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DTM - Interview - Manuel Reuter

Kein Verlust für Mercedes

Motorsport-Magazin.com unterhält sich mit DTM-Experte Manuel Reuter über das verkleinerte Mercedes-Aufgebot für 2013 und Ralf Schumachers Chancen.
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Motorsport-Magazin.com - Manuel, Mercedes tritt in der kommenden DTM-Saison nur noch mit sechs Autos an. Ein nachvollziehbarer Schritt?
Manuel Reuter: Dieser Schritt ist für mich angesichts der vergangenen Saison absolut nachvollziehbar. Das Team Persson Motorsport konnte 2012 keine nennenswerten Erfolge feiern, deshalb ist die Rückstufung auf sechs Autos kein Verlust. Mercedes konzentriert sich jetzt verstärkt auf die sechs Autos. Dadurch erhoffe ich mir auch, dass die Mücke-Mercedes' konkurrenzfähiger werden und auf dem Niveau der HWA-Autos fahren. Am Beispiel BMW konnte man sehen, dass ein Hersteller auch mit sechs Autos Markenmeister werden kann.

Toto Wolff sagt, dass Mercedes seine Ressourcen bündeln will. Bringt das wirklich so einen großen Vorteil angesichts des stark eingegrenzten Reglements in der DTM?

Das Team Persson Motorsport konnte 2012 keine nennenswerten Erfolge feiern, deshalb ist die Rückstufung auf sechs Autos kein Verlust.
Manuel Reuter

Manuel Reuter: Das ist korrekt, wegen des Reglements ist der Spielraum begrenzt. Dazu muss ich sagen, dass bei Mercedes eigentlich immer nur die HWA-Autos Chancen auf Podiumsplatzierungen hatten. Im Prinzip konzentrierte man sich immer nur auf diese vier Autos. BMW und Audi zeigten in der vergangenen Saison, dass jedes Team siegfähig ist, wenn es gute Arbeit leistet. Bei Mercedes war das nicht der Fall, weil Persson und Mücke nicht die nötige Unterstützung in Bezug auf Weiterentwicklung und Daten-Sharing erhielten. Ich hoffe, dass Mercedes es dieses Jahr besser macht.

Mercedes hat mit Gary Paffett nur noch einen Titelaspiranten. Reicht das angesichts der starken Konkurrenz aus?
Manuel Reuter: Das wird natürlich erst der Verlauf der Saison zeigen. Ich hoffe aber, dass Christian Vietoris seine Top-Leistungen, die er in Trainings und Qualifyings zeigte, auch in den Rennen umsetzen kann. Robert Wickens traue ich ebenfalls eine Menge zu. Er verfügt über großes Potenzial und ich hoffe, dass er eines der HWA-Autos bekommt. Ich glaube schon, dass die Jungs eine gute Leistung zeigen können, wenn sie von den Teams richtig unterstützt werden.

Es würde mich wundern, wenn Ralf Schumacher in dieser Saison ein Rennen gewinnt. Bislang war die DTM ein Desaster für Ralf.
Manuel Reuter

Was traust du Roberto Merhi zu, der 2012 nicht selten auf der Strecke aneckte?
Manuel Reuter: Roberto Merhi war bei einigen Fahrern in der vergangenen Saison verschrien, weil er vor allem durch seine Ungestümheit aufgefallen ist. Dabei verfügt er über einen sehr guten Speed. Wenn er richtig geführt wird, kann er für Highlights sorgen. Doch wegen der früheren Strukturen von Mercedes war es für die Jungs nur bedingt möglich, sich in Szene zu setzen. Toto Wolff hat dies ja mit Susie 'am eigenen Leib gespürt'. Ich denke, dass er einen guten Einblick hat und sich bei Mercedes etwas ändern wird.

Ralf Schumacher geht in seine sechste DTM-Saison. Gelingt ihm dieses Jahr der erste Sieg?
Manuel Reuter: Es würde mich wundern, wenn Ralf Schumacher in dieser Saison ein Rennen gewinnt. Er fuhr in den vergangenen Jahren immer bei einem Top-Team. Doch während seine Teamkollegen Siege einfuhren, lief es bei ihm nicht sonderlich gut. Bislang war die DTM ein Desaster für Ralf. Er muss jetzt endlich aufs Podium fahren und Rennen gewinnen, das erwartet man von einem Schumacher. Seine Motivation, noch eine weitere DTM-Saison dranzuhängen, kann ich kaum nachvollziehen. Vielleicht ändert sich wegen der Konzentration auf sechs Autos etwas für ihn, aber das kann ich mir nur schwer vorstellen.


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