VLN - HRT: Erster Klassensieg mit neuem Auto

Erfolg beim zweiten Rennen

Glückliches Rennen für das Hamburger Racing Team. Schon im zweiten Rennen mit dem neuen Auto sicherte sich die Mannschaft überragend den Klassensieg.

Motorsport-Magazin.com - Eindrucksvoll sind die Männer der Nordseeküste in der VLN-Saison 2013 angekommen: Mit mehr als einer Runde Vorsprung gewinnt das Hamburger Racing Team HRT die Klasse SP8 beim zweiten Rennen der Saison. Was sich einfach liest, war nach vier Stunden Renndistanz als schweres Stück Arbeit zu bewerten. Äußere Bedingungen und eine starke Konkurrenz machten den Sieg alles andere als einfach.

Im Vergleich zu unseren Klassengegnern sind wir eindeutig untermotorisiert: Der seriennahe Motor leistet nur 460 PS
Michael Budde

In der Klasse SP8 der VLN starten Fahrzeuge mit einem Hubraum von mehr als 4 bis maximal 6,25 Liter – echte Kracher sind hier zu finden: Corvette C6, Porsche 911 GT3, Ferrari F458, Lexus LFA und Aston Martin Vantage. Hier hat auch das in Winsen an der Luhe ansässige Motorsportteam HRT Performance eine Heimat für die Saison 2013 gefunden.

Mit seinen Stammfahrern Kim Hauschild, Thomas Kappeler, Michael Pflüger, Harald Hennes und Thomas Gerling kämpft das Team mit der starken Konkurrenz um Punkte und Pokale im Rahmen der Meisterschaft. Das Team unter der Leitung von Michael Budde setzt eindeutig auf das hohe fahrerische Potential, er erklärt: "Im Vergleich zu unseren Klassengegnern sind wir eindeutig untermotorisiert: Der seriennahe Motor leistet nur 460 PS. Dafür sind wir in der komfortablen Situation fünf sehr gute Fahrer zu haben. Da nicht alle fünf bei den 4h-Rennen starten können, haben wir uns für ein rollierendes System entschieden, sodass jeder Fahrer einmal aussetzen muss."

Der mehrmals abgesagte Saisonauftakt fand letztendlich vor 14 Tagen statt und lief für HRT Performance alles andere als glücklich: Völlig unverschuldet wurde der Wagen bereits in der frühen Anfangsphase in einen Unfall verwickelt und musste auf Rang eins der Klasse liegend verfrüht die Heimreise antreten. Beim zweiten Rennen der Saison, am vergangenen Wochenende, lief es für das Team deutlich besser, was sich schon im Training abzeichnete.

Temperaturen um den Gefrierpunkt, heftiger Regen, Graupel- und Schneeschauer vermischten sich mit Nebel und schufen für alle Teilnehmer gleichermaßen schwierige, äußere Bedingungen. Nicht jeder der fast 230 Starter kam damit zurecht, anders das Quartett von HRT: Eindrucksvoll drückten sie dem Training ihren Stempel auf und hievten den Aston Martin Vantag auf Startplatz eins der Klasse und Rang 43 der Gesamtwertung. Dabei war es Thomas Kappeler, der in seiner Runde das Glück auf seiner Seite hatte und ungehindert durch Unfallstellen oder langsamere Fahrzeuge sich mit 12 Sekunden Vorsprung auf Rang eins festsetzen konnte.

Teamchef Michael Budde nach dem Training: "Es war für alle ein echtes Zittern und Bangen, denn die Streckenverhältnisse waren extrem schwierig. Doch alle kamen prima mit den Verhältnissen zurecht, wenn man von dem kleinen Ausrutscher von Michael Pflüger in der letzten Trainingsrunde absieht. Das war einfach nur Pech, Pflüger hat alles richtig gemacht und ist ein Opfer widriger Umstände geworden. Der Schaden war relativ gering und konnte in der Pause zwischen Training und Rennen rasch von unseren Mechanikern behoben werden konnte."

Kurzzeitig auf Platz zwei

Trotz der schwierigen Bedingungen waren wir zunächst auf Nässe immer einen Hauch schneller als die Konkurrenz
Michael Budde

Den Start übernahm der Pole-Setter Thomas Kappeler, der nach seinem Einsatz von extrem schwierigen Bedingungen sprach. Im dichten Feld habe eine derartige Gischt geherrscht, dass man nur einige Meter Sicht gehabt hätte, hinzu kam Nebel, der sich über die 25 Kilometer lange Piste legte und seinen Teil zur schlechten Sicht beitrug.

Nach wenigen Runden zog sich das Feld auseinander, die Sicht wurde besser und Kappeler suchte sein Heil in der Flucht. Er ließ dem Zweitplatzierten nicht den Hauch einer Chance, setzte sich Runde um Runde ab und konnte nach sieben Runden den englischen Boliden mit gutem Polster an Harald Hennes übergeben.

Der konnten zunächst den Vorsprung verteidigen, kämpfte dann jedoch mit abtrocknender Ideallinie und Grip-Verlust der Regenreifen. Das Team entschied, Hennes eine Runde länger als üblich fahren zu lassen, um so den Vorsprung auszubauen. Stattdessen kam der Zweitplatzierte immer näher und konnte den Aston Martin von HRT sogar überholen, ehe Hennes den Wagen zum Fahrer- und Reifenwechsel in die Box steuerte. Jetzt war die Reihe an dem Youngster des Teams, Kim Hauschild. Er begann eine furiose Aufholjagd, nahm dem nun erstplatzierten Lexus LFA pro Runde einige Sekunden ab und konnte ihn binnen kürzester Zeit sogar überholen.

Damit nicht genug: Er begann sich mit riesen Schritten vom Verfolger abzusetzen und führt die Klasse mit mehr als einer Minute Vorsprung an. Das reichte, um einen letzten Boxenstopp ungefährdet durchführen zu können. Michael Pflüger hatte die verantwortungsvolle Aufgabe, die gute Vorarbeit seiner Kollegen in einen Sieg umzumünzen und den Wagen heil über die Ziellinie zu fahren. Am Ende schaffte er dies mit 20 Sekunden Vorsprung.

Dass wir kurzfristig auf Platz zwei zurück fielen war uns klar, denn wir stoppten einmal mehr und sind auch länger mit Regenreifen auf abtrocknender Strecke geblieben
Michael Budde

Teamchef Budde nach dem Rennen: "Trotz der schwierigen Bedingungen waren wir zunächst auf Nässe immer einen Hauch schneller als die Konkurrenz. Wir hatten das richtige Setup gefunden und offenbar das glücklichere Händchen bei der Reifenwahl. Dass wir kurzfristig auf Platz zwei zurück fielen war uns klar, denn wir stoppten einmal mehr und sind auch länger mit Regenreifen auf abtrocknender Strecke geblieben."

"Dass jedoch Kim Hauschild eine derartige Attacke reitet, in wenigen Runden Platz eins zurück erobert und sich dann auch noch deutlich absetzen kann – damit haben wir nicht gerechnet", jubelte Budde. "Der Sieg war keinesfalls geerbt oder geschenkt, das war ein echtes und hartes Rennen mit einer starken Konkurrenz. Ich bin stolz auf die Truppe, die alle erstklassig gearbeitet haben. Für uns war es nach dem Ausfall in Rennen eins die erste echte Bewährungsprobe vor dem 24h-Rennen in drei Wochen. Ich muss aber sagen, dass alle, die das Rennen ohne Blessuren beendet haben, zu den Gewinnern zählen."


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