MotoGP - Phillip Island: Strecke und Statistik

Highspeed Down Under

Die drittletzte Station der MotoGP-Saison 2016 ist ein optischer und sportlicher Leckerbissen für Fahrer und Fans. Willkommen auf Phillip Island!
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Motorsport-Magazin.com - Ein Drittel des Übersee-Dreierpacks ist mit dem Grand Prix von Japan erledigt, doch schon am kommenden Wochenende folgt die zweite Episode in Australien. Für den MotoGP-Zirkus geht es auf die malerische Insel Phillip Island, rund 80 Kilometer südlich von Melbourne. Die Anlage des Phillip Island Circuits zählt zu den schönsten der Welt. Idyllisch an den Klippen des Südufers mit Blick auf den Ozean gelegen, besticht die Strecke nicht nur durch ihr gepflegtes Erscheinungsbild, sondern vor allem durch den ebenso spektakulären wie fahrerisch fordernden Streckenverlauf.

Das Layout

Für viele Fahrer, aber auch Fans, gilt der Phillip Island Circuit als die schönste Rennstrecke im MotoGP-Kalender. Grund dafür ist das Layout des Kurses, das seit 1956 prakisch unverändert ist. Die Strecke ist gespickt mit zahlreichen extrem schnellen Kurven und beachtlichen Höhenunterschieden, wie man sie auf modernen Anlagen kaum noch findet. Mit 175,7 Km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, die Casey Stoner bei seinem letzten Sieg 2012 hier erreichte, ist Phillip Island die schnellste noch im Kalender befindliche Strecke der Motorrad-Weltmeisterschaft. Jorge Lorenzo erreichte auf seiner Pole-Runde 2014 im Schnitt sogar sagenhafte 182,1 Stundenkilometer.

Die Strecke ist 4,448 Kilometer lang und weist sieben Links- sowie fünf Rechtskurven auf. Die längste und eigentlich einzig wirkliche Gerade ist die nach dem ersten australischen 500ccm-Weltmeister Wayne Gardner benannte Gardner-Straight bei Start und Ziel. Auch nach den weiteren beiden großen Motorrad-Champions der Nation, Mick Doohan und Casey Stoner, sind Kurven auf der Strecke benannt.

Die Geschichte

Der Motorrad-Rennsport hat auf Phillip Island eine große Tradition. Die ersten Rennen wurden bereits 1928 ausgetragen, damals noch auf einem Dreieckskurs auf öffentlichen Straßen. 1951 entschloss sich dann ein ortsansässiger Geschäftsmann dazu, eine permanente Rennstrecke zu errichten. Aufgrund des unebenen Geländes dauerte der Bau ganze fünf Jahre und verschlang deutlich mehr Geld als erwartet, doch 1956 wurde der Phillip Island Circuit schließlich feierlich eröffnet.

Wayne Gardner entschied die ersten beiden Grands Prix auf Phillip Island für sich - Foto: Milagro

Es sollte aber weitere 33 Jahre dauern, bis die Motorrad-Weltmeisterschaft erstmals dort gastierte. 1989 fand der erste Grand Prix statt und standesgemäß gewann mit Wayne Gardner ein Australier das 500ccm-Rennen. Im Folgejahr ließ er einen weiteren Triumph folgen. Dann verabschiedete sich der WM-Zirkus aber wieder und übersiedelte für sechs Jahre nach Eastern Creek nahe Sydney. 1997 kehrte die Motorrad-Weltmeisterschaft wieder zurück auf die Insel und ist seither jährlich zu Gast.

Die Statistik

Jahrelang dominierte auf Phillip Island ein Mann - Lokalmatador Casey Stoner. Nur ein MotoGP-Rennen in seiner Karriere gewann er dort nicht, das war in seiner Debütsaison 2006 bei LCR Honda. In den kommenden sechs Jahren bis zu seinem Karriereende 2012 siegte er sechs Mal in Serie - eine beeindruckende Dominanz.

Casey Stoner verwandelte Phillip Island Jahr für Jahr in ein Tollhaus - Foto: Honda

Gleich viele Siege hat allerdings Valentino Rossi auf dem Konto, der von 2001 bis 2005 immerhin fünf Mal hintereinander gewinnen konnte und 2014 seinen sechsten Erfolg feierte. Wayne Gardner gewann wie bereits erwähnt die ersten beiden Rennen 1989 und 1990. Je einmal in die Siegerliste eintragen durften sich Alex Criville (1997), Mick Doohan (1998), Tadayuki Okada (1999), Max Biaggi (2000), Marco Melandri (2006), Jorge Lorenzo (2013) und Marc Marquez (2015).

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Casey Stoner, Valentino Rossi (je 6)
Rundenrekord: 1:28.108 (Marc Marquez 2013)
Quali-Rekord: 1:27.899 (Jorge Lorenzo 2013)
Top-Speed: 348.0 km/h (Andrea Dovizioso 2015)

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