NASCAR - Johnson gewinnt beim Daytona-Chaos

Drei Big One sorgten für prominente Ausfälle

Jimmie Johnson gewann den 18. Saisonlauf in Daytona nach einer dramatischen Schlussphase. Zur Saison-Halbzeit führt Johnson überlegen in der Gesamtwertung.
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Motorsport-Magazin.com - Der 18. Saisonlauf war an Dramatik kaum zu überbieten. Nach einer ruhigen ersten Rennhälfte wurde es immer hektischer. Das Rennen endete in der Verlängerung mit dem vierten Saisonsieg von Jimmie Johnson, während gleichzeitig in der letzten Runde noch zwei "Big One" für Aufregung sorgten.

Kyle Busch und Jimmie Johnson machten die Führungsarbeit

Kyle Busch lies Dampf ab - Foto: NASCAR

Bis zur ersten Gelbphase in Runde 23, als Paul Menards Motor in Flammen aufging, führte Polesitter Kyle Busch das Feld auf dem Superspeedway an. Für Menard war das ein herber Rückschlag im Kampf um die zwölf Chase-Plätze. Bereits beim folgenden ersten Boxenstopp gab es unterschiedliche Strategien bei der Anzahl der frischen Reifen, die beim Service mitgenommen wurden.

In der 31. Runde übernahm Tabellenführer Johnson überraschend die Führung. In den letzten Jahren hielt sich der fünffache Champion in der Anfangsphase lieber im hinteren Mittelfeld auf. Langsam verschwand die Sonne über Daytona Beach und sorgte für Flutlicht-Stimmung auf den Rängen. Nach 50 Runden führte immer noch Johnson vor seinem Hendrick-Teamkollegen Kasey Kahne. Danica Patrick hielt sich zurück und Kevin Harvick jagte auf Position 40 das Feld vor sich her.

Gemütliches cruisen bis zur Rennhalbzeit

Daytona unter Flutlich - Foto: NASCAR

Ab der 67. Runde gab es die ersten Stopps unter Grün. Zwei Runden später sorgte Joey Logano für die zweite Gelbphase. Logano landete in der Mauer und anschließend in der Garage. Damit war Loganos Top-10-Platzierung im Gesamtstand Geschichte. Beim Restart führte nun der Gibbs-Train mit Denny Hamlin und Kenseth, während Johnson das Rennen vom 16. Rang wieder aufnahm. Das Ganassi-Duo mit Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray führte die zweite Linie an.

Zur Rennhalbzeit des Restrictor-Plate-Rennens sahen die Zuschauer das gleiche Bild an der Spitze. Mit Johnson, Kahne, Dale Earnhardt Junior und Daytona-Rekordsieger Jeff Gordon, waren alle vier Hendrick-Piloten inzwischen in der Top-10 vertreten. Nach 92 Runden wurde McMurray von Johnson in Führung gebracht. Titelverteidiger Brad Keselowski tauchte nach langer Zurückhaltung zusammen mit Patrick ebenfalls in der Spitzengruppe auf.

Ruhe vor dem Sturm?

Es folgte in der 99. Runde die dritte Rennunterbrechung, als Martin Truex Junior plötzlich die Kontrolle über seinen Toyota verlor und Montoya sowie Hamlin im Parallelflug ins Infield schickte. Die Pechsträhne von Hamlin ist in dieser Saison schon bemerkenswert. Immerhin konnte der Pechvogel das Rennen vom 38. Platz mit einer Runde Rückstand wieder aufnehmen.

Nach dem Restart übernahm wieder Johnson das Kommando und hatte Patrick im Rückspiegel. Ihr Freund Ricky Stenhouse Junior gab postwendend ebenfalls die Zurückhaltung auf und besuchte zum ersten Mal die Top-10. Harvick hatte nun genug von den hinteren Positionen und mischte ebenfalls vorne mit. Auch Kurt Busch und Tony Stewart fuhren in die Spitzengruppe und meldeten ihre Siegambitionen an.

Dann verloren gleich mehrere Fahrer in der 127. Runde die Kontrolle über ihr Arbeitsgerät und es folgte eine Kettenreaktion mit den nächsten prominenten Opfern namens Aric Almirola und Greg Biffle. Dadurch bekam Hamlin den "Lucky Dog" und war wieder im Spiel. Den Restart gewann erneut Johnson und verbuchte gleichzeitig die beiden Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden auf seinem Konto.

Big One mit Hamlin, Kenseth und Gordon

Denny Hamlin nach seinem zweiten Crash - Foto: NASCAR

Es wurde hektischer auf dem Highspeed-Oval. Teilweise gab es vier Linien, auf denen die Kontrahenten ihre Ausgangspositionen für das Finale suchten. 20 Runden vor Rennende hatte Harvick das Heck von Johnson gefunden und Stewart lauerte direkt dahinter. Sieben Fahrer hatten sich inklusive Patrick leicht abgesetzt. Casey Mears und Earnhardt führten die Verfolger an.

Dann gab es den üblichen "Big One" in der 149. Runde. Kaum zu glauben: Hamlin, der wieder bis in die Top-15 vorgefahren war, drehte sich von der unteren Linie Richtung obere Mauer und sorgte für einen Massencrash. Kenseth, der seinem Teamkollegen ausweichen wollte, wurde ebenfalls hart getroffen. Gordon, A.J. Allmendinger, David Reutimann und Dave Blaney waren ebenfalls involviert. Das Rennen musste wegen der vielen Trümmerteile unterbrochen werden.

Die Reihenfolge beim Restart in Runde 154: Johnson führte auf der oberen Linie vor Harvick, Stewart, Kahne, Kurt Busch, Marcos Ambrose und Patrick. Eine Runde später erwischte es Kahne, der von Ambrose von der Strecke befördert wurde und hart in der Mauer des Infields einschlug.

Zwei Massencrash in der letzten Runde

Big One mit Kyle Busch und Danica Patrick - Foto: NASCAR

Nun musste ein "Green-White-Checkered"-Finale über zwei Runden die Entscheidung bringen. In der letzten Runde krachte es noch einmal im hinteren Mittelfeld mit Edwards und einigen anderen Piloten. Während Johnson alle Angriffe abwehren konnte und zum zweiten Mal in diesem Jahr als Erster über die Daytona-Ziellinie fuhr, gab es den dritten "Big One" in der letzten Kurve mit Patrick und Kyle Busch im Mittelpunkt.

Zuletzt hatt Bobby Allison in der Saison 1982 beide Daytona-Rennen in einer Saison gewinnen können. Platz zwei ging an Stewart vor Harvick und Clint Bowyer. Michael Waltrip schaffte mit seiner Routine den fünften Platz vor Kurt Busch. Mit Platz neun erreichte Casey Mears sein bestes Saisonresultat

Mit seinem insgesamt dritten Daytona-Sieg baute Johnson zur Halbzeit der Meisterschaft seinen Vorsprung im Gesamtstand auf 49 Punkte aus. Neuer Zweiter ist jetzt Bowyer vor Carl Edwards, der nur als 29. ins Ziel kam. Vierter bleibt Harvick, der zum siebten Mal in Folge in die Top-10 fuhr. Kurt Busch und Stewart machten den größten Sprung und liegen jetzt auf den Rängen neun und zehn. Die Wild Cards sind momentan im Besitz von Truex und Kahne. Logano verlor vier Plätze und damit eine Chase-Position. Hinter Kahne liegt das Feld bis Platz 21 sehr dicht beisammen.

Ergebnis: Coko Zero 400 Powered by Coca-Cola (Top-10)
Daytona International Speedway (160/+1 Runden)

1. Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 48/5 Punkte
2. Tony Stewart (Chevrolet) Newman-Haas Racing, 42/0 Punkte
3. Kevin Harvick (Chevrolet) Richard Childress Racing, 41/0 Punkte
4. Clint Bowyer (Toyota) Michael Waltrip Racing, 40/0 Punkte
5. Michael Waltrip (Toyota) Michael Waltrip Racing, 39/0 Punkte
6. Kurt Busch (Chevrolet) Furniture Row Racing, 38/0 Punkte
7. Martin Truex Jr. (Toyota) Michael Waltrip Racing, 38/1 Punkte
8. Jamie McMurray (Chevrolet) Earnhardt Ganassi Racing, 36/0 Punkte
9. Casey Mears (Ford) Germain Racing, 35/0 Punkte
10. Ryan Newman (Chevrolet) Newman-Haas Racing, 34/0 Punkte

Gesamtstand: Rennen 18/36 (Top-10)

1. (0) Jimmie Johnson, 658 Punkte (4 Siege)
2. (+1) Clint Bowyer, -49 Punkte Rückstand
3. (-1) Carl Edwards, 71 Punkte (1 Sieg)
4. (0) Kevin Harvick, -73 Punkte (2 Siege)
5. (+1) Dale Earnhardt Jr., -110 Punkte
6. (-1) Matt Kenseth, -118 Punkte (4 Siege)
7. (0) Kyle Busch, -125 Punkte (2 Siege)
8. (+1) Greg Biffle, -142 Punkte (1 Sieg)
9. (+5) Kurt Busch, -157 Punkte
10. (+6) Tony Stewart, -159 Punkte (1 Sieg)
2 Wild Cards (Top 20) Chase for the Sprint Cup
11. (-3) Martin Truex Jr., -165 Punkte (1 Sieg)
12. (-1) Kasey Kahne, -168 Punkte (1 Sieg)


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