Formel 1 - Der Kostenreduzierungsplan und kein Ende

Arm gegen Reich

Der Kostenreduzierungsplan spaltet die Formel 1 weiterhin in zwei Lager. Die einen wollen sparen, die anderen mehr ausgeben.
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Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 ist eine teure Angelegenheit. Um zwei Autos bei 19 Rennen im Kreis fahren zu lassen, geben die Top-Teams Red Bull und Ferrari bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr aus. Während die wohlhabenden Teams im Fahrerlager die Ausgaben sogar noch erhöhen wollen, kämpfen sechs Teams der Königsklasse ums Überleben. Die Ausgaben der Teams, die bis vor drei Jahren sogar noch über dem genannten Betrag lagen, konnten durch einen von allen Teams akzeptierten Kostenreduzierungsplan auf den heutigen Wert gedrückt werden. Allerdings ist ein Streit unter den Beteiligten darüber entbrannt, ob das Abkommen bezüglich Ausgaben, Beschäftigten und Windkanalzeiten tatsächlich von allen Unterzeichnern eingehalten wird.

Wir sollten mit den Kosten weiter runtergehen
Franz Tost

Kleinere, finanziell nicht so schlagkräftige Rennställe wie Toro Rosso halten das Abkommen ein und sind von den Zahlen darin weit entfernt. Dennoch sagt Teamchef Franz Tost, dass ein Weg gefunden werden müsse, die Ausgaben in der Formel 1 weiter zu senken. "Wir sollten mit den Kosten weiter runtergehen. Ich denke, dass der verabschiedete Kostenreduzierungsplan ein guter Anfang war", meint Tost. Die großen Teams hätten ihre Kosten nach der Verabschiedung denn auch gesenkt. Wo man in Bezug auf die Kosten in Zukunft sein werde, wisse aber auch Tost nicht.

Es gibt keine Beweise, dass jemand betrügt

Williams-Teammanager Adam Parr wirft ein, dass es keine Beweise gäbe, dass irgendjemand im Feld das Abkommen nicht einhalten würde und dass es sich bei den Diskussionen lediglich um Gerüchte handele. Parrs Ansicht nach will jeder in der Formel 1 eine Kontrolle der Kosten. "Ich habe mich mit Christian Horner getroffen, ich habe mich mit Stefano Domenicali getroffen, sie alle wollen Kontrollen", sagt der Engländer. Allerdings ginge es Parrs Meinung nach um die Frage, welcher der beste Weg sei, der beschritten werden müsse, um einen Kompromiss zwischen den Teams zu erzielen. Deswegen müssten sich die Teams zusammensetzen und eine von allen tragbare Lösung ausarbeiten.

Ich habe mich mit Christian Horner getroffen, ich habe mich mit Stefano Domenicali getroffen, sie alle wollen Kontrollen
Adam Parr

Die Geschäftsführerin von Sauber, Monisha Kaltenborn, stimmt Tost und Parr vollkommen zu. Die gebürtige Inderin ergänzt, dass es völlig normal zwischen den konkurrierenden Rennställen der Formel 1 sei, dass es zu Diskussionen komme. Sie sei aber optimistisch, dass es zu einer zufriedenstellenden Lösung kommen werde.

Auch Force India-Teamchef Vijay Mallya betont, dass es keine Beweise gäbe, dass jemand das Abkommen nicht einhielte. Mallyas Team würde dies jedenfalls tun. Der Inder stellt zudem fest, dass es keinerlei Anzeichen gäbe, dass sich der Kostenreduzierungsplan in Luft auflösen könne. "Jeder Teamchef, egal ob bei einem großen oder kleinen Team, möchte verantwortungsvoll Geld ausgeben und es nicht verschwenden." Mallya ist zudem überzeugt, dass alle Teams in der Formel 1 Kosten reduzieren, effizient arbeiten und trotzdem wettbewerbsfähig sein wollten.


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