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Formel 1 - Die vergessenen Großen Preise

Von Argentinien bis Schweden

Die Formel 1 fuhr bereits an Orten, an die sich viele Fans heute gar nicht mehr erinnern können. Motorsport-Magazin.com begibt sich auf Zeitreise.
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Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 macht 2015 einen weiteren Halt in Nordamerika. Der Große Preis von Mexiko kehrt nach 23 Jahren in den Rennkalender zurück. Wie in der Vergangenheit wird auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko City gefahren. Motorsport-Magazin.com begibt sich auf Zeitreise und stellt jene Großen Preise vor, die mittlerweile schon fast in Vergessenheit geraten sind.

Argentinien

Argentinien war lange Zeit ein Fixpunkt im Kalender - Foto: Sutton

20 Mal trug die Formel 1 auf dem Autódromo Oscar Alfredo Gálvez in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires einen zur Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix aus. Erstmalig schlug die Königsklasse ihre Zelte 1953 im südamerikanischen Land auf, das letzte Rennen fand 1998 statt und wurde von Michael Schumacher gewonnen. Rekordsieger mit vier Triumphen ist Lokalmatador Juan Manuel Fangio.

Europa

Ayrton Senna gewann 1993 den Europa GP in Donington - Foto: Sutton

Zwischen 1983 und 2012 absolvierte die Formel 1 auf unterschiedlichen Strecken insgesamt 22 Rennen, die als Großer Preis von Europa gewertet wurden. Damit wollte die FIA ermöglichen, dass in einem Land mehr als lediglich ein Grand Prix veranstaltet werden konnte. Zu den Austragungsorten zählten Brands Hatch, Donington, der Nürburgring, Jerez sowie zuletzt fünf Mal der Stadtkurs im Hafen von Valencia.

Frankreich

1960 fand der Frankreich GP in Reims statt - Foto: Sutton

Unglaubliche 58 Mal fand der Große Preis von Frankreich statt, seit 2008 gastiert die Formel 1 jedoch nicht mehr in der Grande Nation - wenngleich in regelmäßigen Abständen Gerüchte aufflammen, wonach eine Rückkehr im Raum stehe. In der Frühphase der Formel 1 fanden die Rennen in Reims und Rouen statt, auch in Clermont Ferrand, Dijon und Le Mans wurde gefahren. In den 80ern war dann Paul Ricard der bevorzugte Austragungsort, ehe ab 1991 ausschließlich Magny Cours zum Zuge kam.

Indien

Indien konnte sich nicht lange im Kalender halten - Foto: Sutton

Von solch einer Tradition wie Frankreich kann Indien nur träumen. Lediglich drei Mal gastierte die Formel 1 auf dem Buddh International Circuit nahe Neu Delhi, dann hatten die Teams die mannigfaltigen Probleme, unter anderem mit dem Zoll, satt. Eine Rückkehr auf den indischen Subkontinent steht allerdings im Raum.

Korea

Auch das Korea-Gastspiel war nicht von langer Dauer - Foto: Sutton

Ein ähnliches Schicksal wie Indien erlitt auch Südkorea. Die Formel 1 wurde nie so richtig mit Yeongam warm und Yeongam nie so richtig mit der Formel 1. Der Zuschauerzuspruch hielt sich im überschaubaren Rahmen und auch die versprochenen Hotels in Nähe der Rennstrecke blieben leere Versprechungen. Deshalb nahm die Königsklasse im Vorjahr vorerst Abschied.

Luxemburg

Zwei Mal beherbergte der Nürburgring den Luxemburg GP - Foto: Sutton

Weil der Große Preis von Deutschland in Hockenheim stattfand und auch der Titel Großer Preis von Europa bereits vergeben war, war der Nürburgring in den Jahren 1997 und 1998 offiziell Schauplatz des Großen Preises von Luxemburg. In die Siegerlisten trugen sich Jacques Villeneuve und Mika Häkkinen ein.

Marokko

Stirling Moss gewann 1958 in Marokko - Foto: Sutton

Nachdem Anfang der 50er-Jahre bereits vier nicht zur Weltmeisterschaft zählende Läufe im nordafrikanischen Land stattgefunden hatten, wurden 1958 in Marokko auch Punkte vergeben. Auf dem Ain-Diab-Straßenkurs nahe von Casablanca trug sich Stirling Moss in die Siegerlisten ein, überschattet wurde das Rennen jedoch vom tödlichen Unfall des Vanwall-Piloten Stuart Lewis-Evans. Es war der letzte Auftritt der Formel 1 in Marokko.

Mexiko

Kehrt Mexiko 2015 in den Kalender zurück? - Foto: Sutton

Zwischen 1963 und 1992 war die Königsklasse 15 Mal auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexico City zu Gast und elektrisierte die Massen. Eigentlich hätte die Königsklasse schon in diesem Jahr ihre Rückkehr nach Mittelamerika feiern sollen, doch die notwendigen Streckenumbauten erwiesen sich als zu umfangreich. Das Comeback des mexikanischen Grand Prix findet nun 2015 statt.

Niederlande

Zandvoort war 30 Mal Schauplatz eines Grand Prix - Foto: Sutton

Nicht seltener als 30 Mal machte die Formel 1 in den Niederlanden Station und das stets auf dem Dünenkurs von Zandvoort. 1985 nahmen Lauda und Co., der das letzte Rennen gewann, jedoch Abschied und kehrten bis heute nicht mehr zurück. Die aktuelle Version des Circuit Park hat nur mehr wenig mit der ursprünglichen Streckenvariante zu tun, zuletzt gastierten hauptsächlich Sportwagen- und Tourenwagenserien in Zandvoort.

Pazifik

Michael Schumacher (hier hinter David Coulthard) gewann beide Rennen in Aida - Foto: Sutton

Weil sich der Große Preis von Japan bereits im Rennkalender befand, firmierten die Rennen, die 1994 und 1995 auf dem Tanaka International Circuit in Aida nahe Kobe ausgetragen wurden, unter dem Namen Großer Preis des Pazifik. 1995 musste das Rennen aufgrund eines Erdbebens kurzfristig von April auf Oktober verlegt werden, es war gleichzeitig auch der letzte Abstecher der Formel 1 nach Aida.

Pescara

Die Strecke um Pescara verlange den Piloten alles ab - Foto: Sutton

Es ist der vielleicht unbekannteste Grand Prix in dieser Auflistung. Weil die Rennen in Belgien und den Niederlanden 1957 aus finanziellen Gründen ausgefallen waren, wurde der Große Preis von Pescara kurzfristig in den Kalender aufgenommen. Der rund 25 km lange Straßenkurs entlang der italienischen Adria-Küste war schon zuvor zahlreiche Male Austragungsort nicht zur Weltmeisterschaft zählender Rennen gewesen. Obwohl Ferrari von einer Teilnahme absah, verfolgten mehr als 200.000 Zuschauer den Sieg von Stirling Moss, der als einer von nur sieben Piloten ins Ziel kam.

Portugal

Jacques Villeneuve gewann den letzten Portugal GP - Foto: Sutton

Die Formel 1 hat im Land im äußersten Westen Europas durchaus Tradition. Zunächst trat man von 1958 bis 1960 auf Straßenkursen in Lissabon und Porto an, ehe 1984 der Circuito do Estoril in den Rennkalender aufgenommen wurde. Dort verblieb die Strecke bis inklusive 1996, seither machte die Formel 1 aber keinen Abstecher mehr nach Portugal. Sollte es sich Bernie Ecclestone aber einmal wieder anders überlegen, so gibt es in Portimão mit dem Autódromo Internacional do Algarve eine gleichermaßen moderne wie spektakuläre Strecke.

San Marino

Der erste San Marino GP fand 1981 statt - Foto: Sutton

Der Große Preis von San Marino zählte jahrelang zum Stamminventar des Kalenders. Von 1981 bis 2006 drehte die Formel 1 ohne Unterbrechung auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola ihre Runden, das aufgrund der tödlichen Unfälle von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger im Frühjahr 1994 traurige Berühmtheit erlangte. 2007 fiel der Grand Prix zugunsten des Rennens in Spa aus dem Kalender und wurde seither nicht mehr wiederaufgenommen.

Schweden

Niki Lauda gewann zwei Mal in Schweden - Foto: Sutton

Schweden ist das einzige skandinavische Land, in dem die Formel 1 Station machte. Zwischen 1973 und 1978 zählte der Scandinavian Raceway in Anderstorp zum Rennkalender und sah unter anderem zwei Siege von Niki Lauda. Nach dem Tod von Ronnie Peterson und Gunnar Nilson nahm das Interesse an der Königsklasse in Schweden allerdings merklich ab, sodass es seither keine Rennen mehr im hohen Norden Europas gab.

Schweiz

Dijon beherbergte 1982 den Schweiz GP - Foto: Sutton

In den Anfangsjahren der Formel 1 stellte der jährliche Abstecher in die Schweiz einen Fixpunkt dar. Von 1950 bis 1954 drehten Guiseppe Farina, Juan Manuel Fangio und Co. auf der Bremgarten-Rundstrecke in Bern ihre Runden, ehe 1955 nach dem schweren Unfall bei den 24 Stunden von Le Mans, im Zuge dessen 80 Menschen ums Leben kamen, Rundstreckenrennen in der Schweiz aus Sicherheitsgründen verboten wurden. 1982 gab es dennoch ein Comeback des Großen Preises der Schweiz, allerdings fand dieser im französischen Dijon statt. Den Sieg trug der spätere Weltmeister Keke Rosberg davon - es war sein einziger in dieser Saison.

Südafrika

Start zum Südafrika GP 1982 - Foto: Sutton

Nachdem die Formel 1 in den 60er-Jahren drei Rennen in East London absolviert hatte, wurde sie ab 1967 in Kyalami heimisch, bis das Rennen 1985 aus dem Kalender flog. 1992 und 1993 kam es zwar zu einem kurzfristigen Comeback, doch dem Besitzer, dem südafrikanischen Automobilclub, war die Abhaltung von Formel-1-Rennen zu teuer. In Südafrika wurde oftmals zu ungewöhnlichem Datum gefahren, denn so waren Rennen am 1. oder 2. Januar sowie zwischen Weihnachten und Silvester keine Seltenheit.

Türkei

Die Tribünen in Istanbul waren zumeist spärlich gefüllt - Foto: Sutton

Immerhin sieben Mal fand der Große Preis der Türkei auf dem Istanbul Park Circuit statt, richtig warm wurde das Publikum mit der Formel 1 aber nie, wie die stets gähnend leeren Tribünen bewiesen. Das Highlight der Strecke stellte Kurve acht dar, die über nicht weniger als vier Scheitelpunkte verfügte. Vor allem Felipe Massa dürfte dem Großen Preis der Türkei nachtrauern, gewann er doch drei Mal in Istanbul.

USA

Detroit war einer der vielen Austragungsort des US GP - Foto: Sutton

Die Formel 1 und die Vereinigten Staaten waren zumeist eine Hassliebe, was sich in den zahlreichen wechselnden Austragungsorten und Namen widerspiegelte. Dallas, Detroit, Las Vegas, Long Beach, Indianapolis… die Liste der Orte, die die Königsklasse beherbergten, ist schier endlos lang. Erst in Austin, das seit 2012 zum Rennkalender zählt, scheint die Formel 1 so richtig heimisch geworden zu sein.

Welche Großen Preise würdet ihr gerne wieder im Kalender sehen und auf welche aktuellen Rennen könnte man verzichten? Schreibt uns eure Meinung in den Kommentaren unterhalb des Artikels!


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