2. Training: Schimpfender Räikkönen jagt Mercedes - Formel 1 - Motorsport-Magazin.com

Formel 1 - 2. Training: Schimpfender Räikkönen jagt Mercedes

Rauchender Rosberg vor Hamilton

Bestzeit für Nico Rosberg auch im zweiten Japan-Training. Doch Hamilton ist nahezu zeitgleich. Auch Räikkönen fehlt nicht viel, Vettel hingegen unter Druck.
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Motorsport-Magazin.com - Nächste Silberpfeil-Bestzeit in Japan. In einem erneut actionreichen zweiten Training erzielt wieder Nico Rosberg die Bestzeit. Wie schon am Vormittag setzte sich der WM-Führende hauchdünn gegen Mercedes-Rivale Lewis Hamilton durch, diesmal noch knapper.

Die Platzierungen: Lediglich 72 Tausendstelsekunden trennten die Mercedes-Kontrahenten auf den P1 und P2. Erstaunlich nahe kam ihnen Kimi Räikkönen auf P3. Dem Ferrari-Finnen fehlten lediglich drei Zehntel - und das obwohl er sich über massives Untersteuern beschwerte. "Es fühlt sich an, als würden wir ohne Frontflügel fahren", funkte Räikkönen. Um Teamkollege Sebastian Vettel (P5) mehr als fünf Zehntel abzunehmen, reichte es dennoch.

Ich habe massives Untersteuern. Es fühlt sich an, als würden wir ohne Frontflügel fahren.
Kimi Räikkönen

Zwischen die Ferrari schob sich Max Verstappen im Red Bull, knapp vor Vettel, weit hinter Räikkönen. Anders als noch am Morgen hatte diesmal auch Red Bull die weichste Reifenmischung eingesetzt. Daniel Ricciardos Quali-Run wurde indessen durch ein VSC zerstört, sodass hinter Vettel, Sergio Perez, Nico Hülkenberg, Fernando Alonso, Valtteri Bottas und Carlos Sainz die Top-10 komplettierten. Pascal Wehrlein blieb auf P20 einen Rang vor Manor-Kollege Esteban Ocon.

Die Zwischenfälle: Wie am Morgen auch diesmal einige Ausritte neben die Strecke. Als ersten erwischte es den Renault von Kevin Magnussen, der in der Haarnadel nach einem Verbremser durchs Kiesbett rodelte. Heftiger der "Moment" von Daniil Kvyat, der bei hohem Tempo seinen Toro Rosso in der letzten Kurve verlor, sich spektakulär drehte, aber nur ein DRS-Schild aus Styropor vernichtete, kein Einschlag in die Barrieren. Erst im Vorjahr war Kvyat im Qualifying heftig gecrasht.

Nach gut einer halben Stunde testete derweil Pascal Wehrlein kurz das Kiesbett in Spoon. Jenson Button verbremste sich kapital in der Schikane, bevor sich Räikkönen wie zum Beweis seiner Untersteuern-Schimpftirade in der Haarnadel kurz ins Gras verabschiedete. Wenig später erwischte es Felipe Massa in der zweiten Degner. Grosjean verabschiedete sich kurz vor Schluss noch kurz in der Löffel-Kurve. Den Schlusspunkt setzte Felipe Nasr per Dreher.

Die Technik: Alonso bestritt das zweite Training mit einem neuen Auspuff. McLaren hatte nach dem Heck-Einschlag des Spaniers in Spoon am Morgen einen Haarriss festgestellt. Auch Jolyon Palmer konnte nach seinem vorzeitigen Ende in FP1 wegen Elektronik-Problemen am Renault gleich wieder loslegen.

Aufregung erneut um das Mercedes-Heck: Nach rund 14 Minuten fuhr Rosberg mit wild rauchendem Silberpfeil aus der Garage. Es handelte sich jedoch nur um Öl. Entwarnung für den WM-Leader. Zur Session-Halbzeit erlebte Haas den nächsten Negativ-Moment des Tages. Nach Grosjean-Crash am Morgen rollte diesmal Esteban Gutierrez' Haas Ende der Esses aus. "Etwas ist gebrochen", funkte der Mexikaner. Ein Defekt am Turbolader, wie der Rennstall kurz darauf mitteilte. Das sorgte für das VSC, das Ricciardo einen Quali-Run zerstörte.

Schließlich auch noch Sorgen bei Ferrari und Räikkönen, der Fehlzündungen meldete. Nach einigen Minuten Analyse in der Garage ging es für den Finnen aber weiter.

Das Wetter: Noch bleibt das japanische Wetter der Formel 1 wohlgesonnen. Wie im ersten so auch im zweiten Training kein Tropfen des angekündigten Regens in Sicht. Die Session ging bei gut 24 Grad Celsius Außen- und 33 Streckentemperatur über die Bühne. Am Samstag soll es dann aber losgehen mit Regengüssen - zum Qualifying, im Rennen drohen gar Gewitter.

Die Analyse: Hamilton und Rosberg liefern sich in Japan ein Privatduell. So viel scheint bereits jetzt fast klar - zumindest auf eine schnelle Runde. Hier sind die Silberpfeile selbst mit den harten Reifen nur unwesentlich langsamer als die Konkurrenz auf Soft. Wie es im Longrun aussieht, erfahren Sie in Kürze in einer ausführlichen Analyse von Motorsport-Magazin.com. Im Quali-Run derweil geht es hinter Mercedes eng zu zwischen Ferrari und Red Bull, teamintern muss Vettel gegen Räikkönen dringend mal wieder etwas anbieten.


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