"Krempelst du mal bitte deine Hosenbeine hoch", fragt der technische DMSB-Kommissar Wolfgang Neusius. Der Meisterschaftsführende Christian Vietoris (Lissendorf/Josef Kaufmann Racing) zieht die Beine seines Rennoveralls nach oben. Zum Vorschein kommt bei 20 Grad Lufttemperatur eine feuerfeste, lange Unterhose. "Sehr gut", lobt Neusius den Fahrer aus der Formel BMW Deutschland. Sicherheit wird groß geschrieben in der attraktiven Nachwuchsserie, in der am kommenden Wochenende in Oschersleben 22 Piloten ab 15 Jahren auf die Piste gehen.
Vor jedem Start wird stichprobenartig die korrekte Kleidung der Rennfahrer kontrolliert. Lange Unterhose und langärmliges Shirt, feuerfeste Socken und Schuhe, eine Sturmhaube unter dem Helm und ein aus speziellen Aramidfasern gefertigter Overall sorgen für Schutz im Brandfall. Als zweite Haut bietet die spezielle Nomex-Rennbekleidung den Fahrern Schutz vor Flammen und vor Temperaturen bis 840 Grad. Über 30 Sekunden kann der Fahrer so ausgerüstet in extremer Hitze überleben.
Um Wirbel-Verletzungen im Nackenbereich vorzubeugen, fahren alle Piloten der Formel BMW mit HANS (Head and Neck Support). HANS beruht auf einem steifen, kragenförmigen Kohlefaseraufbau, der mit den Schultergurten an den Fahrzeuggurten fixiert und durch entsprechende Bänder am Helm befestigt wird. Durch diese stabilisierende Wirkung werden bei einem Unfall extreme Beschleunigungsbewegungen des Kopfes vermindert und gefährdende Kräfte auf den Hals- und Kopfbereich reduziert. Die Formel BMW war die erste Nachwuchsserie, in der alle Piloten verpflichtend mit HANS an den Start gingen.
"Der Formel BMW ist ein extrem sicheres Auto", sagt Sergio Perez Mendoza (MEX/ADAC Berlin-Brandenburg). Der 16 Jahre alte Mexikaner muss es wissen. Er überschlug sich bei Testfahrten am EuroSpeedway Lausitz dreimal und stieg vollkommen unverletzt aus seinem Cockpit aus. Ein Stahl-Überrollbügel bietet den Piloten ebenso umfassenden Schutz wie eine Crashbox vorn und hinten, das Monocoque aus Karbon-Aramidfaserverbund sowie die Sitzschale mit dem vom BMW Motorsport entwickelten Formula Rescue Seat-System (FORS). Es ermöglicht im Ernstfall die schnelle Bergung eines Piloten inklusive des Sitzes. Dadurch wird die Belastung auf die Wirbelsäule minimiert.
"Der Formel BMW übertrifft die Sicherheitsanforderungen des internationalen Automobilverbandes FIA an seine Klasse und greift Formel-1-Standards auf", erklärt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

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