Nach dem Auftakt der Formel BMW Deutschland in Oschersleben und spannenden Rennen geht die Nachwuchsserie in die zweite Runde. Schauplatz der Meisterschaftsläufe drei und vier ist der EuroSpeedway Lausitz. In ihren 140 PS starken Boliden werden die knapp 30 Fahrerinnen und Fahrer auf dem 3,478 Kilometer langen Kurs um den Sieg kämpfen.

3.478 Meter? Faszinierte Statistiker werden an dieser Stelle bemerkt haben, dass sich auf dem EuroSpeedway etwas verändert hat. Wie schon in Oschersleben hat man auch in der Lausitz die erste Kurve modifiziert. Das erste Eck wurde einige Meter nach hinten versetzt und enger gemacht, die Strecke ist dadurch 36 Meter länger als noch in der letzten Saison. Neben einer zusätzlichen beziehungsweise besseren Überholmöglichkeit am Ende der Start und Zielgeraden gibt es damit eine weitere Herausforderung für die Fahrer. Wir erinnern uns: Schon in Oschersleben krachte es am Start zweimal in der ersten Kurve.

In den ersten beiden Läufen konnten sich zwei Piloten an der Spitze des Gesamtklassements absetzen. Während Philipp Eng als Meisterschaftsführender auf 82 Punkte kommt, fehlen dem Rookie Marco Wittmann nur drei Zähler auf den Spitzenreiter. Doch die beiden sollten auch einen Blick nach hinten werfen. Dort haben sich Niall Quinn, Jens Klingmann und Daniel Campos mit 68-64 Punkten in Schlagdistanz positioniert.

"Ich freue mich schon richtig auf den Lausitzring", meint Philipp Eng, der trotz des Sieges in Oschersleben weiter an sich gearbeitet hat. "Diese Woche war ich zwei Tage in Jesolo auf Kurzurlaub und habe dort ein kleines Trainingslager mit Laufen und Radfahren gemacht. Ich bin körperlich und auch vom Mentalen her weiter. Denn ich habe bis zu meinem ersten Sieg nicht richtig glauben können, dass ich das wirklich zusammenbringe. Ich habe gewusst, dass ich schnell genug bin, aber nicht, ob ich das mental schaffe."

Teamchef Peter Mücke ist jedenfalls zufrieden mit den Leistungen seines Schützlings und dessen Teamkollegen: "Philipp und unsere Neueinsteiger haben in Oschersleben gezeigt, dass sie in den vorderen Regionen ein Wort mitreden können. Jetzt gilt es, dies auch kontinuierlich in der gesamten Saison zu zeigen."

Marlene Dietrich will weiter nach oben, Foto: BMW
Marlene Dietrich will weiter nach oben, Foto: BMW

Auch Marlene Dietrich, die einzige Dame im Starterfeld, kann positiv auf den Saisonstart in der Formel BMW zurückblicken. "Es auf Anhieb unter die besten Zehn zu schaffen war natürlich kein schlechter Start", so die 22-jährige gegenüber motorsport-magazin.com. "Auf dem EuroSpeedway werde ich versuchen dieses Ergebnis noch zu toppen." Für Dietrich ist es im Übrigen die erste Saison im Formelsport. Bisher war sie im VW Polo Cup unterwegs. "Der Formel BMW-Bolide ist etwas ganz anderes als der Polo. Der Wagen ist viel leichter, hat einen Heckantrieb und die Kurvengeschwindigkeiten sind viel höher. Bei den Testfahrten konnte ich mich gut an das Auto gewöhnen und ich muss sagen, dass ich mit dem Formel BMW besser zurecht komme als mit dem Polo", erklärt Dietrich.