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Formel 1 - Kein Schrott: Die Rennen ohne Ausfälle

Ausfallquote null Prozent

Nicht oft in der langen Geschichte der Formel 1 gab es Rennen, bei denen alle gestarteten Piloten auch das Ziel sahen. Motorsport-Magazin.com kennt sie.
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Motorsport-Magazin.com - Keine Defekte, keine folgenschweren Fahrfehler und keine heftigen Kollisionen: Treten diese drei Fälle bei ein und demselben Rennen ein, kann es passieren, dass es keinen einzigen Ausfall zu verzeichnen gibt und alle gestarteten Piloten das Ziel sehen. In der langen Geschichte der Formel 1 war dies bislang erst sieben Mal der Fall. Eine verschwindend geringe Anzahl, bedenkt man, dass seit 1950 mehr als 900 Grands Prix ausgetragen wurden. Motorsport-Magazin.com begibt sich auf Zeitreise und verrät, bei welchen Rennen es eine Ausfallsquote von null Prozent gab.

Niederlande GP 1961

Zandvoort war das erste Rennen ohne Ausfälle - Foto: Sutton

Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 gab es 1961 ein Rennen ohne Ausfälle. Schauplatz war das niederländische Zandvoort, wo alle 15 gestarteten Piloten auch das Ziel sahen. Den Sieg trug der Deutsche Wolfgang von Trips davon, nur neun Zehntel vor seinem Ferrari-Teamkollegen Phil Hill. Doch damit nicht genug der Kuriositäten: Kein einziger Pilot absolvierte einen Boxenstopp, obwohl die Fahrzeit bei über zwei Stunden lag.

US GP 2005

Die meisten Piloten bogen vor dem Start in die Boxengasse ab - Foto: Sutton

Der Große Preis der USA 2005 ging ebenfalls als ausfallloses Rennen in die Geschichte ein. In Erinnerung blieb das Rennen in Indianapolis jedoch aus einem anderen Grund. Aufgrund von Reifenproblemen bogen alle Michelin-bereiften Piloten vor dem Ende der Einführungsrunde in die Boxengasse ab und verzichteten auf einen Start. Somit gingen lediglich sechs Autos ins Rennen: Michael Schumacher und Rubens Barrichello für Ferrari, Tiago Monteiro und Narain Karthikeyan für Jordan sowie Christijan Albers und Patrick Friesacher für Minardi. Keiner des Sextetts verzeichnete einen Ausfall, sodass sich Ferrari über einen Doppelsieg, Monteiro über sein einziges Podium und Minardi über eine seltene Punktankunft mit zwei Autos freuen durfte.

Italien GP 2005

In Monza sahen alle Piloten das Ziel - Foto: Sutton

Sieht man aufgrund der ungewöhnlichen Begleitumstände vom US GP ab, war das Rennen in Monza im selben Jahr der erste Grand Prix seit 1961, bei dem sämtliche gestartete Piloten gewertet wurden. Den Sieg sicherte sich Juan Pablo Montoya vor dem Renault-Duo Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella. Nick Heidfeld durfte an dem historischen Rennen hingegen nicht mitwirken, just in Monza verlor er sein Cockpit bei Williams-BMW an Antonio Pizzonia.

Europa GP 2011

24 Piloten starteten in Valencia und ebenso viele sahen auch das Ziel - Foto: Sutton

Es dauerte sechs weitere Jahre, bis die Formel 1 erneut ein Rennen ohne Ausfälle erlebte. Schauplatz war diesmal der Valencia Street Circuit, wo der Große Preis von Europa ausgetragen wurde. Da selbst die Hinterbänklerteams Lotus (später Caterham) Virgin (Marussia/Manor) und HRT geschlossen das Ziel sahen, kamen gleich 24 Piloten in die Wertung. Das Rennen gewann Sebastian Vettel vor Fernando Alonso und Mark Webber.

Japan GP 2015

Nasr beendete das Rennen nicht, wurde aber trotzdem gewertet - Foto: Sutton

Auch beim Großen Preis von Japan 2015 fanden sich alle gestarteten Piloten im Endklassement wieder, abgewinkt wurden jedoch nur 19 von 20 Fahrern. Sauber-Pilot Felipe Nasr musste seinen Boliden kurz vor dem Rennende mit einem technischen Defekt abstellen, kam mit vier Runden Rückstand allerdings dennoch in die Wertung. Das Rennen gewann Lewis Hamilton, der seinen 41. Karrieresieg feierte und damit mit Ayrton Senna gleichzog.

China GP 2016

In China flogen die Teile, trotzdem gab es keinen Ausfall - Foto: Sutton

Unzählige Überholmanöver, jede Menge durch die Luft fliegende Teile und Action von der ersten bis zur letzten Runde des Rennens. Der Große Preis von China 2016 hatte alles zu bieten, was das Motorsportfanherz höher schlagen lässt, und dennoch sahen schlussendlich in Shanghai alle 22 Piloten das Ziel. Angesichts der Vorfälle auf der Strecke ein kleines Wunder.

Japan GP 2016

In Suzuka sahen alle 22 Piloten das Ziel - Foto: Sutton

Wie schon im Jahr zuvor, gab es beim Großen Preis von Japan auch diesmal keinen einzigen Ausfall zu verzeichnen. Und wirklich in Gefahr war auch kein Pilot, die Segel streichen zu müssen, denn allzu viele spektakuläre Szenen bot das Rennen in Suzuka nicht.


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