In Oschersleben gab es endlich wieder etwas Positives zu vermelden: Ich konnte meinen dritten Saisonsieg einfahren. Am Samstag lief noch nicht alles nach Plan; ich lag lange Zeit auf Platz 3 und damit auf Podestkurs, als ich Probleme an meinem Auto bekam.
Mir fehlte schlichtweg der Grip. Ich rutschte immer wieder von der Strecke und konnte die vier Autos hinter mir nicht mehr halten. Trotzdem kann ich im Nachhinein mit Platz 6 zufrieden sein - immerhin habe ich damit wichtige Punkte für die Meisterschaftswertung geholt.
Nichts zu verlieren
Am Sonntagmorgen war die Strecke noch leicht feucht. Da ich von Startplatz 8 nichts mehr zu verlieren hatte, entschieden mein Team und ich, dass wir das Risiko eingehen und auf Slicks losfahren würden.
Im Laufe des Rennens trocknete die Strecke immer mehr ab und das Wetter spielte uns in die Reifen. Auf diese Weise konnte ich bis auf Platz 1 nach vorne fahren. Das Motto "no risk, no fun" zahlte sich aber nicht nur für mich aus. Auch mein Teamkollege kämpfte sich mit Slicks durch das Feld nach vorne - so ein Doppelsieg schmeckt nicht schlecht!
Normalerweise kann man in Oschersleben kaum überholen. Dank unserer richtigen Reifenwahl, sah dies im 2. Lauf vollkommen anders aus: Ich machte sieben Plätze gut und fuhr am Ende sogar fast 20 Sekunden Vorsprung auf den Dritten heraus. Ein wahrlich perfektes Rennen.
Ritt auf der Rasierklinge
Ganz ungefährlich war unser Reifenpoker allerdings nicht: Besonders zu Rennbeginn musste ich verdammt aufpassen in den nassen Anbremszonen nicht von der Strecke zu rutschen. Da ich im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten keine Regenreifen hatte, musste ich anfangs noch früher bremsen als die anderen Fahrer.
Dabei gab es einige knappe Momente, in denen ich mir sagte: Hui, beim nächsten Mal machst du hier einmal etwas langsamer. Mit zunehmender Rundenanzahl trocknete die Ideallinie aber fast komplett auf, so dass ich richtig Gas geben konnte.
Oschersleben - Monaco - Oschersleben
Die nächsten beiden Rennen finden erneut in Oschersleben statt - nach dem Erfolgserlebnis vom letzten Wochenende freue ich mich schon darauf. Dass wir noch einmal auf der gleichen Strecke fahren, macht mir nichts aus; schließlich fahren wir zum ersten Mal im Rahmen der WTCC. Es wird interessant und spannend auch diese Rennserie einmal kennen zu lernen. Dank der gesammelten Daten unter trockenen und feuchten Bedingungen sind wir zudem bestens für alle Situationen gerüstet.
Bis dahin ist mein Zeitplan mit Terminen voll gespickt: Am kommenden Wochenende bin ich auf Einladung meines Formel BMW Fahrerkollegen Stefano Coletti bei der Formel 1 in Monaco. Dort habe ich übrigens schon im letzten Jahr beim Formel 3-Rennen meines Cousins zugeschaut. Danach geht es für zwei Tage ins Fitness-Studio zum Trainieren und dann steht schon das nächste Rennwochenende in Oschersleben vor der Tür.
Vorher werde ich aber das schöne, warme Wetter im Fürstentum genießen: Denn dort herrscht das genaue Gegenteil zum regnerischen Wetter hier bei uns.

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