Dakar - Das war die Dakar 2012

Drei alte und ein neuer Sieger

Die Rallye Dakar 2012 erlebte drei Fahrer, die nicht zum ersten Mal siegreich waren. Bei den Trucks gab es dafür eine doppelte Premiere.
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Motorsport-Magazin.com - Stephane Peterhansel (Autos), Cyril Despres (Motorräder), Gerard De Rooy (Trucks) und Alejandro Patronelli (Quads) hießen die großen Sieger bei der Dakar 2012. Wie hart das Rennen im Vorjahr war, zeigte sich alleine schon an der Zahl der Zielankünfte. Von 443 Startern kamen nur 249 ins Ziel. Leider kehrte einer der Piloten gar nicht mehr nach Hause zurück. Der argentinische Motorradfahrer Jorge Martinez Boero verunglückte bereits am ersten Renntag tödlich.

X-Raid fuhr es unter sich aus

Das Rennen ging wie gewohnt dennoch weiter und bei den Autos ergab sich nach dem Ausstieg von Volkswagen im Jahr davor der erwartete Kampf unter den Minis. Das Team X-Raid ging mit einer starken Besetzung und gutem Material ins Rennen, gewann mit vier verschiedenen Fahrern acht der 13 Etappen und Peterhansel konnte sich mit knapp 42 Minuten Vorsprung durchsetzen. Sein engster Verfolger war Teamkollege Joan "Nani" Roma, der sich nur sehr schwer abschütteln ließ.

Robby Gordons Hummer gefiel den technischen Kommissaren nicht - Foto: ASO

So lag Peterhansel zwar ab der 3. Etappe in der Gesamtwertung vorne, aber erst auf der vorletzten Etappe konnte er den entscheidenden Vorsprung herausfahren. Für den Franzosen war es der insgesamt zehnte Sieg bei der Dakar, bei den Autos war es sein Vierter. Für viel Aufsehen sorgte abseits des Mini-Sieges Robby Gordon in seinem Hummer H3. Er konnte das X-Raid Team lange fordern, allerdings meinten die technischen Kommissare nach der zehnten Etappe, Gordons Hummer sei illegal getunt worden und disqualifizierten ihn. Aufgrund eines Einspruchs konnte Gordon die Rallye noch zu Ende fahren und wurde Fünfter, bei der Berufungsverhandlung verlor er jedoch. Auf dem Autopodest konnte neben Peterhansel und Roma noch Giniel de Villiers feiern, der zusammen mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz Dritter geworden war.

Coma hat Pech

Wirklich eng war der Kampf um die Motorrad-Krone. Alles machte den Anschein, als ob Marc Coma seinen zweiten Dakar-Sieg in Folge würde holen können, wobei sein Duell mit Despres sehr eng war. Auf der 13. von 14 Etappen erwischte es Coma schließlich. Ein Getriebeproblem bremste ihn ein und er konnte sich nur bedingt wehren. Zudem musste er seinen Motor wechseln, was aufgrund des Reglements eine 45-minütige Zeitstrafe brachte. Damit fiel die Entscheidung zugunsten von Despres, der mit 53:20 Minuten Vorsprung auf Coma gewann. Helder Rodrigues schaffte es hinter den beiden KTMs mit einer Yamaha auf Rang drei.

Alejandro Patronelli konnte jubeln - Foto: ASO

Bei den Quads hieß der Sieger wieder einmal Patronelli. Alejandro Patronelli konnte seinen zweiten Sieg in Folge feiern, er hatte sich vor seinem Bruder Marcos durchgesetzt, der 2010 erfolgreich gewesen war. Harte Konkurrenz war aber von Tomas Maffei gekommen, der wie die beiden Brüder vor ihm Argentinier ist. Nach den Etappen vier und fünf lag er sogar in Führung, erst nach der neunten Etappe verlor er Platz zwei. Mit vier Etappensiegen war Maffei aber erfolgreicher als die Patronellis, von denen jeder drei Etappen gewinnen konnte.

De Rooy machts wie der Papa

Die Trucks brachten eine doppelte Premiere. Gerard de Rooy konnte 25 Jahre nach seinem Vater Jan erstmals die Dakar für sich entscheiden und Hersteller Iveco feierte ebenfalls den ersten Sieg. Härtester Gegner für De Rooy war Alex Loprais, der Tscheche hatte aber Pech, da er nach der neunten Etappe auf einem Verbindungsstück einen Unfall hatte, während sein Navigator am Steuer saß. Dabei zog er sich Rückenverletzungen zu und musste aufgeben. Bis dahin hatte Loprais lediglich 15:39 Minuten auf De Rooy verloren und noch alle Chancen. Mit Hans Stacey auf Platz zwei konnte Iveco sogar einen 1-2-Sieg feiern, dem in den Jahren davor dominierenden Hersteller Kamaz blieb nur Platz drei. Nach dem Karriereende von Vladimir Chagin und Firdaus Kabirov sollte Eduard Nikoaev die Kohlen aus dem Feuer holen, er wurde aber wegen unsportlichen Verhaltens bereits nach der vierten Etappe disqualifiziert. Artur Ardavichus fuhr schließlich Rang drei für Kamaz nach Hause.


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