VLN - Frikadelli: Rang vier beim zweiten VLN-Lauf

Heißes Rennen - Kalte Eifel

Mit vierten Rang im zweiten VLN-Lauf erlebte das Frikadelli Racing Team eine gute Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen im Mai.

Motorsport-Magazin.com - Mit dem 55. ADAC ACAS H&R Cup sollte am 27.04.2013 die letzte Generalprobe zum 24-Stunden-Rennen stattfinden. Nach einem grandiosen Auftakt im letzten Rennen mit unverschuldetem Ausfall wollte das Frikadelli-Racing Team aus Barweiler an die starke Performance anknüpfen und mit einem guten Ergebnis glänzen. Die Vorzeichen standen gut, war das Rennfahrzeug doch nach seinem letzten Einsatz wieder komplett instandgesetzt worden und die Fahrerpaarung zudem interessant gewählt.

Teamchef Klaus Abbelen setzte diesmal aus und überließ seinen Platz Werksfahrer Patrick Pilet, der in diesem Lauf zum ersten für das Team zum Einsatz kommen sollte. Daneben setzte Klaus Abbelen auf bekannte Gesichter: Neben Sabine Schmitz kam auch wieder Patrick Huisman zum Einsatz.

Keine leichte Aufgabe

Frikadelli Racing suchte nach dem richtigen Regen-Setup - Foto: Nico Stockmayer

Die Bedingungen im morgendlichen Zeittraining waren alles andere als ideal. Nach angenehmen Frühlingstagen während der Woche, zeigte sich die Region nun von ihrer kalten Schulter. Die Temperaturen waren winterlich kalt und neben andauerndem Regen zogen dichte Nebelschwaden um die Nürburg. Keine leichte Aufgabe für Teammanager Frank Lynn, mit den Fahrern ein funktionierendes Setup zu finden.

Da die Erfahrungswerte für das neue Auto unter diesen Bedingungen noch komplett fehlten, mussten die exakten Parameter für Reifendruck und Fahrwerkseinstellungen erst noch gefunden werden. Zwar konnten alle Piloten ihre Pflichtrunden absolvieren, jedoch fiel das Ergebnis mit einer zwanzigsten Startposition eher ernüchternd aus. Doch das private Porsche Team ist für seinen Ehrgeiz bekannt und ließ sich nicht entmutigen.

Werksfahrer Patrick Pilet hatte keine leichte Aufgabe, sollte er doch den Start fahren. Aufgrund der widrigen Wetterbedingungen entschied sich die Rennleitung dazu, das Rennen mit zwei Einführungsrunden zu starten, damit sich die Piloten mit der nassen Strecke und der schlechten Sicht vertraut machen konnten.

Pilet ohne Furcht

Patrick Pilet hing der Konkurrenz dicht im Heck - Foto: Jan Brucke/VLN

Den Zuschauern bot sich ein unheimliches Bild an der Strecke, als die weit über 200 Fahrzeuge in dichtem Nebel nur durch die Scheinwerfer auszumachen waren. Der freundliche Franzose blieb jedoch unbeeindruckt und behielt vom Start an den Überblick. Offensichtlich hatte er sich schon gut in seinem neuen Arbeitsplatz eingefunden und setzte von an Anfang an die vor ihm fahrende Konkurrenz unter Druck. Runde um Runde verbesserte er seine Position und schob die schnellste Frikadelle der Welt Platz für Platz auf dem Zeitenmonitor nach oben. Bereits in der zweiten fliegenden Runde hatte er sich auf Platz 12 vorgearbeitet und und übergab das Auto in Runde 10 an Sabine Schmitz.

Gab es im letzten Rennen noch ein paar Schwierigkeiten bei den neuen Tankregeln, so konnte die Barweiler Truppe auch hier ihr Können unter Beweis stellen. Mit einem perfekt durchgeführten Boxenstop konnte die gebürtige Nürburgerin nach der exakt vorgegebenen Zeit auf die Strecke zurück. Doch trotz der perfekten Vorarbeit von Pilet war ihre Aufgabe nicht einfacher. Bereits nach kurzer Zeit wurde klar, dass der aussetzende Regen die Streckenbedingen radikal veränderte.

Waren Regenreifen für den ersten Stint die einzig mögliche Wahl, so baute der Reifen nun auf den abtrocknenden Passagen massiv ab und kostete wertvolle Rundenzeit. Der nun anstehende Wechsel auf die profillosen Rennslicks wurde lange herausgezögert, was sich im weiteren Verlauf als cl everer Schachzug erweisen sollte. Ziel war es, mit möglichst wenig Zeitverlust möglichst lange auf den schlechterwerdenden Reifen auf der Strecke zu bleiben, um einen zusätzlichen Tankstop zu vermeiden. So verlor die gebürtige Nürburgerin zwar ein paar Plätze während ihrer Fahrt, was aber in Kauf genommen wurde.

Dreikampf um die Spitze

In Runde 16 kam dann der ersehnte Boxenstop und neben einem Reifenwechsel stand auch der Wechsel auf Patrick Huisman an. Der Niederländer konnte nun wieder richtig Fahrt aufnehmen und startete eine fulminante Aufholjagd von Position 13 aus. Von nun an zeigte das Porsche Team aus Barweiler wieder sein volles Potential und mit extrem niedrigen Rundenzeiten verbesserte er sich Runde um Runde.

Der Frikadelli-Porsche belegte Rang vier - Foto: Nico Stockmayer

Die Aufholjagd sollte Früchte tragen, in Runde 20 wurde der fliegende Holländer bereits auf Position 5 geführt. In dieser Runde traf die schnellste Frikadelle der Welt auf den Rivalen eines befreundeten Porsche Teams und es Begann eine wahre Schlacht um den vierten Platz. Doch während die Beiden Zuffenhausener Rennwagen sich nichts schenkten und Stoßstange an Stoßstange durch die Eifelwälder schossen, näherte sich auch noch Gefahr von hinten in Form eines schnellen Aston Martin.

Vor den Augen der Zuschauer entbrannte ein Dreikampf auf der Grand Prix Strecke, der es in sich hatte. Schien der Aston Martin kurzzeitig das Geschehen zu seinen Gunsten entscheiden zu können, so brachte ein Fahrfehler die beiden Porsche wieder nach vorn und mit einem Abstand von wenigen Zentimetern bogen die Stuttgarter Fabrikate auf ihre letzte Runde ab auf die Nordschleife.

Den längeren Atem bewies am Ende allerdings Patrick Huisman und sicherte sich auf dieser letzten Runde den vierten Platz zu Gunsten des Frikadelli-Racing Teams. Alles in allem war die gesamte Mannschaft sehr zufrieden mit dem Ergebnis, attestierte Klaus Abbelen nach dem Rennen. Bereits am Sonntag nach dem Rennen wurde das Fahrzeug wieder in seine Einzelteile zerlegt, als Vorbereitung für das 24-Stunden-Rennen.


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