Formel 1 - Red Bull: Vettel warnt vor Mercedes

Horner traut Hamilton viel zu

Sebastian Vettel & Christian Horner zollen der Mercedes-Pace Respekt. Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner bremst jedoch die silberne Euphorie.
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Motorsport-Magazin.com - Beim abschließenden Wintertest gab Mercedes in Sachen Rundenzeit und Laufleistung klar den Ton an. Von vielen Experten wurden die Silberpfeile anschließend bereits als neuer Topfavorit für den Saisonstart in anderthalb Wochen in Melbourne auserkoren - nach Nico Rosbergs absoluter Testbestzeit von 1:20.130 Minuten am Abschlusstag kein Wunder. Bei der Konkurrenz sorgte die Fabelrunde jedenfalls für Aufsehen - sie war fast vier Zehntel schneller als die zweitbeste Barcelona-Zeit, die Fernando Alonso im Ferrari aufstellte. Bei Weltmeisterteam Red Bull hingegen war an ein Knacken der 1:21er-Marke augenscheinlich nicht zu denken - selbst die 1:22er-Hürde konnten die Mannen um Sebastian Vettel in den acht Tagen Katalonien nicht unterbieten. Gerade im Vergleich zu Mercedes ein klares Warnsignal.

Nico hatte einen großartigen letzten Testtag - das zeigt, wie gefährlich er und Lewis in der Zukunft sein werden.
Sebastian Vettel

Der Weltmeister aus Heppenheim machte sich deshalb auch einmal ein Bild an der Strecke. "Ich habe die Gelegenheit genützt, mir die anderen Teams anzuschauen." Dabei stellte Vettel fest, was den Wenigsten verborgen geblieben war: "Nico hatte in seinem Mercedes einen großartigen letzten Testtag - das zeigt, wie gefährlich er und Lewis in der Zukunft sein werden." Zuletzt hatte bereits Red-Bull-Motorsport-Berater Helmut Marko vor Mercedes gewarnt. Den Fehler, sich nun jedoch nur auf die Silberpfeile als Konkurrenz einzuschießen, wollte Vettel nicht begehen. Er erklärte: "Es gibt da draußen auch noch einige andere Teams, die wir im Auge behalten müssen."

Hamilton ist Weltklasse

Konkurrenten: Rosberg, Hamilton & Horner - Foto: Sutton

Dass Mercedes die Aufmerksam der Gegnerschaft geweckt hat, bestätigte aber auch Teamchef Christian Horner. "Sie haben mit ihren Zeiten im Zuge ihres Arbeitsprogramms für einige verdutzte Gesichter gesorgt", meinte der Brite in Bezug auf die Stuttgarter. "Ihre Autos sehen schnell aus und allein auf Grund der Tatsache, dass Lewis zum Team gewechselt ist, werden sie definitiv Fortschritte machen." Für seinen Landsmann hatte Horner viel Lob übrig: "Wir wissen alle: Lewis ist ein Weltklassefahrer und er wird das Team verbessern." Mit der Verpflichtung des Weltmeisters von 2008 gehe eine Verbesserung der Rundenzeiten einher. "Deshalb haben sie ihn ja geholt und ich bin mir sicher, dass sie dieses Jahr eine Rolle spielen werden", so Horner mit Blick auf Mercedes.

Vorhersagen über die genaue Hierarchie unter den Teams seien aber wie immer schwierig. "Dieses Jahr wird es ein massives Entwicklungsrennen von Australien bis Brasilien geben - zusätzlich kommt dann noch hinzu, dass wir alle nicht nur das aktuelle Auto sondern auch das für 2014 entwickeln und dabei in Sachen Forschung und Design ganz neue Wege beschreiten müssen." Dass sich der F1 W04 aus dem Hause Mercedes also bereits in einer guten Frühform befinde, sei mit Sicherheit kein Nachteil. "Ihre Hauptaufgabe wird es nun aber sein, dass sie diese Form über das ganze Jahr beibehalten. Sie waren auch in den letzten Jahren zu Saisonbeginn schon immer schnell - letztes Jahr haben sie beispielsweise das dritte Rennen in China gewonnen", so Horner.

Peformance muss gehalten werden

Dann folgte jedoch Stück für Stück ein Einbruch der Performance. Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner wollte nicht ausschließen, dass den Silberpfeilen ein ähnliches Schicksal auch 2013 blühen könnte. "In der vergangenen Saison ging der Mercedes-Bolide brutal mit den Reifen um. Vielleicht halfen die kühlen Temperaturen während der diesjährigen Tests dem Auto, immer das richtige Arbeitsfenster mit den Reifen zu treffen", so der Deutsche in Bezug auf die beeindruckende Pace des Teams.

Wenn es bei den Rennen zehn bis 20 Grad wärmer wird, kann es sein, dass Mercedes wieder Probleme mit dem Grip bekommt.
Christian Danner

Das Problem sei folglich aber: "Wenn es bei den Rennen zehn bis 20 Grad wärmer wird, kann es sein, dass Mercedes wieder Probleme mit dem Grip bekommt." Fürchten müsse sich die Konkurrenz vor dem Silberpfeil nach Meinung Danners jedenfalls nicht. Als Referenz nannte er Hamilton - dieser habe immerhin den direkten Vergleich zum letztjährigen McLaren, dem letzten Siegerauto der F1 beim Finale in Sao Paulo. "Lewis sagt, dass der neue Mercedes gut ist, aber in Sachen Abtrieb kein Vergleich zum alten McLaren. Wenn der 2012-er McLaren also deutlich spürbar besser war, hat Mercedes noch viel Luft nach oben."


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