Formel 1 - Jordan: Mercedes mit vielen cleveren Köpfen

Wie viele Köche verderben den Brei?

Mercedes greift 2012 mit einer neuen technischen Struktur an. Die Experten sind noch unterschiedlicher Meinung, ob der Angriff von Erfolg gekrönt wird.

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Welt von Mercedes ist im Wandel. Der Teamname ändert sich, die Technikmannschaft erhielt prominente Verstärkung und die Ergebnisse sollen sich in der dritten Saison als Werksteam 2012 näher in Richtung Spitze orientieren.

"Mercedes hat viele sehr clevere Leute angeheuert", analysiert Eddie Jordan im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Dazu zählen die Verpflichtungen von Bob Bell, Aldo Costa und Geoff Willis. Gemeinsam mit Ross Brawn und Loic Bigois wird gerne von fünf ehemaligen oder aktuellen Technischen Direktoren gesprochen.

Daran erinnert auch Jordan: "In England sagen wir: Zu viele Köche verderben den Brei." Ob dies auch bei Mercedes der Fall sein wird, wagt er allerdings noch nicht vorherzusagen. "Das ist nur ein Sprichwort, aber es gibt sicher jede Menge Ingenieure, die sehr starke und unterschiedliche Meinungen haben. Wenn sie alle an einem Strang ziehen, ist das klasse, aber wenn nicht, dann wird es schwierig."

Wenn sie alle an einem Strang ziehen, ist das klasse, aber wenn nicht, dann wird es schwierig.
Eddie Jordan

Der ehemalige Formel-1-Pilot Eric van de Poele glaubt an die Stärke der technischen Abteilung in Brackley. "Mercedes baut etwas Starkes auf", sagt er. "Es war noch nie so offen wie in diesem Winter. Ich kenne die Leute dort, sie sind nicht zum Spaß dort. Sie haben schon in der Vergangenheit Teams aufgebaut. Sie werden nächstes Jahr konkurrenzfähig sein."

Kann Mercedes also im Kampf gegen Red Bull und McLaren bestehen? Christian Danner glaubt das nicht. "Ich glaube nicht an Ferrari und Mercedes", verrät er in der Dezember-Ausgabe des Motorsport-Magazins. Ganz ausschließen möchte er es allerdings auch nicht. "Was wir nicht wissen, ist, ob Ross Brawn vielleicht wieder mit einem Doppeldiffusor daherkommt, an den keiner gedacht hat, und dann dauert es wieder ein halbes Jahr, bis die anderen den Vorsprung einholen. So etwas kann immer passieren."

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10 Leser-Kommentare

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am 18. Dezember 2011 um 19:24 Uhr
Schila:
Ich denke,Brawn wird diese Leute schon so ausgesucht haben,dass sie in das Team passen und auch zusammen arbeiten können.Brawn ist schon lange genug in dem Geschäft,der weiss was er tut!
am 18. Dezember 2011 um 19:24 Uhr
Wiski_EK9:
Wie schon erwähnt ist das alles eine Frage der organsiation. Und wenn einer das kann, dann ist es Ross! Ich bin gespannt was wir da sehen werden. Auf jedenfall wird mal was bewegt und nicht nur auf der stelle rumgetreten, von wegen "wird schon klappen".
am 18. Dezember 2011 um 18:05 Uhr
GM-F1:
Wenn man nur will, kann man alles schlechtreden. Es ist schon so, wie @compat sagt: hat man nicht die eine Choryphäe, muß man eben mehrere Fast-Choryphäen nehmen. Daß es funktioniert, ist ja nur ein organisatorisches Ding. Jeder braucht seine feste Zuordnung und ein klares Aufgabengebiet. Ein Häuptling(Brawn) reicht dann aus, der den technischen Überblick und den Blick für`s Ganze hat. Also erstmal abwarten. Ich bin schon mal froh, daß es diesmal nicht allein an Bigois hängt. Kann nur besser werden.
am 18. Dezember 2011 um 15:44 Uhr
JSK: Oh je
Dieser Danner. Womit der nächstes Jahr alles NICHT rechnet...naja, wen kümmerts? Toyota hat damals auch viel Geld in die Hand genommen, und wollte den Erfolg kaufen. Das hat damals nicht funktioniert und wird schwer bei AMGetc...funktionieren. Zu viele Top-Leute (oder auch Primadonnen) verderben tatsächlich den Brei. Und auch der ach so hoch gelobte Adrian Newey hatte schon aussetzer, als er bei McL arbeitete. Der RBR von 2011 war nicht schlecht, jedoch nur aufgrund einer Lücke im Reglement derartig überlegen. Soll sein, aber man darf nicht jedes Jahr mit so etwas rechnen. Auch einem Ross Brawn (um wieder zu AMGetc... zu kommen) sind grenzen gesetzt. Wie auch einem Newey und den anderen Ingenieuren. Wie gesagt, die Gefahr besteht, dass mit Gewalt zu viel gewollt wird - das kann auch nach hinten losgehen.
am 18. Dezember 2011 um 15:13 Uhr
compat:
Natürlich kann kein Mensch sagen, ob die Strategie sich jetzt in 2012, 2013 usw. in Erfolg niederschlägt. Aber meiner Meinung nach ist es das einzig Vernünftige, was man machen konnte. Das Branchengenie Newey ist ja nicht zu haben, mit Byrne der einzig andere mit annähernd dem Potenzial im Quasi-Ruhestand. Welche Möglichkeit bleibt also? Mehrere kluge Köpfe kombinieren. Kollektives Wissen aggregieren.
am 18. Dezember 2011 um 15:07 Uhr
porka:
Das sind tatsächlich zu viele Köche. Nicht jeder wird 100% geben können, da zu wenig Platz und Zeit ist jede Idee von jeden der fünf Technischen Direktoren zu hören und zu analysieren. Das wird nichts. Eher werden die sich gegenseitig im Weg stehen.
am 18. Dezember 2011 um 13:49 Uhr
RSR:
Es muss sich was bei Mercedes positiv Verändern. So kann es nicht Weitergehen. Sie müssen zumindest konkurrenzfähig sein um selbständig unter die Top 3 zu kommen vielleicht auch aus alleiniger Kraft Sieg fähig. Aber Red Bull wird auch 2012 der Maßstab sein. Es würde mich sehr wundern wenn es nicht mehr so ist. Aber in der F1 kann sich sehr schnell viel ändern.
am 18. Dezember 2011 um 12:50 Uhr
formelchen:
Ich bin gespannt was Mercedes 2012 reißt. Es wird auch für einen Verbleib Schumachers wichtig sein. Grundsätzlich ist es doch positiv, dass Mercedes das Personal derart verstärkt hat. Endlich tut sich was. Mal schauen ob sich das in den Ergebnissen zeigt.
am 18. Dezember 2011 um 12:49 Uhr
formelchen:
Ich bin gespannt was Mercedes 2012 reißt. Es wird auch für einen Verbleib Schumachers wichtig sein. Grundsätzlich ist es doch positiv, dass Mercedes das Personal derart verstärkt hat. Endlich tut sich was. Mal schauen ob sich das in den Ergebnissen zeigt.
am 18. Dezember 2011 um 10:26 Uhr
formel-kh: Grundsätzlich ist es sicher immer gut...
eine bestimmte Anzahl von "Experten" im Team zu haben, allerdings muß es dann eine klare Aufgabenverteilung geben, die zu starke Konkurrenz unter denjenigen erzeugt, die am Projekt arbeiten. Natürlich ist die Zeit der One-Man-Show vorbei, aber ich persönlich sehe zuviele Namen, die sich am Ende etwas vom (programmierten ?) Erfolg und damit entstehenden Glanz sichern wollen. Anders herum könnte es das neue Credo von Mercedes sein, sich die ganzen klugen Köpfe zu holen, um wirklich ALLES zu tun, um an die vergangenen Erfolge anzuknüpfen. Es wird Zeit, dass die Testfahrten beginnen, damit wir nicht so lange spekulieren müssen...

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