Formel 1 - Lausanne: Schumacher immer öfter bei Bewusstsein

Wir reden hier nicht von Tagen

Laut CHUV-Mediensprecher Darcy Christen ist Michael Schumacher immer öfter bei Bewusstsein. Trotzdem warnen Ärzte vor zu viel Euphorie.
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Motorsport-Magazin.com - Seit Montag ist bekannt, dass Michael Schumacher aus dem Koma erwacht ist und in das Universitätskrankenhaus von Lausanne (CHUV) überstellt wurde. Dort wird die weitere Rehabilitation des Rekordweltmeisters stattfinden - und zwar außerhalb der Öffentlichkeit wie seine Managerin Sabine Kehm betonte. Doch nun meldete sich CHUV-Mediensprecher Darcy Christen zum Zustand von Schumacher zu Wort.

Die Überstellung in unser Krankenhaus bedeutet nicht, dass sich sein Zustand in den vergangenen Wochen markant verbessert hat
CHUV-Mediensprecher

"Die Überstellung in unser Krankenhaus bedeutet nicht, dass sich sein Zustand in den vergangenen Wochen markant verbessert hat. Er ist mal bei Bewusstsein, mal nicht", erklärte Christen. Allerdings sollen die Phasen, in denen Schumacher bei Bewusstsein ist, regelmäßiger werden. Laut Universitätsprofessor Dr. Gerhard Wolf, der in der Allgemeinchirurgie des Landeskrankenhaus Graz arbeitet und seit 1997 Mitglied der Medical Commission der FIA ist, ist es normal, dass sich der neurologische Zustand des Deutschen nach fünf Monaten im Koma weit weg vom Normalzustand befindet.

"Dass Schumacher auf Berührungen reagiert, ist eine dem Koma noch sehr nahe Lebensform. Dieser Zustand ist immer noch sehr weit weg vom normalen, aber es ist zumindest eine Reaktion, die der Körper nach dieser langen Zeit zeigt. Nach fünf Monaten im Koma kann man diese Reaktionen durchaus als Erfolg bezeichnen", sagte Dr. Wolf gegenüber Motorsport-Magazin.com. Schumacher hatte sich am 29. Dezember 2013 bei einem Ski-Unfall lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen und musste notoperiert werden. Ende Januar begannen die Ärzte in Grenoble die Narkosemittel zu reduzieren und beim 45-Jährigen die Aufwachphase einzuleiten.

Keine Sonderbehandlung

Seit kurzem ist Schumacher wach. Laut Dr. Wolf kann die aktuell eingeleitete Reha-Phase bis zu einem Jahr dauern. "Wir wissen nach einem Jahr wie der Zustand des Patienten ist. Alles nach einem Jahr kann man als bleibend ansehen", erklärte Dr. Wolf. Auch seitens des Universitätskrankenhauses von Lausanne wird von einem längeren Reha-Prozess gesprochen. "Wir reden hier nicht von Tagen, sondern von einem sehr langen Zeitraum. Schumacher kann noch nicht sprechen, allerdings bis zu einem Grad mit seiner Außenwelt kommunizieren", verriet CHUV-Mediensprecher Darcy Christen.

"Im Moment gibt es für Michael Schumacher keinen besseren Ort als das Universitätskrankenhauses von Lausanne. Wir verbinden in perfekter Weise Pflege mit Wissenschaft", fuhr Christen fort. Gleichzeitig betonte das Krankenhaus, dass es für den siebenfachen Formel-1-Champion keine Sonderbehandlung gibt. "Er ist ein Patient wie jeder andere", erklärte Professor Richard Frackowiak, Chef der klinischen Neurowissenschaften in Lausanne.


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