Zu außergewöhnlichen Testfahrten ist der Formel BMW FB02 im März auf Sylt angetreten. Mit Hilfe eines Lenkdrachens alleine durch die Kraft des Windes angetrieben, startete der Bolide auf dem Flughafen der deutschen Nordseeinsel zu spektakulären Versuchsfahrten.
"Diese Versuchsfahrten haben die Wirkung von Luftströmung und Aerodynamik auf ein Fahrzeug einmal auf ganz andere Weise demonstriert", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Es war für Publikum und Techniker ein gleichermaßen interessantes Experiment, die allein mit Windkraft erreichten Geschwindigkeiten sind erstaunlich. Der FB02 ist das ideale Fahrzeug für diesen Zweck, sehr leicht und sicher. Im Wettkampf der Fahrer auf der Rennstrecke werden wir trotzdem auch in Zukunft auf Motorkraft vertrauen."
Damit der außergewöhnliche Test stattfinden konnte, nahmen die BMW Motorsport Ingenieure zahlreiche Modifikationen am FB02 vor, der auch 2007 in den Formel BMW Meisterschaften in Deutschland, Großbritannien, Asien und Nordamerika eingesetzt wird. Um zu erreichen, dass alleine die Windkraft für den nötigen Vortrieb sorgt, wurde der 140 PS starke Motor des FB02 ausgebaut. Die Rolle des Triebwerks übernahm der am Fahrzeug befestigter Lenkdrachen. Extremsportler und Redakteur der ARD Wissenschaftssendung "Kopfball" Dirk Gion, der bereits den australischen Kontinent mit einem Skateboard und von einem Lenkdrachen gezogenen durchquert hat, steuerte das Fahrzeug.
Um dem Piloten bei der komplizierten Koordination von Kite und FB02 mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, wurden Frontscheibe und Spiegel des Formel BMW demontiert sowie der Kopf- und Nackenschutz HANS gekürzt. Darüber hinaus erhielt der FB02 eine direktere Lenkübersetzung. "Die Kraft des Windes ist immer wieder beeindruckend und birgt eine besondere Faszination", so Gion. "Der FB02 eignete sich perfekt für diesen Versuch. Dank seiner Sicherheitsmerkmale habe ich mich bei den Versuchsfahrten immer wohl gefühlt." Bei einer Windgeschwindigkeit von 21,6 Knoten (40 km/h) beschleunigte der Formel BMW FB02 auf der 2,3 Kilometer langen Flughafenstrecke auf 41,6 Knoten (77,4 km/h).

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