MotoGP - Reddings Kampf um Honda: Wo fährt er 2015?

Chaos nach Gresini-Absprung

Scott Redding bekam eine Factory Honda für 2015 zugesichert. Doch nun wackeln die Pläne. Bis Misano muss Klarheit herrschen.
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Motorsport-Magazin.com - Scott Redding kämpft derzeit um seine Factory Honda für 2015. Der Brite war ursprünglich bei Gresini für die Nachfolge von Alvaro Bautista auf der RC213V eingeplant, doch der italienische Rennstall kam finanziell in Schieflage und kann sich den teuren Prototypen 2015 vielleicht nicht mehr leisten.

"Wir haben am 31. Juli die Bestätigung für ein Werks-Motorrad 2015 erhalten", sagte Reddings Manager Michael Bartholemy in Silverstone. "Ein paar Tage später hat uns Fausto (Gresini) angerufen und uns mitgeteilt, dass er sich die Maschine vielleicht nicht leisten kann. Damit haben die Probleme begonnen."

Gresini in der Sackgasse

Das Gresini-Team wird mit Saisonende wohl seinen Hauptsponsor Go&Fun verlieren und damit den finanziellen Spielraum, der für das Leasing des Factory Bikes nötig ist. Teamchef Fausto Gresini sieht sich deshalb nach Alternativen um und könnte bei Aprilia fündig geworden sein, dessen Werkseinstieg seine Mannschaft als Einsatzteam begleiten soll.

Darüber denke ich höchstens dann nach, wenn ich keine andere Möglichkeit mehr habe.
Redding über Aprilia

Ein Verbleib bei Gresini unter Aprilia-Flagge ist für Redding aber ausgeschlossen. "Es ist zwar ein Werks-Motorrad, aber es wird nicht konkurrenzfähig sein. Darüber denke ich höchstens dann nach, wenn ich keine andere Möglichkeit mehr habe", erklärte der Brite gegenüber Crash.net. Mit Alvaro Bautista und Marco Melandri sollen für den Aprilia-Job ohnehin zwei andere Piloten auf Pole Position stehen.

Bartholemy beruhigte Redding in Silverstone, denn er habe die Zusage für das Factory Bike von Hondas Chefriege. "Nakamoto und Suppo haben uns garantiert, dass Scott nächstes Jahr auf diesem Motorrad sitzen wird. Sie müssen nur noch klarstellen, wer das Bike einsetzen wird", sagte der Belgier.

Marc VDS endlich in der MotoGP

Redding kennt das Marc VDS Team gut - Foto: Marc VDS

Der LCR-Rennstall soll ebenso interessiert sein wie das spanische Aspar-Team. Unklar ist aber, ob die beiden Teams den siebenstelligen Betrag für das Motorrad aufbringen können. Es gibt aber noch eine dritte Option: Marc VDS. Der Rennstall des belgischen Bierbarons Marc van der Straten liebäugelt schon lange mit einem MotoGP-Aufstieg und hat seit den gemeinsamen Jahren in der Moto2 engen Kontakt zu Redding über Bartholemy, der sowohl den Briten, als auch das belgische Team managt.

Doch auch die Reichtümer des Marc van der Straten sind nicht unerschöpflich, weshalb sich der Millionär noch ziert. "Ich habe mich mit Marc unterhalten und er will Scott helfen. Aber er will nicht die gesamten Kosten alleine übernehmen", erklärte Bartholemy.

Daher ist Sponsorensuche auf der britischen Insel angesagt. "Sie können der britischen Öffentlichkeit sagen, dass wir Hilfe benötigen, damit der beste britische Fahrer ein Werks-Motorrad bekommt", richtete sich der Manager mit einer Bitte an die Medien. Honda hat die Deadline über die Vergabe des vierten Prototypen bis Misano verlängert. Bis dahin muss Redding noch zittern.


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