Formel 1 - Minardi kritisiert Paydriver-Kultur in der F1

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Gian Carlo Minardi wünscht sich Piloten auf Top-Niveau in der Formel 1. Zudem sieht er Verbesserungsmöglichkeiten bei den Top-Teams.
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Motorsport-Magazin.com - Gian Carlo Minardi, Gründer des gleichnamigen Formel-1-Teams, hält nichts von Paydrivern und hofft auf eine Rückkehr von Top-Piloten. Dafür müssten aber zunächst die Voraussetzungen geschaffen werden. "Wir hoffen, dass Porsche wieder offizieller Motorenlieferant von Sauber wird und Honda bei McLaren. Nur unter diesen Bedingungen werden Fahrer auf höchstem Niveau zurückkommen", ist er überzeugt. "Ansonsten werden wir weiterhin Fahrer haben, die von großen Sponsoren oder sogar Ländern oder Kontinenten unterstützt werden, die den Motorsport für werbliche Zwecke nutzen. Heutzutage muss man mindestens 15 Millionen Euro ausgeben, wenn man ein Formel-1-Fahrer werden will. "

In seinem Rückblick auf die Saison 2012 deckt der ehemalige Teamchef zudem bei den aktuellen Top-Teams Schwachstellen auf und ortet Verbesserungsmöglichkeiten. Minardi erklärt, dass das beste Auto das beste Team überwunden habe. Red Bull traut er auch für die nächsten Jahre ein Siegerauto zu, hält sie jedoch nicht für unschlagbar. "Auch in Zukunft wird es das Auto sein, das es zu schlagen gilt. Aber zum Glück für die Gegner ist die Achillesferse die Zuverlässigkeit sowie das Fahrermanagement und die Boxenstopps", glaubt Minardi.

Heutzutage muss man mindestens 15 Millionen Euro ausgeben, wenn man ein Formel-1-Fahrer werden will.
Gian Carlo Minardi

Dahingegen sei Ferrari das Maß aller Dinge in Sachen Zuverlässigkeit gewesen. Was das technische Niveau angeht, liege die Scuderia hingegen hinter Red Bull und McLaren zurück. Letzteres sei das beste Team auf den harten und den Medium-Reifen gewesen. "Die sieben Siege des englischen Teams waren zweifellos mit diesen beiden Mischungen verbunden", meinte Minardi. Aufgrund interner Probleme wie dem Disput zwischen Ron Dennis und Lewis Hamilton, Fehlern bei Boxenstopps und mangelnder Zuverlässigkeit habe das Team sein Potential nicht ausreichend nutzen können.

Auf der anderen Seite nennt Minardi die Stärken der drei Top-Teams: "Wenn es um Red Bull geht, dann würde ich Adrian Newey sagen, während Ferrari die Zuverlässigkeit auf seiner Seite hat." Das Ingenieurs-Genie Newey habe seine Fähigkeiten nicht nur im aerodynamischen Bereich gezeigt, sondern auch darin, das Team zu organisieren und zusammenzuhalten. Besonders beeindruckend findet Minardi, dass Newey kurz nach Sebastian Vettels Kollision mit Bruno Senna in der ersten Runde des Brasilien GP bereits Ausdrucke des Schadens vorliegen hatte. Bei McLaren hebt er neben dem guten Management der harten und Medium-Reifen ebenfalls die Aerodynamik als Stärke hervor.

Man sollte Hamiltons Entscheidung, das Team zu verlassen, während er noch um die Meisterschaft kämpfte, nicht unterschätzen.
Gian Carlo Minardi

Um sich zu verbessern, sollte McLaren nach Minardis Ansicht die Zuverlässigkeit und die internen Managementangelegenheiten besser in den Griff bekommen. "Man sollte Hamiltons Entscheidung, das Team zu verlassen, während er noch um die Meisterschaft kämpfte, nicht unterschätzen", meint der Italiener. Ferrari sollte die Aerodynamik und die Koordination zwischen den Abteilungen des Teams verbessern, während Red Bull seiner Meinung nach ein weniger perfektes Teammanagement sowie eine verbesserte Zuverlässigkeit gut tun würden.


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