DTM - Hockenheim-Test - Nachbetrachtung

1,2,3...letzte Chance...vorbei

Die Testfahrten in Hockenheim sind zu Ende und die Piloten können erst wieder zum Saisonauftakt ihre Boliden fahren. Motorsport-Magazin.com blickt zurück.
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Motorsport-Magazin.com - Nach vier Tagen Testfahrten in Hockenheim ist die fahrerische Vorbereitung auf die DTM-Saison abgeschlossen. Nun werden sich die drei Teams in ihre Werke zurückziehen und gemeinsam mit Piloten, Ingenieuren und Technikern die Köpfe rauchen lassen, was bis zum Saisonstart Anfang Mai in Hockenheim noch verbessert werden muss. Motorsport-Magazin.com blickt auf die letzten Wintertestfahrten zurück und schaut auf Favoriten, Neuerungen und die Rookies.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Im Vordergrund standen wie bereits in Barcelona die Option-Reifen und das DRS. Der Grundtenor ist bei allen Piloten der Gleiche: Gute Idee, aber genau Umsetzung noch unklar. In Sachen DRS gehen die Protagonisten allerdings konform - Herankommen ja, wie in der Formel 1 den Gegner einfach stehen lassen, nein. "Du spürst den Unterschied im Auto deutlich, auf den langen Geraden bringt dir der flachgestellte Flügel fast zehn km/h mehr Topspeed", sagte Meister Bruno Spengler im Interview mit Motorsport-Magazin.com.

Die neuen Options-Reifen sind schneller, geben aber noch Rätsel auf - Foto: Audi

Den deutlichen Unterschied spüren die Piloten auch auf dem Option-Reifen. Er wird rund eine Sekunde pro Runde bringen und Timo Scheider ist verliebt. "Es macht Spaß mit dem Reifen zu fahren. Am liebsten würde man gar nicht mehr zurücktauschen auf den harten Reifen, weil der im Verhältnis dazu eine Katastrophe ist", lachte der Doppelmeister. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Testfahrten brachten zwar Erkenntnisse, doch wie und vor allem wann und wo der Reifen am besten funktioniert, ist dank der kühlen Bedingungen im Badischen noch unklar. "Die Rennen werden in gewisser Weise auch Testfahrten sein, denn es ist schwierig zu wissen, wie lange die Reifen halten werden und wann man sie am besten wechselt", resümierte auch Mercedes-Pilot Gary Paffett.

Die schnellsten Piloten

Diese Überschrift kann mit einem Wort treffend zusammengefasst werden: BMW. Alle vier Testbestzeiten packten die Münchner ein. Die kombinierte Zeitenliste der vier Tage in Hockenheim führt der Freitags-Schnellste Augusto Farfus mit seiner Zeit von 1:32.976 Minuten an. Damit umrundete der Brasilianer den 4,574 km langen Kurs über eine Sekunde schneller als bei seiner Pole Position aus dem Vorjahr.

Augusto Farfus war der Gesamtschnellste - Foto: DTM

Bestzeit zwei und drei kann sich ebenfalls BMW auf die Fahnen schreiben, denn Spengler und Marco Wittmann waren 0,213 respektive 0,251 Sekunden langsamer als Farfus. Ein kleiner Ausreißer inmitten der Armada aus BMW-Männern ist Audi-Pilot Miguel Molina auf Rang vier, der als einziger Nicht-BMW in die Top-7 vordringen konnte. Mit seiner Zeit von 1:33.242 war der Spanier 0,211 Sekunden schneller als der erste Mercedes-Mann Christian Vietoris. Alle Zeiten müssen aber immer unter Berücksichtigung des größtenteils regnerischen Wetters betrachtet werden.

Die Rookies

Erneut der Sieger unter den Rookies ist Marco Wittmann. Der BMW-Pilot setzte an Tag eins und zwei die Bestzeiten und lag auch in der Gesamtwertung auf Platz drei. "Der Test in Hockenheim war für mich persönlich super. Wie gut unsere Zeiten wirklich waren, lässt sich aber nur schwer einschätzen", relativierte der Rookie seine Bestzeiten selbst. Auch die Rookie-Silbermedaille geht an BMW: Timo Glock mit Rang drei am Freitag. "Wir verbessern uns mit jeder Runde, und auch bei den Boxenstopps werden wir immer schneller. Mittlerweile fühle ich mich in meinem Auto richtig wohl. Wir haben einen großen Schritt nach vorn gemacht", freute sich der ehemalige Formel-1-Pilot.

Marco Wittmann überzeugte als bester Rookie - Foto: BMW AG

Als zweitbester Mercedes-Mann kann auch Pascal Wehrlein mit Gesamtrang neun auf gute Testfahrten zurückblicken - zumal er erst seit Kurzem ein Dach über dem Kopf hat. An das deutlich höhere Gewicht des DTM-Boliden und die Tatsache, die Reifen nicht mehr sehen zu können, musste sich Wehrlein allerdings erst gewöhnen. Teamkollege Daniel Juncadella im zweiten Mercedes bildet mit Rang 19 das Schlusslicht der Rookie-Tabelle. Unglücklich war der Spanier deswegen aber nicht. "Für mich war das eine super Vorbereitung auf mein erstes Rennen. Ich bin auf dem richtigen Weg. Ich freue mich sehr auf den Saisonstart", bilanziert der Schwabe.

Die Favoriten für 2013

BMW setzte an allen vier Tagen in Hockenheim die Bestzeiten. Die Mannschaft aus München holte bereits 2012 den Fahrer und Konstrukteurs-Titel und wirkt durch die kaum veränderten Regeln auch in diesem Jahr als schwer zu schlagen. Das ist auch der Konkurrenz nicht entgangen. "Es ist natürlich kein Geheimnis, dass BMW durch das eingefrorene Reglement Favorit ist. Sie waren 2012 die Stärksten - und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sie das auch in diesem Jahr wieder sein werden", sagte Audi-Pilot Mattias Ekström im Interview mit Motorsport-Magazin.com. Wenn er sich einen Fahrer speziell heraussuchen müsste, wäre das der Meister des Vorjahres. "Für mich sind sie die Favoriten und insbesondere Bruno Spengler."


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