Formel 1 - Teil 4: Teamkollegen im Vergleich

Vettel & Alonso klar vorne

Sebastian Vettel und Fernando Alonso hatten ihre Teamkollegen 2011 klar in Griff. Deutlich enger ging es bei McLaren zu.

Motorsport-Magazin.com - Der Teamkollege ist im Motorsport immer derjenige, den es als erstes zu schlagen gilt und gleichzeitig der Maßstab für die Leistung des anderen Piloten. An einem starken Teamkollegen sind in der Formel 1 schon viele Karrieren zerbrochen. Motorsport-Magazin.com blickt auf die Teamduelle der vergangenen Saison zurück - wer hatte seinen Partner fest im Griff, wer hat ihn überraschend geschlagen?

Red Bull: Vettel vs. Webber

Punkte: 392:258 - Qualifying: 16:3

Nach einem engen Duell im letzten Jahr, als beide Red-Bull-Piloten bis zum letzten Rennen um den Titel kämpften, führte Sebastian Vettel seinen Teamkollegen Mark Webber in der vergangenen Saison regelrecht vor. Weder in der Qualifikation noch im Rennen konnte Webber dem Doppelweltmeister auf Dauer gefährlich werden. So musste der Australier mitansehen, wie der eigene Teamkollege einen Sieg nach dem anderen einfuhr, während er selbst chancenlos war und erst im letzten Rennen, als Vettel ein Getriebeproblem hatte, seinen einzigen Saisonsieg erzielen konnte.

Ansonsten schloss Webber nur das Rennen auf dem Nürburgring vor Vettel ab. Bei den übrigen Veranstaltungen kämpfte er gegen die McLaren- und Ferrari-Piloten, während Vettel oft seelenruhig davonfuhr. Im Qualifying bot sich ein ähnliches Bild. Vettel glänzte meistens mit Bestzeiten, die er sich oft in letzter Sekunde aus dem Ärmel schüttelte. Webber hatte hingegen mehr Mühe und reihte sich in der Regel hinter dem Teamkollegen ein.

McLaren: Hamilton vs. Button

Punkte: 227:270 – Qualifying: 13:6

Das Teamduell bei McLaren brachte die wohl größte Überraschung des Jahres 2011. War Lewis Hamilton als Nummer-1-Pilot in die Saison gegangen, lief Jenson Button seinem Landsmann nach und nach den Rang ab. Obwohl Hamilton Button in der Qualifikation meistens mit seinem Speed und einem aggressiven Fahrstil noch etwas voraus hatte, wendete sich das Blatt im Rennen oft zugunsten Buttons.

Während Hamilton oft zu unüberlegt zu Werke ging, unnötige Fehler beging, Strafen kassierte und sich in sinnlose Duelle - vorzugsweise mit Felipe Massa - verstrickte, bewahrte Button stets einen klaren Kopf und konnte sich vor allem durch seinen kontrollierten und intelligenten Umgang mit den Reifen nach vorne arbeiten. Hamilton hatte dagegen durch übermäßiges Attackieren oft mit einem starken Reifenverschleiß zu kämpfen, der ihn im Rennen einbremste.

So haben zwar beide McLaren-Piloten drei Saisonsiege zu verzeichnen, doch konnte Button konstantere Resultate als sein favorisierter Teamkollege einfahren und lag somit in der Endabrechnung deutlich vorne.

Ferrari: Alonso vs. Massa

Punkte: 257:118 – Qualifying: 15:4

Wenn eines sicher ist, dann, dass Fernando Alonso gegen Felipe Massa in der vergangenen Saison klar die Oberhand hatte. Zieht man die Podiumsplätze als Kriterium heran, so steht es 10:0 für den Spanier. Nachdem Massa in Malaysia und China noch vor seinem Teamkollegen ins Ziel kam, ließ Alonso den Brasilianer im weiteren Saisonverlauf keine Chance und beendete alle Rennen bis auf Kanada stets vor seinem Teamkollegen. Während Alonso alles aus dem schwächelnden Ferrari herausholte und immerhin einen Sieg einfahren konnte, kam Massa im Rennen bestenfalls auf Rang fünf.

Im Qualifying witterte Massa mehr Morgenluft und konnte den Weltmeister von 2005 und 2006 viermal hinter sich lassen. Trotzdem hatte Alonso über die Saison hinweg einen deutlichen Speed-Vorteil zu verzeichnen und ließ Massa in den restlichen 15 Qualifikationen keine Chance. Auch der Faktor Rennintelligenz spricht klar für Alonso. So konnte der 30-Jährige häufig die bestmöglichen Resultate herausfahren, während Massa gerne zu aggressiv und übermotiviert zu Werke ging. Folglich hat der Brasilianer weniger als die Hälfte der Punkte seines Teamkollegen zu verzeichnen.




9 Leser-Kommentare

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am 02. Februar 2012 um 20:36 Uhr
DerGeraet:
Hamilton schlägt in der schlechtesten Saison seines Lebens einen Weltmeister (Button) im Qualifying,was passiert denn wenn der Hamilton die beste Saison seines Lebens fährt ?
am 21. Dezember 2011 um 14:11 Uhr
compat: @Lu1223
Ich denke auch den Top-Teams sollte die Konstrukteurs-WM nicht egal sein. Gerade bei Ferrari nimmt man sich zur Zeit jegliche Chance. Der Abstand ist einfach zu groß. Man kann auch eine Nummer 1 und 2 haben, wenn sie enger beieinander liegen als das bei manchen Teams der Fall ist
am 21. Dezember 2011 um 11:25 Uhr
Lu1223: @Schila
Schumacher bekommt die Kritik ab, weil er eben Schumacher ist. Da spielen sowohl Alter, WM-Titel und lange Pause eine Rolle, dass er unter besonderer Beobachtung steht und zigfach kritischer bewertet wird. Ach ja und nicht zu vergessen, alldie ehemaligen F1-Piloten und -Experten, die er irgendwann einmal geschlagen und/oder verärgert hat.
am 21. Dezember 2011 um 11:21 Uhr
Lu1223: @compat
"Ein bisschen darf man sich schon wundern, dass woanders Fahrer tot kritisiert oder rausgeworfen werden, während in den Top-Teams solche Ungleichheit herrscht" - Ist doch eigentlich ziemlich offensichtlich. Wenn man einen Nr. 1- und einen Nr. 2-Fahrer im Team hat, hat man eindeutig bessere Chancen auf die Fahrer-WM, da sich die Fahrer nicht gegenseitig Punkte wegnehmen. Allerdings waren Webber und Massa dieses Jahr wirklich richtig schlecht, da sie meist nicht nur einen oder auch mal 2 Plätze weiter hinten ankamen, sondern fern ab vom Teamkollegen. In kleineren Teams werden natürlich 2 gute Fahrer gebraucht, da es dort nicht um die Fahrer-WM geht sondern um die Konstrukteurs-WM, wo beide Fahrer ordenlich abschneiden müssen.
am 21. Dezember 2011 um 00:36 Uhr
GloriaD: Quali Statistik
Die Quali -Statistik bei McLaren ist falsch. Es ist 13/6, nicht 12/7
am 20. Dezember 2011 um 18:02 Uhr
Schila:
Die Unterschiede bei Ferrari,RB und auch Mc Laren sind schon sehr erschreckend!Und weshalb bekommt dann ausgerechnet Schumacher(der auch noch deutlich älter als sein Kollege ist) ständig die meiste Kritik ab? Ihn trennen mal gerade lächerliche 13 Punkte von Rosberg!
am 20. Dezember 2011 um 15:23 Uhr
SKY KeepRacingRacer:
Massa durfte jedoch auch des Öfteren mal Verhungern, wenn es um die Strategie ging, ohne Alonsos Leistung schmälern zu wollen...
am 20. Dezember 2011 um 12:35 Uhr
eurofan:
Ja, Massa und Webber dürfen weiter fahren, obwohl sie deutlich langsamer sind. In den kleineren Teams werden dagegen auch oft die jeweils besseren Fahrer ausgetauscht, siehe Hülkenberg (Williams), Heidfeld (Lotus) und Sutil (Force-India). Gut, dass Hülkenberg nun wieder dabei ist. Schade für Sutil. Auf Heidfeld freuen wir uns in der DTM, wo er einen Mercedes pilotieren wird.
am 20. Dezember 2011 um 11:20 Uhr
compat:
Puh, gerade die Performance von Webber und besonders Massa ist etwas erschreckend in der Zusammenfassung. Massa nie über Platz 5 hinaus - da hats sogar bei Mercedes mal besser geklappt. Ein bisschen darf man sich schon wundern, dass woanders Fahrer tot kritisiert oder rausgeworfen werden, während in den Top-Teams solche Ungleichheit herrscht

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