MotoGP - Suboptimale Ausbeute für Tech 3

Schlechter Start und Sturz

Für Tech 3 war mehr drin: Während Cal Crutchlow sich von hinten durchs Feld kämpfen musste, fiel Bradley Smith im Rennen schon wieder auf die Nase.
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Motorsport-Magazin.com - Jeder kennt sie, die Tage an denen eigentlich mehr drin gewesen wäre als man letztlich rausgeholt hat. Ein schönes Gefühl ist es nicht, nach solchen Tagen nach Hause zu gehen. Tech 3 hatte auf dem Sachsenring einen solchen Tag: Pol Espargaro fuhr als Siebter immerhin noch ein paar Punkte ein, nachdem er zu Beginn am Ende des Feldes gelegen hatte; Bradley Smith hingegen blieb als 19. punktelos. Er musste zudem den fünften Sturz seines Wochenendes verkraften, als er Mike di Meglio überholten wollte. Allerdings war dieser auf andere Faktoren zurückzuführen als seine bisherigen Crashes.

Pech beim Start für Espargaro

Wahrscheinlich muss ich mehr Risiken am Anfang eingehen, aber unter diesen Bedingungen bin ich nicht gut.
Pol Espargaro

"Ich kann nicht anders als wieder frustriert zu sein, weil das Wetter unsere ganze Arbeit vom Wochenende zerstört hat. Das war heute nicht gut, wirklich nicht gut", sagte ein angesäuerter Pol Espargaro. Sein Problem: Er machte seine Entscheidung, nach der Aufwärmrunde das Motorrad zu wechseln oder nicht, von anderen Fahrern abhängig: "Ich war hinter einer Reihe von Fahrern und habe gewartet, was sie machen. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, deshalb habe ich mir gesagt: ‚Warte, was die anderen machen und dann mach dasselbe.‘" Dadurch stand er aber in zweiter Reihe am Boxenausgang.

Beim ungewöhnlichen Start aus der Box heraus blieb er dann hinter Andrea Dovizioso hängen: "Wir starteten gut, aber plötzlich fing er an zu rattern und ich musste bremsen, das hat mich viele Positionen gekostet. Ich war Letzter in der ersten Kurve und 21. nach der ersten Runde." Daraufhin hatte er Schwierigkeiten, auf der teils nassen Strecke einen Rhythmus zu finden. "Das hat viel zu lange gedauert. Als ich endlich drin war, war es viel zu spät." Selbstkritisch merkte er an: "Es ist okay, ich bin nicht gecrasht und habe das Rennen in den Punkten beendet. Wahrscheinlich muss ich mehr Risiken am Anfang eingehen, aber unter diesen Bedingungen bin ich nicht gut."

Dabei stimmte der Speed durchaus: "Ich denke, 22.6 wäre drin gewesen, das wäre die fünftschnellste Zeit geworden. Man sieht an Iannones Rennen, was drin ist, wenn man am Anfang smart ist. Er ist Fünfter geworden, und das hätten wir erreichen können, wenn es komplett trocken geblieben wäre. Ich musste aber eine Menge Fahrer überholen und habe mich etwas schwerer getan als zum Beispiel Dovi." Letztlich habe er aber viel an diesem Wochenende gelernt und will dies in die Sommerpause mitnehmen.

Smith zur Abwechslung mal übers Vorderrad weggerutscht

Heute ging es drunter und drüber und es ist absolut verrückt, ein Rennen so zu starten.
Bradley Smith

Bradley Smith landete zum fünften Mal an diesem Wochenende unsanft auf dem Boden: "Der Sturz geht ganz auf meine Kappe", sagte er geknickt. "Ich habe gesehen, wie Valentino [Rossi] in Turn 1 Mike di Meglio überholt hat und ich wusste, dass ich die Pace habe, um ihm zu folgen." Er attackierte daher sofort, touchierte aber dabei leicht die weiße Linie und rutschte weg. "Das ist extrem frustrierend, denn das Motorrad, die Reifen und das Setup haben sich gut angefühlt. " Der Sturz war anders als die bisherigen Highsider nicht auf die Traktionskontrolle zurückzuführen: "Wir haben sie zurückgenommen, und damit alles ins Gegenteil verkehrt. Jetzt rutsche ich übers Vorderrad weg", nahm er es mit Galgenhumor.

Smith weiß genau, was er falsch macht: "Die Plätze um Rang acht herum waren bislang akzeptabel, aber ich musste noch das gewisse Extra finden. Das habe ich hier vermutlich geschafft, aber am Ende muss man nicht nur schnell sein, sondern auch fehlerfrei." Und genau daran hapere es. "Mein Speed nach dem Sturz wäre gut genug für Platz fünf gewesen. Ich hoffe, das Team sieht dieses Potenzial."

Große Kritik übte er an dem sehr absonderlichen Start aus der Boxengasse, für den es kein Reglement gibt. "Dieser Fall ist gar nicht vorgesehen. Ich halte es für keine gute Idee, so viele Fahrer auf einmal starten zu lassen, aber es existiert eben kein Prozedere. Ich hoffe, wir können nach den heutigen Ereignissen einen Plan erstellen." Ihm schwebt es vor, dass die Fahrer sich in einer Schlange aufstellen und so nicht im Pulk aus der Box heraus starten. "Heute ging es drunter und drüber und es ist absolut verrückt, ein Rennen so zu starten", schloss er ab.


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