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Formel 1 - Die Meilensteine der Formel 1 in Österreich

Ein Klassiker kehrt zurück

Die Formel 1 gibt sich wieder in Österreich die Ehre. Motorsport-Magazin.com blickt auf Highlights und Wendepunkte des Grand Prix' in der Steiermark.
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Motorsport-Magazin.com - Am kommenden Wochenende ist es endlich soweit. Die Formel 1 kehrt nach elf Jahren Pause nach Österreich zurück. Motorsport-Magazin.com blickt auf die lange uns wendungsreiche Geschichte des traditionsreichen Rennens in Spielberg und zeigt die Meilensteine der letzten Jahrzehnte auf.

23. August 1964: Die Premiere in Zeltweg

Die Formel 1 am Flughafen von Zeltweg - Foto: Sutton

Nachdem auf dem Gelände des Militärflughafens in Zeltweg im Jahr zuvor bereits ein nicht zur Weltmeisterschaft zählender Lauf stattgefunden hatte, ging am 23. August 1964 der erste Große Preis von Österreich über die Bühne. Auf der 3,2 km langen Strecke mussten die Piloten 105 Runden absolvieren und am Ende durfte sich Ferrari-Pilot Lorenzo Bandini über die Siegestrophäe freuen.

16. August 1970: Der Österreichring wird eingeweiht

Jacky Ickx und Ferrari-Teamkollege Clay Regazzoni vor den zahlreichen Fans - Foto: Sutton

Nach sechs Jahren Pause schlug die Formel 1 wieder ihre Zelte in der Steiermark auf - diesmal jedoch nicht in Zeltweg, sondern im nur zwei Kilometer entfernten Spielberg auf dem brandneuen Österreichring. Lokalmatador Jochen Rindt, der die Weltmeisterschaft anführte, lockte die Massen an die 5,9 km lange Rennstrecke, doch letztlich sollte trotz Pole Position nicht der Lotus-Pilot den Sieg davontragen. Rindt musste wegen eines Motorschadens aufgeben und so hieß der erste Gewinner auf dem Österreichring Jacky Ickx.

17. August 1973: Debüt für das Safety Car

Das Safety Car drehte im Training ein paar Runden - Foto: Sutton

Im Rahmen des Freien Trainings auf dem Österreichring kam zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 ein Safety Car zum Einsatz. Es handelte sich dabei allerdings lediglich um einen Test, wenige Wochen später wurde das Sicherheitsfahrzeug beim Großen Preis von Kanada jedoch auch im Rennen eingesetzt.

17. August 1975: Tragödie um Mark Donohue

Die Reste von Mark Donohues Unglückswagen - Foto: Sutton

Der sechste Grand Prix auf dem Österreichring wurde im strömenden Regen überraschend von March-Pilot Vittorio Brambilla gewonnen, überschattet wurde das Rennen aber vom tödlichen Unfall Mark Donohues. Der US-Amerikaner erlitt im Warm-Up einen Reifenschaden und schlug mit voller Wucht in die Streckenbegrenzung ein. Zuerst schien es so, als wäre Donohue nicht schwer verletzt, jedoch fiel der Penske-Pilot noch auf dem Weg ins Krankenhaus nach Graz ins Koma und erlag zwei Tage später einer Gehirnblutung.

14. August 1977: Schikane für mehr Sicherheit

Mit einer Schikane wurde das Tempo eingebremst - Foto: Sutton

Als Reaktion auf Donohues tragischen Unfall wurde in der schnellen Hella-Licht-Kurve eine Schikane eingebaut, die das Tempo merklich verringerte. Das erste Rennen auf der modifizierten Strecke gewann Alan Jones auf Shadow. Da allerdings die australische Hymne für den Sieger nicht vorlag, improvisierte die Kapelle kurzerhand ein Musikstück. Kurios: Auch bei Red Bulls erstem Sieg in der Formel 1 wurde bekanntlich die falsche Hymne gespielt - statt der österreichischen Fanfare erklang 2009 in China die "God save the Queen".

19. August 1984: Lauda lässt die Massen jubeln

Das McLaren-Duo Niki Lauda/Alain Prost - Foto: Sutton

Egal ob Berger, Rindt oder Wurz - ein sonderlich guter Boden für die heimischen Piloten war Spielberg nie. Die große Ausnahme stellte Niki Lauda dar, der 1984 als bisher einziger Österreicher seinen Heim-Grand-Prix gewann und damit die zahlreichen rot-weiß-roten Fans in Ekstase versetzte. Beinahe wäre es dabei gar nicht zum Triumph gekommen: Laudas McLaren hatte in der Schlussphase des Rennens Getriebeprobleme, letztlich konnte sich der Lokalmatador aber als Erster ins Ziel retten.

16. August 1987: Massenunfall zum Abschied

Der Start musste zwei Mal abgebrochen werden - Foto: Sutton

Gleich zwei Mal musste der Grand Prix 1987 aufgrund von Massenunfällen direkt nach dem Start abgebrochen werden, was gleichbedeutend mit dem vorläufigen Abschied der Formel 1 aus Österreich war. Die Strecke entsprach nicht mehr den Sicherheitsstandards und so entschied Bernie Ecclestone, dass die Königsklasse des Motorsports auf dem Österreichring keine Zukunft hatte. Den letzten Sieg trug Nigel Mansell davon, der dabei in 1:28.318 Minuten auch einen neuen Rundenrekord auf dieser Streckenvariante aufstellte.

21. September 1997: Comeback nach zehn Jahren

Jacques Villeneuve gewann das erste Rennen auf dem A1-Ring - Foto: Sutton

In den 1990er-Jahren wurde der Kurs von Grund auf umgebaut und an die modernen Sicherheitsstandards angepasst, weshalb der nach einem Mobilfunkbetreiber benannte A1-Ring wieder Aufnahme in den Formel-1-Kalender fand. Das erste Rennen auf der nun 4,319 km langen Strecke entschied Jacques Villeneuve für sich, der sich am Ende der Saison auch zum Weltmeister krönte.

25. Juli 1998: Eine kuriose erste Reihe

Giancarlo Fisichella führte das Feld in die erste Kurve - Foto: Sutton

Weil das Qualifying auf nasser Strecke stattfand, konnte man in Spielberg die ungewöhnlichste erste Startreihe der Saison 1998 bestaunen. Die Pole Position sicherte sich Giancarlo Fisichella im Benetton, gefolgt von Sauber-Pilot Jean Alesi. Glück brachte ihnen die gute Ausgangslage allerdings nicht, sowohl der Italiener als auch der Franzose schieden aus. Letztlich feierte McLaren in Person von Mika Häkkinen und David Coulthard einen überlegenen Doppelsieg.

12. Mai 2002: Das Skandalrennen

Rubens Barrichello musste Michael Schumacher den Sieg schenken - Foto: Sutton

Ferrari feierte in Spielberg einen Doppelerfolg, über den sich bei der Scuderia aber zumindest auf dem Podium niemand so recht freuen konnte. Bis zur letzten Kurve lag Rubens Barrichello in Führung, doch auf Geheiß des Kommandostands musste der Brasilianer unmittelbar vor der Ziellinie abbremsen und Michael Schumacher vorbeilassen. Die Konsequenz war ein gellendes Pfeifkonzert der empörten und sich betrogen fühlenden Zuschauer während der Siegerehrung.

18. Mai 2003: Der zweite Abschied

Die Fans waren auf Bernie Ecclestone sauer - Foto: Sutton

Weil sie sich die Formel 1 zusehends lukrativeren Destinationen in Asien und dem arabischen Raum zuwandte, verabschiedete sich Österreich 2003 zum zweiten Mal aus dem Rennkalender. Wie im Vorjahr gewann Michael Schumacher, diesmal allerdings ganz ohne Stallorder. Dafür geriet sein Ferrari beim Boxenstopp in Brand, das Feuer konnte jedoch rasch gelöscht werden.

15. Mai 2011: Eröffnung des Red Bull Rings

Der Red Bull Ring wurde bei Regenwetter feierleich eröffnet - Foto: Red Bull/GEPA

Im Jahr 2003 erwarb Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz die Rennstrecke und wollte mit einigen Partnern aus Wirtschaft und Industrie ein Motorsportzentrum samt Teststrecke errichten. Nach dem Abriss der Strecke stoppten allerdings behördliche Probleme den Wiederaufbau und erst acht Jahre später, am 15. Mai 2011, konnte der neue Kurs, der nun den Namen Red Bull Ring trug, wiedereröffnet werden. Vorerst stellten Auftritte der DTM die Highlights dar.

23. Juli 2013: Das Unmögliche wird Realität

Die Formel 1 kehrt zurück nach Spielberg - Foto: Sutton

Nachdem es gemeinhin als unmöglich galt, die Formel 1 noch einmal nach Österreich zu holen, verkündete Red Bull am 23. Juli des Vorjahres völlig überraschend, dass man sich mit Bernie Ecclestone auf eine Rückkehr der Königsklasse nach Spielberg einigen konnte.

22. Juni 2014: Beginn einer neuen Ära

2014 wird ein ähnlicher Zuschaueransturm wie in den 70ern erwartet - Foto: Sutton

Der erste Große Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring war bereits binnen kürzester Zeit restlos ausverkauft und wird am 22. Juni 2014 in Szene gehen. Der Vertrag mit Bernie Ecclestone gilt vorerst bis 2020 und garantiert der strukturschwachen Region rund um Spielberg wichtige Einnahmen.


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