DTM - Gentlemen-Agreement: Entscheidung gefallen

Fahrer wollen mehr Rücksicht nehmen

Die Fahrergewerkschaft hat eine Entscheidung für die Zukunft getroffen. In der Box soll mehr Vorsicht herrschen. Boxenstoppfenster weiterhin Diskussionsthema.
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Motorsport-Magazin.com - Der Boxengassen-Vorfall zwischen Robert Wickens und Timo Glock in Spielberg ist noch immer ein heißes Thema in der DTM. Durch die Bestrafung des Mercedes-Pilot ist das Thema Unsafe Release noch einmal groß in Mode gekommen.

Künftig wird mehr Rücksicht in der Box genommen - Foto: BMW AG

Beim vergangenen Rennen auf dem Nürburgring gab es nun eine Besprechung der Fahrervereinigung DTMDA. Das Ergebnis: die Fahrer wollen sich in Zukunft mehr Platz in der Boxengasse lassen. "Wenn ein Fahrzeug bereits auf der Fast Lane ist, muss ein Auto, das sich nach dem absolvierten Boxenstopp von der Working Lane wieder auf der Fast Lane einfädeln möchte, den notwendigen Platz lassen", erklärt Fahrersprecher Manuel Reuter. "Der Hintermann hat im Zweifel den besseren Überblick und wird entsprechend bremsen."

Regel findet einheitlichen Zuspruch

Audi DTM-Leiter Dieter Gass unterstützt den Beschluss der Fahrergewerkschaft: "Wenn sich alle Fahrer daran halten, sehe ich keine Probleme. Es wird schwierig, wenn sich einer nicht daran hält." Falls es noch einmal so eine Situation wie in Spielberg gibt, müsse der DMSB wieder eingreifen. Das Risiko ein Unsafe Release zu riskieren, sei für die Fahrer aufgrund des Boxenstopp-Fensters vorhanden, da man schnell viele Plätze verlieren würde, wenn mehrere Wagen auf einmal vorbeifahren würden.

Gary Paffet befürwortet diese Regel, die von den Fahrern am Donnerstag vor dem Lauf am Nürburgring in einem Meeting beschlossen wurde. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Regel nicht nur für die Fahrer sinnvoll ist: "Für uns Fahrer ist solch ein Szenario nicht gefährlich, sondern für die Boxencrews." Diese seien laut dem Briten wirklich in Gefahr. Dass zwei Fahrzeuge in der Boxengasse nebeneinander fahren, ist in der DTM aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Aus diesem Grund wurde schon das Tempolimit von 80 km/h auf 60 km/h reduziert.

Ein typisches Szenario: alle Fahrer kommen gleichzeitig an die Box - Foto: DTM

Diskussionen um Boxenstoppfenster wollen nicht enden

Zum Boxenstoppfenster haben die Fahrer eine einheitliche Meinung. Es brauche für die kommende Saison eine Regeländerung, damit nicht alle Autos in der gleichen Runde zum Reifenwechsel reinkommen. Paffett meint sogar, man bräuchte im Moment eigentlich nicht mal eine Rennstrategie, da sowieso alles eingeschränkt sei. "Die einzige Chance, das zu ändern, ist, eine der beiden Reifenmischungen abzuschaffen, und zwar den, den keiner benötigt. Wenn du hinter dir ein Auto mit Option Reifen siehst, lässt du es einfach vorbei, alles andere ist nutzlos und kostet nur Zeit. In Spielberg haben wir in der ersten Rennhälfte tolles Racing gesehen, weil alle auf demselben Reifen unterwegs waren, das brauchen wir."


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