DTM - Molina mit Jahrhundert-Abstand auf Pole

Hatte das Auto, um es zu schaffen

Miguel Molina schob seine Fabelzeit im Oschersleben-Qualifying auf das Auto, während Norbert Haug betonte, dass ein sehr guter Fahrer darin sitzen muss.
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Motorsport-Magazin.com - Miguel Molina startet zum zweiten Mal in Oschersleben und zum dritten Mal in seiner Karriere von der Pole Position. Das eigentlich Bemerkenswerte ist jedoch, dass der Spanier mit seiner Bestzeit von 1:20.007 Minuten mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung auf den Zweitplatzierten herausfuhr. Noch im Auto schwärmte er via Funk von seinem unglaublichen Boliden und erklärte, dass er es genossen habe, ihn zu fahren.

Das Auto war perfekt so, wie ich es wollte.
Miguel Molina

Auch beim Interview stellte er den Audi RS5 DTM in den Vordergrund, als es darum ging, zu erklären, wie er den anderen Piloten so weit davonfahren konnte. "Ich hatte das Auto, um es zu schaffen. Von der ersten Runde an habe ich mich super gefühlt. Das Auto war perfekt so, wie ich es wollte", sagte er. Er sei selbst erstaunt gewesen, wie groß der Vorsprung ist. "Das Auto ist einfach so gut."

TV-Experte Norbert Haug lobte die Bescheidenheit Molinas und betonte, dass nicht nur er, sondern auch andere einen guten Audi hatten und es ihnen nicht gelang, auch nur in die Nähe des Abt-Piloten zu kommen. Setup, Auto, das Abt-Team, die Ingenieure und drei Mal unterstrichen der Fahrer hätten den Ausschlag gegeben. "Unglaublich, das ist eine andere Welt! Wir reden hier immer von Tausendsteln und dann zieht er eine halbe Sekunde aus der Flasche. Das ist ganz selten", staunte er. "Eine halbe Sekunde ist ein Jahrhundert." Er könne sich nicht daran erinnern, dass es das schon einmal gegeben habe.

Wir reden hier immer von Tausendsteln und dann zieht er eine halbe Sekunde aus der Flasche.
Norbert Haug

Molina war von Audi eigentlich schon aussortiert worden und stand dann doch wieder im Kader, weil sich Hans-Jürgen Abt für ihn einsetzte, erinnerte sich Haug. Besonderen Respekt nötigte ihm die Tatsache ab, dass es Molina, der auch schon im Training schnellster Mann im Feld gewesen war, am besten verstand, sich durch das Geschlängel an Kerbs zu wuseln, die immer wieder harte Schläge aufs Auto bringen.

"Das hier ist ein sogenannter Mickey-Mouse-Kurs, aber das ist nicht verniedlichend gemeint. Er stellt hohe Ansprüche an Fahrer und Setup, man hat keine Sekunde Ruhe und muss voll konzentriert fahren. Er ist noch schwieriger als Hockenheim, denn da kann man durchatmen, hier ist das fast nicht möglich", betonte er. "Wer hier Pole holen kann, muss ein gutes Auto haben, aber auch ein sehr guter Fahrer sein." Molina erklärte, dass er die sehr technische Strecke möge, auf der man ein richtiger Fahrer sein müsse, um Erfolg zu haben.

Am Rennsonntag sind Regenschauer möglich, was nach Ansicht von Haug vor allem dem Polesetter in die Karten spielt. "Wer vorne steht und einen guten Start hat, hat die allerbesten Karten", prognostizierte er.


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