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DTM - Kolumne - Pascal Wehrlein

Wir sind nicht an der Rennstrecke, um Freizeit zu machen

Pascal Wehrlein geht in seine zweite DTM-Saison, in der er für das Team HWA startet. Für Motorsport-Magazin.com beschreibt er den Ablauf eines Rennwochenendes.
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meistens reise ich Donnerstagmittag vor einem Rennwochenende an - das ist je nach Rennstrecke verschieden. Nach Hockenheim habe ich keine so weite Anreise, nur etwa zweieinhalb Stunden, daher fahre ich mit meinem eigenen Auto hin. Nach Oschersleben bin ich von Stuttgart aus geflogen und auch nach Budapest fliege ich von Stuttgart aus.

Donnerstagabend haben wir meistens noch die Streckenbegehung, das heißt ich laufe mit meinen Ingenieuren die Strecke ab. Es geht dabei nicht nur darum, die Strecke in Augenschein zu nehmen, ob sich die Kerbs verändert haben oder ähnliches. Eigentlich ist die Zeit wichtiger, um generelle Dinge zu besprechen. Wenn wir nur in der Box wären, hätten wir nicht so viel Zeit zum Reden.

Am Freitag haben wir ziemlich viele Pressetermine, mit Team- und Datenmeetings gemischt.
Pascal Wehrlein

Freitag geht es los mit Teambesprechungen. Da bekommen wir auch unseren Ablaufplan, also was wir alles machen müssen, welche Interviews, zu welcher Uhrzeit. Am Freitag haben wir ziemlich viele Pressetermine, mit Team- und Datenmeetings gemischt. Am Nachmittag steht die Fahrerbesprechung auf dem Programm und am späten Nachmittag haben wir Rollout. Am Abend ist ein Teamdinner für das ganze Team in unserer Hospitality. Das findet etwa um 19 Uhr statt, um 20.30 bis 21 Uhr sind wir dann fertig und können ins Hotel.

Samstagmorgen kommen wir zum Frühstück an die Rennstrecke. Um neun oder zehn Uhr geht das Freie Training los. Nach dem Freien Training sind die Meetings mit den Ingenieuren ganz wichtig. Wir haben ja nur ein Training und müssen uns für das Qualifying für das Beste entscheiden, die Daten austüfteln. Nach dem Qualifying dürfen wir ja dann nichts mehr am Auto ändern, deswegen ist die Zeit zwischen Freiem Training und Qualifying so wichtig.

Nach dem Rennen haben wir etwas Zeit für uns.
Pascal Wehrlein

Das Qualifying findet in der Regel nachmittags statt. Davor haben wir auch noch ein paar Interviews und ganz wichtig das Mittagessen - man sollte nicht zu spät essen. Nach dem Qualifying haben wir wieder Datenmeetings, in denen schon die Strategie fürs Rennen besprochen wird, also wer mit welchen Reifen startet. Samstagabend gibt es wieder ein Dinner, diesmal aber mit Sponsoren und Partnern von Mercedes. Zwischen 21 und 22 Uhr können wir die Strecke verlassen.

Sonntag ist dann eigentlich nur noch Strategiebesprechung, vielleicht noch ein oder zwei Interviews und dann geht es los. Nach dem Rennen haben wir etwas Zeit für uns. Dann stehen wieder Interviews mit Journalisten oder dem Streckensprecher auf dem Programm. Außerdem besprechen wir uns kurz mit den Ingenieuren, wie das Rennen gelaufen ist, wie das Auto war und so weiter. Um 17 Uhr haben wir noch eine Interviewrunde in der Mercedes-Hospitality. Gegen 18 Uhr können wir uns dann auf den Heimweg machen.

Ich habe an so einem Wochenende natürlich nicht viel Freizeit, außer wenn ich schlafe. Ansonsten ist man die ganze Zeit damit beschäftigt, was man besser machen kann, was vielleicht noch am Auto gemacht werden kann. Freizeit braucht man auch kaum, außer zum Essen oder kurz vor dem Rennen, um sich zu entspannen. Wir sind ja nicht an der Rennstrecke, um Freizeit zu machen.

Euer Pascal

Unterschrift von Pascal Wehrlein


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