Ein absolut makelloses Wochenende ist selten im Leben eines Rennfahrers. Doch auf Jens Klingmanns Auftritt auf dem Eurospeedway traf das zu. "Supermegamäßig", sagte er nach dem zweiten Rennen euphorisch. "Jedes Mal, wenn wir auf der Strecke waren, waren wir die Schnellsten: Erster im freien Training, zweimal Pole, zwei Siege - besser geht es nicht." Bei so einer Bilanz fiel es auch leicht zuzugeben, dass der eigene Start im zweiten Rennen gar nicht so gut war. "Aber ich konnte trotzdem den ersten Platz halten und mich schnell absetzen. Dann hatte ich das Rennen auch schon in der Tasche."
Auch der zweite -mann freute sich über den Verlauf des Wochenendes. Auch wenn Marco Wittman dafür etwas mehr kämpfen musste: "Es hat sehr gut begonnen, wir waren nach dem freien Training Zweiter. Dann haben wir aber etwas am Setup verändert, was nach hinten losgegangen ist. So reichte es nur zu zwei fünften Plätzen im Zeittraining", sagte Wittmann. Deswegen habe man das Auto noch einmal komplett umgebaut, und das habe besser funktioniert. "Insofern bin ich zufrieden mit dem dritten Platz und dem vierten Platz. Ich bin jetzt zweiter in der Meisterschaft vor meinem Heimrennen auf dem Norisring da kann man nicht meckern." Ein extra-Lob verteilte der Franke an seinen Konkurrenten Philipp Eng, der im zweiten Rennen "gesehen hat, dass ich schneller bin und mich fair vorbeigelassen hat."
Auf dieses Lob hätte Eng freilich gut verzichten können, aber der junge Österreicher konnte auch im zweiten Rennen leider nicht ganz an seine Leistung von Oschersleben anknüpfen. "Ich bin am Start nicht gut weggekommen, hab dann zwar die Lücke zu Kevin Mirocka zugefahren, aber meine Reifen dabei überfahren und musste wieder abreißen lassen", erklärte er. Die Führung in der Gesamtwertung ist durch den fünften Platz erst einmal futsch. "Ich schon gewusst, dass wir hier nicht so stark sein würden, weil das auch schon bei den Tests hier so war, nun hoffen wir, dass ich und das Team wieder einen Schritt nach vorne machen, damit wir wieder um den Sieg mitfahren und nicht um den fünften Platz."
Im Gegensatz zu Philipp Eng, war die Performance von Jens Höing im Vergleich zu Oschersleben konstant - konstant langsam. Dementsprechend bedient war der Berliner hinterher. "Ich war heute noch einmal mit Platz zwölf einen Platz schlechter als gestern, und genau so war auch das Rennen. Wir wollten heute was ausprobieren und das ist in die Hose gegangen." Zwar war Höing er dieses Mal auf den Geraden schlechter, aber das verlor er direkt wieder in den Kurven. "Da hatte ich überhaupt kein Grip." So gab es für Höing auch nichts zu beschönigen. "Die ersten beiden Wochen waren inakzeptabel. Das muss jetzt vorangehen, aber dafür muss das Team etwas am Auto finden."

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