Tipp

Formel 1 - Testfahren in Jerez: Die Tops & Flops

Lotus-Quatsch und #SuperSutil

Die 1. Tests sind Geschichte. Zurück bleibt ein Blick auf die Tops und Flops aus Jerez. Vom Hashtag-Hype über Hoffnung bis hin zum Höhepunkt der Hässlichkeit.
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Motorsport-Magazin.com - Vier Tage lang drehten die neuen Formel-1-Renner ihre Runden im spanischen Jerez. Die einen mehr, die anderen weniger, manche später und einer überhaupt nicht. Bei all der Freizeit vergnügte sich der F1-Zirkus derweil im Rumzwitschern und Hashtaggen. Mit mehr oder eher weniger Erfolg. Motorsport-Magazin.com präsentiert die Tops & Flops der ersten Testfahrten des neuen Jahres.

TOP - Red Bulls Ferienausflug. Neue Regeln hin oder her, aber nicht wenige dachten: Red Bull schlägt mit einem neuen Newey-Wunder in Jerez auf und fährt die Konkurrenz mal wieder in Grund und Boden. Nach dem Motto: Was schnell war, muss schließlich auch schnell sein. Gut möglich, dass der RB10 wirklich eine Rakete ist. Ist nach den vier Tagen in Jerez allerdings schwer zu sagen, weil das Auto eigentlich nur bei einer Gelegenheit schnell war: auf dem Weg in die Boxengasse. Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo hätten sich den Spanien-Trip eigentlich schenken können, der Red Bull stand wegen technischer Probleme quasi nur in der Garage. Die Ausbeute: 21 mickrige Runden in 4 Tagen. So etwas wünscht man natürlich keinem Team, aber der Totalausfall nährt zumindest ein bisschen die Hoffnung auf eine sportlich spannende Saison. Wäre ja mal eine nette Abwechslung.

TOP - Die neuen Nasen. Wie können die neuen Fahrzeugfronten denn TOP sein?! Staubsauger, Penisnase, Ameisenbär - der blanke Horror hatte in den letzten Wochen genügend Namen, sodass jedem klar war: hässlich, hässlicher, Formel 1. Aber, liebe Leser, beruhigen Sie sich bitte, denn: Es hätte noch schlimmer kommen können. Im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com verriet der Technische Delegierte der FIA, Joe Bauer, dass er noch hässlichere Lösungen gesehen hat, die es zum Glück nicht auf die Strecke schafften. Zwar erscheint es unmöglich, eine Nase noch unattraktiver zu konstruieren, aber damit ist zumindest klar, dass uns der Höhepunkt der Hässlichkeit erspart blieb.

Es hätte noch hässlicher sein können - Foto: Sutton

TOP - Lotus: nicht da, aber lustig drauf. Wenn man sonst nichts zu tun hat... Lotus hat als einziges Team die Tests in Jerez verpasst. In den Hallen von Enstone wird zwar fleißig am Doppelnasen-E22 geschraubt, aber was macht der Rest der Truppe? Vergnügt sich im Internet, genauer gesagt: auf dem eigenen Twitter-Account. Die Presse-Truppe zwitscherte in Ermangelung anderer Aufgaben in den vergangenen Tagen lustig vor sich hin und sorgte für den einen oder anderen Lacher. Beispiel gefällig? Der laut eigener Aussage schlechteste F1-Pilot aller Zeiten, Taki Inoue, twitterte in Richtung Lotus: "Ich vermisse Lotus wirklich." Antwort aus Enstone: "Aww, wir vermissen dich genauso wie Red Bull seine Meilen..." Aber, liebes Lotus-Team, kommt ihr erstmal nach Bahrain zum nächsten Test. Man hört, dass in eurem Auto auch ein Renault-Motor werkelt...

FLOP - #SuperSutil fliegt super ab. #Hashtags sind ja mindestens genauso beliebt wie #Selfies, und da wollte #Sauber natürlich nicht zu kurz kommen. Also überlegte sich das Kreativ-Team aus #Hinwil einen tollen Twitter-Hashtag für Neuzugang @Adrian Sutil. Gar nicht so schwierig, schnell war der #SuperSutil geboren. #SuperSutil markierte dann bei seinem ersten Sauber-Einsatz auch gleich einmal den #SuperMan und flog super von der Strecke ab. #SuperPremiere. Kann ja mal passieren, die Reifen waren noch kalt und dieses verflixte Drehmoment des Turbos ist ja auch knifflig. Es wurde aber nicht besser, einen Tag später erwischte es #SuperSutil schon wieder! #SuperKiesbett. Das mit den #Hashtags üben wir aber nochmal, #Sauber.

FLOP - Ja, wo fahren sie denn? Neue Autos, neue Motoren, neue Regeln. Alles neu in der Formel 1 im Jahr 2014. Das muss natürlich ausgiebig getestet werden und im Vorfeld der Jerez-Tests hieß es, dass jeder Kilometer Gold wert ist. Datensammeln, Systemchecks - da waren sie wieder, die Unwörter der Formel 1. Aber wo war denn nun der große Fahrbetrieb auf dem Circuit de Jerez? Die meiste Action spielte sich in der Boxengasse ab. Spannende Systemchecks. Für die Zuschauer an der Strecke gab es über lange Phasen nicht viel zu sehen. Ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Saison? Dank dem Spritspar-Wahn könnte es für den einen oder anderen Fahrer schwierig werden, ein Rennen über die volle Distanz zu schaffen.

FLOP - Marussia-Launch - welcher Launch? Völlig unbemerkt öffnete sich am Donnerstagnachmittag ein Garagentor in Jerez. Heraus kam dieses rote Auto - schlicht, aber nicht allzu hässlich - und machte sich auf in Richtung Strecke. Etwa der Ferrari ohne Staubsauger-Nase? Nein, es war der Neue von Marussia, der es mit nur zwei Tagen Verspätung tatsächlich nach Jerez geschafft hatte. Zwar waren alle Auto-Präsentationen in diesem Jahr ziemlich lahm, aber Marussia setzte noch einen drauf und stellte nicht einmal richtige Bilder des MR03 zur Verfügung. Zuversicht auf den ersten Punktgewinn in der Formel 1 kommt da nicht unbedingt auf. Kleiner Trost: Marussia spulte in der kurzen Zeit mehr Runden ab als Weltmeister Red Bull: 30 zu 21 Umläufe in Jerez.

Pssst! Marussia stellt sein Auto vor - Foto: Sutton

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