Mit neun Siegen in 18 Rennen hast du die Formel BMW in diesem Jahr dominiert. Wie fühlt sich das an, wenn man so gut unterwegs ist?
Christian Vietoris: Geraden nach dem schweren ersten Jahr, das ich hatte, war ich jetzt natürlich sehr glücklich. Dass es so gut laufen würde, durfte man vor der Saison ja nicht erwarten. Deswegen lautete mein Saisonziel zunächst nur, unter die ersten Drei zu fahren. Es fing dann aber so gut an, dass wir das Ziel bald etwas höher gesteckt haben und Meister werden wollten. Das hat am Ende auch wunderbar geklappt.

Christian Vietoris hatte oft Grund, den Daumen nach oben zu strecken, Foto: BMW
Christian Vietoris hatte oft Grund, den Daumen nach oben zu strecken, Foto: BMW

Du hast bereits erwähnt, dass es im Vorjahr nicht so gut lief. Wie kam es zu der Steigerung in diesem Jahr?
Christian Vietoris: Ich wollte es dann einfach wissen und habe sehr viel an meiner Fitness gearbeitet. Auch im mentalen Bereich habe ich sehr viel getan. Zudem habe ich noch das Team gewechselt und ich denke, das hat alles zu der Steigerung beigetragen.

Nach dem klaren Sieg in der Meisterschaft bist du auch Favorit für das Formel BMW Weltfinale in Valencia. Was erwartest du dir dort?
Christian Vietoris: Klarerweise sind die Erwartungen des Teams und auch meine persönlichen sehr hoch gesteckt. Wir wollen gewinnen. Es sind allerdings alle vier Meister dort und ich denke, es wird nicht sehr einfach. Aber ich glaube auch, dass wir uns gute Chancen ausrechnen können.

Vergangenen Freitag hast du getestet…
Christian Vietoris: Ja, da habe ich noch einmal das Formel BMW-Auto für Valencia getestet. Wir haben auch für die Superpole einiges ausprobiert, da die für uns etwas ganz neues ist. Wir haben geschaut, wie wir das Setup für die eine Runde machen müssen und noch ein paar weitere Kleinigkeiten überprüft.

Deine Vorgänger als Formel BMW-Meister sind weiter in die F3 EuroSeries. Willst du auch dorthin?
Christian Vietoris: Wollen tu ich schon. Aber wenn man dort gewinnen will, dann geht das nur bei einem Team ASM. Von daher geht die Tendenz zum Recaro Cup oder zum ATS Formel 3 Cup, wie die Rennserie jetzt heißt. Der Recaro Cup heißt 2007 ja ATS Formel3 Cup.

Die Konkurrenz wird dort wahrscheinlich ein bisschen stärker sein. Was erwartest du dir?
Christian Vietoris: Ich glaube auch, dass es dort ein bisschen schwieriger werden wird. Deswegen nehme ich mir erst einmal wieder vor, unter die ersten Drei zu fahren.

Das Ziel deiner Laufbahn ist die Formel 1?
Christian Vietoris: Natürlich ist die Formel 1 das große Ziel, aber das ist nur sehr schwer zu erreichen. Es gibt dort nur 22 Cockpits. Wir setzen aber alles daran, um das zu schaffen.

Gibt es auch einen Alternativplan, sollte es mit der Formel 1 nicht funktionieren?
Christian Vietoris: Wenn es nicht klappen sollte, würde ich ganz gerne in der DTM fahren.

Und wenn es mit dem Rennsport gar nicht mehr funktionieren sollte. Bist du dann auch gerüstet?
Christian Vietoris: Ja klar. Ich mache eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann und könnte damit dann vielleicht in das Unternehmen meines Vaters einsteigen.

Und wie sieht jetzt die Planung für den Winter aus, wenn das Weltfinale in Valencia vorbei ist?
Christian Vietoris: Noch einmal dasselbe wie im vergangenen Winter. Ich will noch fitter werden, obwohl es immer schwerer wird, den Stand noch zu verbessern oder zu halten. Das Ziel lautet aber ganz klar, noch besser zu werden.