Mi, 19.11.2008

Formel 1 - Exklusiv - Bruno Senna

Mission accomplished

Nach seinem F1-Debüt stand für Bruno Senna der erste komplette Testtag an. Er verlässt Barcelona mit einem guten Gefühl.
Senna lag nur drei Zehntel hinter Jenson Button.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Die Freude war ihm anzusehen: Bruno Senna war mit seinem ersten "echten" Testtag, den er nur knapp drei Zehntel hinter seinem Honda-Teamkollegen Jenson Button abschloss, mehr als zufrieden. Dementsprechend locker war er dann auch danach im Gespräch mit dem adrivo Motorsport-Magazin.

Für den ersten Tag habe ich schon praktisch 100 Prozent erreicht.
Bruno Senna

Wie lief dein erster "echter" Formel-1-Testtag?
Bruno Senna: Heute habe ich mich im Auto und im Team schon viel mehr zu Hause gefühlt, ich glaube, wir haben schnelle und gute Fortschritte gemacht, haben viel an der Abstimmung gearbeitet und auch herausgefunden, welche Abstimmung am besten zu meinem Fahrstil passt. Ich war am Ende nur drei Zehntel hinter Jenson Button, der ein sehr erfahrener Pilot ist. Ich denke, wir haben da sehr gute Arbeit geleistet und deshalb bin ich sehr zufrieden. Auch das Team hat einen Superjob gemacht, das Auto hat nie auch nur das kleinste Problem gehabt, für meinen ersten echten Tag in der Formel 1 war das schon ganz gut.

Bist du damit auch zuversichtlich für alles Weitere?
Bruno Senna: Ja schon, ich habe mich ja, wie gesagt, sehr wohl gefühlt, ich hatte auch einige Freiheiten, innerhalb des Teams Dinge auszuprobieren, und ich glaube, das hat sich dann in der Konstanz und meiner Leistung allgemein widergespiegelt.

Bruno Senna hat nun anderthalb Testtage hinter sich. © Sutton

Glaubst du, du hast das Optimale herausholen können?
Bruno Senna: So ziemlich - dafür, dass ich im Prinzip nur zwei neue Sätze Reifen hatte - der dritte wurde durch eine Rote Flagge in meiner dritten Runde ein bisschen ruiniert, den konnte ich nicht wirklich ausnutzen. Aber mit dem zweiten dann ganz zum Schluss konnte ich noch mal richtig gut angreifen, da war ich dann auch ziemlich schnell. Je besser man das Auto kennen lernt, desto mehr kann man es natürlich auch auf sich selbst zuschneidern und vom Team dann Dinge wollen, die besser zum eigenen Fahrstil passen. Aber ich denke, für den ersten Tag habe ich schon praktisch 100 Prozent erreicht.

Wie vergleichst du die Eindrücke zwischen Montag und heute?
Bruno Senna: Heute lief alles vom ersten Moment an viel natürlicher ab, ich musste über nichts mehr nachdenken, was mein Ingenieur über Funk von mir verlangt hat, es ging alles ganz automatisch. Aber trotzdem stehe ich in der Formel 1 natürlich noch ganz am Anfang, es gibt noch sehr, sehr viel zu lernen, aber das heute war schon ein ziemlich großer Sprung.

Würdest du dir selbst nach dem heutigen Tag das Cockpit geben?
Bruno Senna: [lacht] Schwierige Frage... Es liegt am Team, zu entscheiden ob sie mir einen Vertrag geben, ich habe meinen Teil getan, aber jetzt müssen halt mal wir erst mal bisschen abwarten...

Über 100 Runden sind mit jedem Formelauto anstrengend, natürlich ist man da nicht mehr ganz so frisch wie am Morgen.
Bruno Senna

War das wie eine Prüfung in der Schule für dich?
Bruno Senna: Es war auf jeden Fall mehr als eine Prüfung - sie wollten ja nicht nur mich testen, sondern auch ihr Auto weiterbringen. Deshalb war es wichtig, dass ich die richtigen Informationen gebe, sie haben dann vieles mit den Telemetriedaten abgeglichen, und ich glaube, gemeinsam sind wir wirklich weiter gekommen. Das ist das wichtigste an diesem Test: Nicht nur schnell zu sein, Konstanz zu beweisen, Informationen zu liefern, sondern auch mit dem Team gemeinsam weiter zu kommen, mit der Abstimmung, mit der Beziehung zu den Leuten. Ich glaube, das hat wirklich gut funktioniert, ich arbeite sehr gut mit dem Team zusammen...

Du bist über 100 Runden gefahren - ziemlich anstrengend?
Bruno Senna: Über 100 Runden sind mit jedem Formelauto anstrengend, natürlich ist man da nicht mehr ganz so frisch wie am Morgen, aber dass ich auf meinem letzten Run, dem letzten mit den neuen Reifen so schnell war, zeigt ja, dass ich da keine Probleme hatte.

Du hättest also auch noch ein bisschen was dranhängen können?
Bruno Senna: Wenn ich noch mehr hätte fahren müssen, wäre das auch problemlos gegangen, klar.

Senna ist mit seinem ersten F1-Test zufrieden. © Sutton

Wie war es, das erste Mal mit Ross Brawn zu arbeiten?
Bruno Senna: Es war sehr interessant, wir haben am Nachmittag ein bisschen über die Veränderungen gesprochen, was mehr bringt, was weniger. Es ist ja klar, dass ich von ihm unheimlich viel lernen kann, von seinem profunden technischen Wissen. Wenn man als Neuling in die Formel 1 kommt, und dann mit so jemandem arbeiten und Ideen umsetzen kann, dann ist das schon toll.

Hast Du auch mit Jenson direkt zusammengearbeitet?
Bruno Senna: Ja, wir hatten über den Tag ein paar Gespräche, das war sehr nützlich für mich, er hat natürlich viel mehr Erfahrung. Wir haben ein paar Veränderungen gemacht, die er an seinem Auto vorgenommen hat, manche haben zu meinem Fahrstil gepasst, andere nicht, aber wir konnten daraus einen guten Weg für uns finden...

Habt ihr einen ziemlich unterschiedlichen Fahrstil?
Bruno Senna: Schon etwas, ich denke, jeder hat seinen eigenen, individuellen Stil, da gibt es immer Unterschiede. Ich denke, ich habe einen etwas aggressiveren Stil als er, aber doch ein bisschen. Wir sehen manche Dinge auch etwas verschieden, aber natürlich waren seine Daten für mich sehr wichtig, um zu sehen, wo die Zeit zu finden ist und das zu meinem Vorteil zu nutzen.

Von meiner Seite aus war das Mission accomplished.
Bruno Senna

Wie weit wart ihr unter ähnlichen Bedingungen auseinander?
Bruno Senna: Nicht so einfach zu sagen. Mit alten Reifen sind wir fast die gleichen Zeiten gefahren, mit neuen hat er natürlich schon einen Vorteil, nachdem er ja schon seit einiger Zeit Formel-1-Autos mit neuen Reifen fährt. Und ich hatte ja heute auch nur zwei echte Versuche damit... Aber es ging ja auch nicht darum, schneller zu sein als er. Sie wollten sehen, dass ich konstant bin. Ich glaube, das habe ich alles erfüllt - in welchem Ausmaß, das überlasse ich dem Team zur Beurteilung. Aber das war das, was ich heute erreichen konnte.

Mit welchem Gefühl gehst du jetzt hier weg?
Bruno Senna: Ich bin wirklich sehr glücklich und zufrieden, dass der Test so gut gelaufen ist, ich denke, von meiner Seite aus war das "Mission accomplished"...

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15 Leser-Kommentare
am 02. Dezember um 17:42 Uhr
Carollore: Carol Lo Re
Mission accomplished"... Valeu Bruno Senna! Aguardando a Honda ter bom senso e contratá lo para o ano de 2009. Te vejo na F1 ano que vem. Parabéns pelos testes e sua performance.
am 21. November um 14:12 Uhr
MESSIas10: Brook...
... ich hab eben in Frage gestellt, dass du die Gp2 Saison dieses Jahr verfolgt hast. Was ich jetzt wieder tu, wenn du meinst einige Nachwuchsfahrer aus den anderen Teams mehr drauf haben als Bruno. Aber das ist jetzt nicht das Thema: Ich stimme dir zu, Grosjean ist ein Ausnahmetalent, da können wir uns einig sein, er hatte auch jede menge Pech in diesem Jahr. Deshalb soll er sich 2009 in der Gp2 nochmal beweisen. Den stärksten eindruck dieses Jahr hat di Grassi gemacht, die Gründe muss ich wohl nicht aufzählen. Bei Pantano sollte man erwähnen, dass er in Sachen Erfahrung Lichtjahre vorsprung auf die anderen Fahrer (vorallem auf Bruno) hat und das er, wenn er diese Saison ne Nullnummer abgeliefert hatte, immer selbst dran schul war. Ich hab auch nie erwähnt das Bruno wegen dem Hund nicht Champ geworden, ich wollte nur damit sagen das er in vielen Rennen (indenen Pantano gepunktet hat!) durch nicht selbstverschuldete Sachen ausgefallen ist. Egal wie Brawn sich entscheidet, Senna und di Grassi hätten sich es gleichermaßen verdient. Vorallem kommt es von aussen nicht so vor, das Senna schlechte Arbeit in seiner Testzeit abgeliefert hat (was auch gut so ist, schließlich hat er noch keine Testkilometer wie Di Grassi auf dem Buckel) und seine Zeiten konstant waren. Darauf kommt es an und nicht darauf, schneller zu sein als Di Grassi
am 20. November um 19:18 Uhr
DTMensch:
hui, das geht ja richtig ab.. Senna hat doch erst vor 3 Jahren mit dem Rennsport richtig angefangen oder? Nach dem bißchen Karting in ganz jungen Jahren, als Ayrton sagte "Ihr glaubt ich wäre schnell? Schaut euch meinen Neffen an, Bruno!" Nach dem Unglück hat Bruno seine Karriere unterbrochen, und somit sehr viel weniger Ausbildung hinter sich. Und das die Saison richtig stark war dieses Jahr ist jedem klar. - Geschlagen nur von Pantano, dem Ex-F1-Fahrer der einen noch größeren Erfahrungsvorsprung hatte als wie ihn die anderen schon auf Bruno hatten. Somit ist die Vorfreude doch berechtigt? Der Hype hat nebenbei Blogs von Bruno hervorgebracht, in denen er sich als sympathischer Mensch gezeigt hat der sich den Aufstieg lieber erarbeitet als nur auf seinen Namen zu hoffen Fazit: Die großen Erwartungen wurden bisher allesamt erfüllt, warum sollte es nicht so weiter gehen? Mir fällt noch ein dass das gleiche Thema irgendwann bezüglich Mick Schumcher diskutiert werden wird ;) Wie wird es dann erst zur Sache gehen ;)
am 20. November um 17:41 Uhr
Brooklyn99:
Du hat die Zeiten jeder Runde, um zu sagen, dass er konstant schneller war? Dann mal her damit. Genauso würde mich ein ausführlicher Bericht über das Testprogramm interessen, den du anscheind hast. Wenn du dies alles jedoch nicht besitzt, wäre ich mit solchen Äußerungen sehr vorsichtig.
am 20. November um 17:38 Uhr
Scape:
Ist doch egal. Di Grassi war halt defenitiv langsamer, konstant. Testprogramm war identisch, es handelte sich um die Auswahl der Fahrer.Du wirst sehen :)
am 20. November um 17:33 Uhr
Brooklyn99:
Lies einfach meinen ersten Kommentar und dir sollte klar werden, dass ich die GP2 verfolgt habe. Alos ich verschließe da keineswegs die Augen. Wenn ich aber lesen muss, dass es nur 3 gute Piloten gab, frag ich mich, ob du sie verfolgt hast. Ein Grosjean hatte auch sehr starke Momente. Und Senna ist nur wegen eines Hundes kein Champ geworden, ja klar ^^ Mach mal eine Rückblende und schau dir an, wieviel Pech andere Fahrer hatten vorallem di Grassi. Warum soll ich dir was aufzählen? Den Test hat er verdient, nur gibts nicht nur Senna (aber den Eindruck bekommt man hier bei einigen ^^). Ein Pantano als Champ hat z.b. die Chance ebenfalls verdient. Und mir "anderen" meinte ich jetzt nicht nur Testfahrer bei Honda. Auch der Nachwuchs bei anderen Teams hat in meinen Augen mehr drauf als der Neffe eines ganz Großen ...
am 20. November um 17:26 Uhr
MESSIas10: Brook...
... du verschließt auch deine Augen wenn du meisnt Senna wär nicht gut. Hast du überhaupt die Gp2 Saison dieses Jahr gesehen? Es gab nur drei gute Piloten, di Grassi, Pantano und Senna. Senna wäre der Champ geworden wenn ein Hund nicht auf die Rennstrecke gelaufen wäre und die Stewards weniger Probleme in Spa. Doch zurück zum Thema: Nenn mir mal alle Piloten die sich den Test bei Honda mehr verdient hätten als Senna. Ich warte
am 20. November um 17:24 Uhr
Brooklyn99:
Wo bitte ist das Unsinn? Der Hype ist Fakt, genauso, dass alle hier nur wegen des Names am Rad drehen. Wenns nach Leistung gehen würde, hätten es andere mehr verdient ... Zum Thema "konstant" schneller.Wir haben 1 1/2 Testtage zw. den beiden erlebt, wo keiner das Testprogramm beurteilen kann. Aber wie gesagt, den meisten läuft halt der Sabber aus dem Mund, wenn sie Senna hören und verschließen dabei die Augen ^^
am 20. November um 17:11 Uhr
Scape:
@Brooklyn99 Ist doch Unsinn, der Junge hat sich hochgearbeitet. Klar hat der Neme die ein oder andere Tür geöffnet, was im Falle DIGrassi das Sponsorgeld auch gemacht hat. Fakt ist : Bruno war konstant schneller im F1 als DiGrassi und der hatte schon genug Erfahrung im F1, von daher....
am 20. November um 15:09 Uhr
magicalo: alleine wenn man den Namen sieht,
läuft es einem Kalt den Rücken runter. Ich hoffe für ihn, dass er einen Platz in der F1 bekommt und sich langsam entwickeln kann. Er muss ja nicht sofort im Besten Auto sitzen. So viel Glück haben nur die wenigsten. Da fällt mir gerade nur einer ein. Wäre schön, wenn er eines Tages da weitermacht wo sein Onkel aufgehört hat.