTE-Reaktionen nach dem Shanghai-Rennen

Ford obenauf, während Aston Martin, Ferrari und Porsche von Anfang an gehandicapt waren. So blicken die GT-Hersteller auf das WEC-Rennen in Shanghai zurück.
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Motorsport-Magazin.com - Die GT-Verhältnisse waren beim WEC-Rennen in Shanghai 2016 klar. Ford war in der Hierarchie ganz oben und überließ Ferrari und Aston Martin den Kampf um die Verfolgerplätze. Trotzdem boten die GT-Klassen auch in China wieder tolles Racing. Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick auf das 6-Stunden-Rennen der einzelnen GT-Hersteller:

Die Highlights der 6 Stunden von Shanghai 2016: (03:13 Min.)

Aston Martin in Shanghai

Aston Martins Rennen wurde in Shanghai schon früh ruiniert. Sowohl Thiim/Sörensen, als auch Stanaway/Turner waren Opfer des Startunfalls. Sie waren es, in die sich der #45-Manor mit Mathias Beche am Steuer hineindrehte. Schon bald danach war Feierabend für den arg beschädigten #97-Aston um Stanaway/Turner. Thiim/Sörensen dagegen hatten Glück im Unglück und konnten das Rennen fortsetzen. Für sie reichte es am Ende sogar noch dazu, den Pro-Porsche sowie den #71-Ferrari hinter sich zu halten und den vierten Platz nach Hause zu fahren. Besser lief es für Aston Martin da schon bei den Amateuren, Dalla Lana/Lamy/Lauda feierten bereits ihren fünften Saisonsieg und erhalten sich damit noch die theoretische Chance auf den WM-Titel.

WEC Shanghai 2016: Aston Martins Bilanz nach dem Rennen: (01:15 Min.)

Ferrari in Shanghai

Auch wenn ich am Start den Ford #66 überholen konnte, wusste ich, dass ich keine Chance hatte, vorne zu bleiben.
Gianmaria Bruni

Klare zweite GT-Kraft in Shanghai war Ferrari. Den Ford konnte man nichts entgegensetzen, doch immerhin wurden Aston Martin und Porsche geschlagen. Bruni/Calado übernahmen nach dem Startchaos zwar kurz die Führung, wurden aber schnell wieder von den Ford kassiert. "Auch wenn ich am Start den Ford #66 überholen konnte, wusste ich, dass ich keine Chance hatte, vorne zu bleiben", so ein desillusionierter Gianmaria Bruni. Immerhin zeigte der Italiener im Kampf um Platz drei gegen den Aston Martin #95 das Überholmanöver des Rennens. Bruni blieb in Kurve eins außen neben dem Aston Martin und hatte so für Turn zwei die Innenbahn.

Mit Platz drei holten Bruni/Calado das Maximum heraus - Foto: Ferrari

Doch mehr als Platz drei war nicht drin für den Ferrari #51. Nicht so reibungslos verlief es für das Schwesterauto #71. Rigon/Bird zogen sich durch den Startcrash einen Plattfuß zu und verloren gleich in den ersten Runden viel Zeit an der Box. Die anschließende Aufholjagd brachte sie schließlich noch auf Platz fünf. "So wie sich die Dinge in der ersten Runde entwickelt haben, haben wir noch das Bestmögliche herausgeholt", gibt Sam Bird zu bedenken, während sich sein Partner Davide Rigon in Galgenhumor flüchtet: "Wir haben mit zwei Stopps mehr begonnen und hatten dann noch eine Drive Through. Wir haben fast mehr Zeit an der Box verbracht, als auf der Strecke!"

Ford in Shanghai

Ford war beim WEC-Rennen in Shanghai nicht zu schlagen. Die Doppel-Pole aus dem Qualifying konnte man wegen des Startchaos zwar nicht in eine Doppelführung ummünzen, doch die Verhältnisse waren schon relativ schnell wieder gerade gerückt. Beide Ford GT zogen danach den Gegnern erstmal davon. Eine Vorentscheidung fiel kurz nach Rennhalbzeit, als die #66 einen außerplanmäßigen Stopp wegen eines schleichenden Plattfußes einlegen musste. "Das hat uns etwas Luft zum Atmen gegeben, aber trotzdem mussten wir noch unseren Job erledigen", erklärte Harry Tincknell nach dem Rennen. "Wir hatten ein perfektes Rennen. Das Auto lief fehlerlos und die Boxenstopps waren großartig", jubelte Tincknells Partner Andy Priaulx.

Ein schleichender Plattfuß warf Mücke/Pla zurück - Foto: Ford
Der schleichende Plattfuß hat uns gut 50 Sekunden gekostet und wir haben die Zielflagge 50,6 Sekunden hinter unserem Schwesterauto gesehen.
Stefan Mücke

Obwohl das Schwesterauto nach dem Startunfall mit einer leichten Beschädigung weiterfuhr und man einen Notstopp einlegen musste, reichte es noch zu Platz zwei für Mücke/Pla. "Der schleichende Plattfuß hat uns gut 50 Sekunden gekostet und wir haben die Zielflagge 50,6 Sekunden hinter unserem Schwesterfahrzeug gesehen. Es wäre also ein sehr enges Rennen geworden", trauert Stefan Mücke dem Sieg hinterher. Dennoch weiß auch er, dass ein zweiter Platz trotz aller Probleme ein großartiges Ergebnis darstellt: "Wenn man den Startcrash bedenkt, dann können wir uns glücklich schätzen, dass wir das Auto auf Platz zwei nach Hause gebracht haben."

Porsche in Shanghai

Ich habe mich neben den Ferrari gesetzt, als sich plötzlich ganz innen noch ein Prototyp reinzwängte. Der ist mir, weil einfach kein Platz war, in meine rechte Seite gekracht.
Wolf Henzler

Wieder einmal durfte die KCMG-Truppe über einen Podiumsplatz bei den Amateuren jubeln. Ried/Henzler/Camathias sahen die Zielflagge als Klassendritter. In der letzten Runde war man noch in eine Kollision mit dem gegnerischen Ferrari #83 verwickelt, was zunächst Platz zwei brachte. Die offiziellen Ergebnislisten weisen den #78-Porsche jedoch auf Platz drei aus. "Weil ich wusste, dass wir auf der Bremse besser sind, hab ich’s in der ersten Haarnadel probiert. Ich habe mich neben den Ferrari gesetzt, als sich plötzlich ganz innen noch ein Prototyp reinzwängte. Der ist mir, weil einfach kein Platz war, in meine rechte Seite gekracht, worauf ich den Ferrari rechts getroffen habe. Wir haben uns beide gedreht, und ich konnte am schnellsten wieder losfahren", berichtet Wolf Henzler von seiner turbulenten Schlussrunde.

WEC Shanghai: So fuhr Porsche zum LMP1-Hersteller-Titel 2016: (02:53 Min.)

Die anderen beiden Porsche in der GTE-Am-Klasse verpassten mit den Plätzen vier und sechs das Podium. Auch das Rennen in der GTE-Pro-Kategorie war für Porsche nicht von Erfolg gekrönt. Lietz/Christensen trudelten auf dem sechsten und letzten Platz in ihrer Klasse ins Ziel ein. Besonders am Anfang verlor man wertvollen Boden auf die Konkurrenz: "Für uns war auch Shanghai wieder ein hartes Rennen. In der Hitze am Anfang haben unsere Reifen nicht so gut gearbeitet, wie wir gehofft hatten. In der Schlussphase wurde es dann besser und wir hatten einen guten Kampf mit dem Ferrari vor uns", ärgert sich Richard Lietz.


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