Exklusiv

GP3 - Kolumne - Marvin Kirchhöfer

Kopf hoch und weiter geht's

Marvin Kirchhöfer gibt in seiner neuen Kolumne Einblicke aus dem Leben eines Rennfahrers. Diesmal: wie der Youngster mit Rückschlägen umgeht.
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Motorsport-Magazin.com - Liebe Motorsport-Magazin.com-Leser,

zunächst mal: Hello from Silverstone! Ich bin gut in England angekommen, wo am kommenden Wochenende die nächsten beiden Rennen der GP3 steigen. Silverstone ist eine absolute Traditionsstrecke und ich freue mich schon sehr auf das dritte Rennwochenende der Saison bei dieser fantastischen Atmosphäre im Rahmen der Formel 1.

Bevor es bei mir am Freitag wieder richtig losgeht, möchte ich euch von einem speziellen Aspekt meines letzten Rennwochenendes auf dem Red Bull Ring erzählen, um euch einen weiteren Einblick ins Leben eines Rennfahrers zu geben. Nach Platz fünf im ersten Rennen hatte ich mir für den zweiten Lauf am Sonntagmorgen von der vierten Startposition einiges ausgerechnet - das Podium war auf jeden Fall in Reichweite.

Marvin fuhr in den ersten 3 Rennen dreimal auf Platz 3 - Foto: GP3 Series

Doch leider kam alles anders: Kurz vor dem Start musste ich wegen eines Getriebedefekts aufgeben. In den letzten drei Runden auf dem Weg in die Startaufstellung merkte ich, dass etwas mit meinem Auto nicht stimmte und ich hob die Hand um zu signalisieren, dass es möglicherweise Probleme geben könnte. So hatten die Renn-Stewards ein besonderes Auge auf mich, um schnell reagieren zu können. Ich hoffte sehr, dass ich beim Start wegkommen würde, doch leider ging da nichts. Ich konnte keinen Gang mehr einlegen und auch ein Reset des Autos brachte keine Besserung.

Tja, da war das Rennen leider für mich gelaufen. Das war wirklich bitter und im ersten Moment möchte man sich in den Allerwertesten beißen... Aber für den Fehler konnte niemand etwas, weder das Team noch ich. Die Jungs meines Teams ART Grand Prix haben wirklich alles versucht, um das Auto in Gang zu bekommen, aber da war keine Chance. Es handelte sich hier einfach um einen Materialfehler - das gehört leider im Motorsport dazu, auch wenn man hofft, dass es einen selbst nie erwischt.

Marvin stieg als amtierender ATS Formel 3 Cup Champion in die GP3 auf - Foto: GP3 Series

Im ersten Moment möchte man eigentlich nur weglaufen, aber ich weiß, dass das überhaupt nichts bringt. Also habe ich mir das Rennen vom Kommandostand des Teams aus angeschaut um so viel wie möglich zu lernen und abseits der Rennstrecke weitere Erfahrungen zu sammeln. Auch beim Zuschauen gibt es interessante Dinge, die mir in Zukunft weiterhelfen können. Außerdem wollte ich einfach bei meinen Jungs bleiben. Ich versuche immer, das Positive aus einer Situation herauszuziehen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Daraus gehe ich gestärkt hervor.

Es bringt überhaupt nichts, den verlorenen Punkten nachzutrauern - Kopf hoch und weiter geht's! Umso motivierter bin ich, jetzt in Silverstone weitere gute Ergebnisse zu erzielen. Ich kenne die Strecke bereits, nachdem ich dort im Mai an einem Rennwochenende der Britischen Formel 3 teilgenommen habe, um mich auf den Kurs einzuschießen.

Marvin startet für das bekannte ART Grand Prix Team - Foto: GP3 Series

Die Generalprobe lief super: Ich fuhr in allen drei Rennen aufs Podium und konnte zweimal gewinnen. Das verleiht mir große Zuversicht für die anstehenden Aufgaben in der GP3, auch wenn einige der anderen Fahrer hier viel mehr Erfahrung im GP3-Auto haben als ich.

Der schnell Kurs von Silverstone ist nicht nur fahrerisch, sondern auch physisch sehr anspruchsvoll - das wird hart, aber ich bin fit und top-motiviert! Ein Schlüssel zum Erfolg ist wieder mal eine gute Ausgangslage im Qualifying, weil Überholen schwierig werden könnte. Aber in den letzten Qualifyings war ich gut unterwegs und deshalb rechne ich mir für das kommende Rennwochenende einiges aus. Drückt mir die Daumen!

Bis bald

Euer Marvin

Unterschrift von Marvin Kirchhöfer


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