Formel 1 - Soundcheck: Wie gefällt den Piloten die neue Ära

Musik oder Geräuschbelästigung?

Der V6-Turbo-Motor hat in der Formel 1 Einzug gehalten und erntet geteilte Meinungen. Motorsport-Magazin.com sprach mit den Piloten über ihre Eindrücke.
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Motorsport-Magazin.com - Lange wurde spekuliert, lange überlegt. Nun wissen wir alle, wie die neuen V6-Turbo-Motoren klingen. Für den einen kaum eine Veränderung, der andere möchte am liebsten die alte Ära zurück. Doch wie geht es eigentlich den Protagonisten? Motorsport-Magazin.com hat sich bei den Fahrern umgehört und nachgefragt, wie ihren Ohren die Umstellung gefällt.

Aus Fahrersicht macht es keinen großen Unterschied.
Fernando Alonso

Für Fernando Alonso ist es nicht wirklich relevant, ob in seinem Ferrari nun ein V8 oder ein V6-Turbo arbeitet, solange das Auto schnell ist. "Aus Fahrersicht macht es keinen großen Unterschied", sagte er gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Vielleicht hört es sich von außen - aus Sicht des Fans - ein bisschen leiser an, aber als Fahrer beschäftigt man sich nicht so sehr damit." Letztlich sei die Formel 1 eben die Formel 1 und biete die weltbeste Technologie.

Das wird sicher auch Nico Hülkenberg nicht bestreiten, aber für den Deutschen sind die neuen Geräusche, die durch seinen Helm dringen, keine Musik in den Ohren. "Es klingt wie ein DTM-Auto! Mich zumindest erinnert es an die DTM", meinte Hülkenberg. "Es ist nicht der gleiche Klang wie bei einem V8, es ist viel leiser. Vielleicht verändert sich ja noch etwas, aber ich bin mir nicht sicher. Es ist eben nicht der alte, schreiende, hochdrehende V8."

Dieses schreiende, hochdrehende V8-Aggregat vermisst auch Valtteri Bottas in seinem Williams. Der Finne beklagte den deutlich leiseren Sound - auch fahrerisch eine Umgewöhnung. "Man hört die Drehzahl des Motors nicht mehr so gut, stattdessen hört man den Turbo", schilderte Bottas. "Der Sound ist tiefer geworden und du kannst es nicht mehr so gut hören. Wir haben noch etwas Arbeit zu erledigen, um nicht das Schalten zu verpassen." Besonders am Ende einer Geraden, wenn viel Wind in den Helm wehen würde, sei der Motor nur schwer zu hören. Allerdings ist der Williams-Mann sicher, dass alles eine Frage der Gewöhnung ist. Und ein Gutes hat es schließlich: "Das Positive ist, dass man seinen Ingenieur jetzt viel besser hören kann."

Auch Jules Bianchi hat sich noch nicht 100-prozentig an die Geräusche seines Marussia gewöhnt. "Es ist eigenartig, denn manchmal kann man spüren, wie der Turbo einsetzt und das verändert das Geräusch", erklärte der Franzose. Daran seien die Formel-1-Piloten noch nicht gewöhnt. Doch das würde spätestens nach den Testfahrten kein Problem mehr sein. Dieser Meinung ist auch Force-India-Testfahrer Daniel Juncadella. "Jetzt beklagen sich noch viele über den neuen Sound, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles", meinte Juncadella im Interview mit Motorsport-Magazin.com.


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