Mehr Sportwagen - GT-Zukunft: Vorerst bleibt alles beim Alten

Streit um die Leistungsrestriktion

Nach zwei Jahren und vielen Konferenzen: Die Realisierung eines einheitlichen GT-Reglements ist gescheitert. ACO, FIA und die Hersteller kamen nicht überein.
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Motorsport-Magazin.com - Die beiden Motorsportkategorien GTE und GT3 werden auch in nächster Zukunft koexistieren. Jüngsten Informationen von "Sportscar365" zufolge haben die Automobilverbände ACO und FIA sowie die Hersteller ihre Pläne zu einer baldigen Neustrukturierung des GT-Sektors zumindest vorerst ad acta gelegt. Eigentlich hätte ein entsprechendes Technikreglement zur Verschmelzung der Plattformen GTE und GT3 schon beim nächsten Zusammenkommen des Motorsportweltrats im Juni abgesegnet werden sollen, doch die Beteiligten haben sich offenbar nicht in allen Punkten einigen können.

Eine besonders große Divergenz soll es bezüglich der Art und Weise des Austarierens der unterschiedlichen Motorleistungen gegeben haben. Es heißt, ACO und FIA hätten auf die Einführung aktiver Drehmomentsensoren bestanden, was jedoch vonseiten der meisten Hersteller abgelehnt worden sei. Wohl wünschten diese die Weiterverwendung herkömmlicher Luftmengenbegrenzer, wie sie aktuell in den Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Die Entscheidung, die Klassen GTE und GT3 in ihrer jetzigen Form erst einmal beizubehalten, soll durch ein Votum der Hersteller gegen Ende der vergangenen Woche gefallen sein.

Die meisten ebendieser hatten sich in Vergangenheit für eine einheitliche Formel im GT-Sport ausgesprochen, einzig Stéphane Ratel, Vater des GT3-Konzepts, opponierte das angepeilte Vorhaben durchweg. Mehrmals betonte der Franzose, dass er keinen Grund sehe, den gegenwärtigen Erfolg seiner Klasse zu riskieren. Obgleich einstweilen alles beim Alten bleibt, wird es wahrscheinlich schon in etwa drei Wochen ein neues Treffen der Hersteller geben. Was genau selbige im Rahmen dessen diskutierten möchten, ist zwar nicht bekannt, doch womöglich wird man Ansätze alternativer Zukunftspläne zur Sprache bringen.

Einmal mehr stehen die Kosten im Mittelpunkt

Die nunmehr nichtigen Pläne für ein neues Regelwerk sahen vor, GTE- und GT3-Vehikel auf eine gemeinsame technische Basis zu rücken, welche aus herstellerspezifischen Chassis und mehreren Einheitsbauteilen bestehen sollte. Unter dem Banner GT+ hätten sich die heutigen GTE- beziehungsweise Werksrennställe einfinden können, die Sektion GT wäre den Privatiers aus dem GT3-Lager vorbehalten gewesen. Technisch hätten einige aerodynamische und mechanische Hochrüstungen die beiden Sparten voneinander abgegrenzt. Im Endeffekt sollte all dies die Kosten im GT-Sport im Rahmen halten.

Unter hohen Materialpreisen leidet seit einiger Zeit speziell die GTE-Klasse. Die stetige Weiterentwicklung der Boliden, beispielsweise für den knallharten Wettbewerb in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, treibt die Preise in die Höhe; ergo schrumpft der Kreis potenzieller Käufer mehr und mehr zusammen. Beträge um gut eine Dreiviertelmillion Euro hat es zu Zeiten der brachialen GT1-Kategorie schon einmal gegeben. Diese musste am Ende der Saison 2010 aber bekanntermaßen eingestellt werden. Für die damalige GT1-Weltmeisterschaft gab es schlichtweg nicht mehr genügend finanzstarke Teilnehmer.


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