DTM - Wahnsinn! Wittmann und Juncadella disqualifiziert

BMW und Mercedes kündigen Berufung gegen Strafen an

Spätes Drama bei der DTM in Budapest! Marco Wittmann und Daniel Juncadella werden vom zweiten Rennen ausgeschlossen. Das sagen BMW und Mercedes zu den Strafen.
von

Motorsport-Magazin.com - Drama auf dem Hungaroring! Marco Wittmann wurde vier Stunden nach dem Ende des Sonntagsrennens nachträglich vom Rennen ausgeschlossen. Damit verliert der BMW-Pilot seinen vierten Platz im Sonntagsrennen sowie die zwölf Meisterschaftspunkte.

Gleiches Spiel bei Daniel Juncadella. Auch der Mercedes-Fahrer wurde in Folge der technischen Untersuchung disqualifiziert. Bitter für den Mercedes-Piloten: Er verliert Platz drei und damit das erste Podium seiner DTM-Karriere.

Der Grund für den Wertungsausschluss des Meisterschaftsführenden Wittmann sowie von Juncadella: Zu geringe Höhe der Skidpads am Unterboden der Rennautos. Das widerspricht dem Artikel 3.22.4 des Technischen Reglements. Dort heißt es unter anderem: "Das vorgeschriebene Mindestmaß gilt dann als unterschritten, wenn an zwei mindestens 50mm auseinander liegenden Messstellen ein Fehlmaß (Unterschreitung der vorgeschriebenen Mindesthöhe) gemessen wird."

Das Budapest-Drama im Überblick

  • Marco Wittmann & Daniel Juncadella in Budapest disqualifiziert
  • Wittmann verliert Platz 4 - Nur noch 14 Punkte vor Mortara
  • Juncadella verliert sein 1. Podium in der DTM
  • Antonio Felix Da Costa erbt Platz drei im Sonntagsrennen
  • Problem: Unterboden an beiden Autos zu dünn
  • BMW & Mercedes kündigen Berufung gegen Urteil an
  • Entscheidung bis Donnerstagabend, ob wirklich Berufung eingelegt wird

Unterboden zu dünn

Laut Informationen von Motorsport-Magazin.com kam es zu Auffälligkeiten an den Unterboden-Holzplatten bei den Autos von Wittmann und Juncadella. Diese Platten sind Einheitsbauteile und müssen nach Rennende eine Dicke von mindestens 6 Millimetern vorweisen. Das war bei beiden kontrollierten Autos nicht an sämtlichen Stellen des Unterbodens der Fall gewesen.

BMW argumentierte zunächst wohl mit einem Unfallschaden, den Wittmann in Folge der Startkollision mit Mortara erlitten haben soll. Nach zahlreichen Überprüfungen und Diskussionen teilte der DMSB auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com mit: "Dieser Argumentation konnten wir nicht folgen. Der DMSB könnte auf eine Bestrafung verzichten - das jedoch nur bei 100-prozentiger Sicherheit." Diese war nach den Untersuchungen offenbar nicht gegeben.

Bei der Kontrolle nach dem Rennen wurden die bestplatzierten Autos der drei Hersteller untersucht – in diesem Fall also die Rennwagen von Juncadella und Wittmann. Zur Kontrolle der Unterboden, die einen wesentlichen Effekt auf die Anströmung haben – mussten diese zunächst ausgebaut werden. Dabei wurden Unstimmigkeiten mit den Bestimmungen des Reglements festgestellt.

BMW und Mercedes kündigen Berufung an

BMW hat sich kurze Zeit nach der Disqualifikation von Wittmann zu Wort gemeldet - und kündigt Berufung gegen die Entscheidung an. Wittmanns Team RMG hat 96 Stunden Zeit, die Berufung tatsächlich einzulegen und anschließend eine woche Zeit, diese zu begründen. Gleiches gilt für das Mercedes-AMG Team HWA und Juncadella.

In BMW-Statement heißt es: "Die Sportkommissare kamen im Zuge der technischen Abnahme nach dem DTM-Sonntagsrennen auf dem Hungaroring zu dem Schluss, dass der Unterboden an Marco Wittmanns BMW M4 DTM nicht den vorgeschriebenen Maßen entsprach. Aus unserer Sicht ist der damit verbundene Wertungsausschluss nicht gerechtfertigt. Daher haben wir uns entschieden, gegen den Wertungsausschluss von Marco Berufung einzulegen und den Fall vom Berufungsgericht prüfen zu lassen."

Drama im Titelkampf

Durch die Wertungsausschlüsse des Dritt- und Viertplatzierten rückt der Rest des Feldes entsprechend auf. Antonio Felix Da Costa erbt Juncadellas Podestplatz und ist jetzt Dritter - und das wenige Tage nach der Bekanntgabe seines Rückstritts aus der DTM zum Saisonende.

Während der Verlust des Podiums für Juncadella schmerzhaft ist, kommt es für Wittmann richtig bitter im Duell um die Meisterschaft. Zwar führt er die Gesamtwertung vor dem Saisonfinale in Hockenheim weiter an - doch sein Vorsprung auf Verfolger Edoardo Mortara beträgt nun nur noch 14 statt 26 Punkten.

Mortara hatte nach einer Startkollision ausgerechnet mit Wittmann die Zielflagge nicht gesehen. Mercedes-Pilot Robert Wickens rückt von der 12. auf die 10. Position vor und erbt somit einen Punkt. Rein rechnerisch hat der Kanadier nun trotzdem keine Chancen mehr auf den Titelgewinn.

Übersicht: Noch 3 Fahrer mit Titel-Chancen

Pos.FahrerPunkte
1.Marco Wittmann176
2.Edoardo Mortara162
3.Jamie Green137

Juncadella: Drinks gehen auf dich...

Juncadella reagierte mit einer Prise Humor auf seinen Ausschluss vom Rennen. Nachdem Mercedes-Kollege Gary Paffett twitterte: "Manche Leute haben kein Glück. Daniel Juncadella hat sich heute sein erstes DTM-Podium geschnappt, nur um dann nach dem Rennen disqualifiziert zu werden", antwortete der Spanier: "Ich sammele nur Karma für die nächste Saison. Also seht euch vor!" Podest-Erbe Felix Da Costa bei Twitter: "Sorry, Dani! Du hättest es verdient!" Antwort von Juncadella: "Ist okay. Die Drinks gehen heute Abend auf dich!"

Wittmann äußerte sich am späten Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite zur Strafe. "Ich bin mega enttäuscht, nach einem harten Rennen mit einem beschädigten, langsamen Fahrzeug nun aus der Wertung genommen zu werden", schrieb der Meister von 2014 auf Facebook. "Ich kann zu der Berufung gar nicht viel sagen, sondern nur das finale Ergebnis abwarten. Aber wer mich kennt, weiß: in Hockenheim werde ich kämpfen, so oder so."


Weitere Inhalte:

Wir suchen Mitarbeiter