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Die Krisenjahre des GP-Sports: Die 20er Jahre

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Beitrag Sonntag 19. Juli 2015, 12:38

Beiträge: 40770
Jeder kochte sein eigenes Süppchen, die Regeln wurden in einer beispiellosen Selbstfindungsphase jedes Jahr geändert, beim Großen Preis von Frankreich 1926 dann der Tiefpunkt: Gerade mal drei Fahrzeuge gingen ins Rennen! Wer sich über die heutige Krise im GP-Sport beklagt, der sollte sich mal mit den 20er Jahren beschäftigen…

Krise hier, Krise dort – die Formel-1 steht vor der Zerreißprobe. Fans laufen weg, Teams stehen am Rande des Ruins, die Technik ist zu komplex, die Show zu künstlich, die Autos viel zu unspektakulär. Der GP-Sport sieht sich mit einer Reihen von Problemen konfrontiert, schlimmer noch: Es führt fast kein Weg hinaus, weil die Entscheidungsstrukturen zu verworren und die Macht in den falschen Händen ist.

Doch das sind alles Peanuts gegen die Probleme, die der GP-Sport in den 20er Jahren hatte. Heute würde der Sport solche Krisenzeiten wie damals nicht mehr überstehen. Bei nur drei Teilnehmern beim wichtigsten GP-Rennen des Jahres würden sämtliche Fernsehstationen Sturm laufen, von den Veranstaltern ganz zu schweigen. Doch genau das passierte 1926 beim Großen Preis von Frankreich, als nur Bugatti drei Rennwagen nach Miramas schickte. Und wie spannend das Rennen war, zeigte sich auch am Resultat: Mit Jules Goux gewann zwar der damals beste Fahrer des Sports das Rennens, aber der zweitplatzierte Meo Constantini hatte schon 15 Runden Rückstand! Pierre de Vizcaya schied mit Motorschaden sogar aus.

Hersteller dominierten Sport

Was war passiert? In der Zeit des Ersten Weltkriegs schwiegen die Rennmotoren. Sobald sich der Kanonenhagel allerdings gelegt hat, ging es mit dem Rennsport schon wieder los. 1921 erst zögerlich, dann aber kamen wieder mehr und mehr Hersteller in den GP-Sport. Und die Fahrzeuge wurden damals eben ausschließlich von den Herstellern konstruiert, richtige Rennteams kamen erst Ende der 20er Jahre mit der Scuderia Ferrari und der Scuderia Materassi auf – aber auch die setzten wie ein paar andere Privatfahrer in der Regel auf Kundenfahrzeuge. Ferrari baute erst nach dem Zweiten Weltkrieg eigene GP-Flitzer, Materassi nie.

Bei einigen GP-Rennen waren Privatfahrer nicht einmal zugelassen. Immer wieder gab es aber Fahrer, die sich durch spektakuläre Eigenkonstruktionen einen Namen machten. 1925 zum Beispiel John Eldridge mit seinem Eldridge Special, Albert Guyot mit seinem Guyot Special oder auch 1926 Frank Halford mit seinem Halford Special. Solche Eigenkonstruktionen blieben in der Regel erfolglos.

Der GP-Sport war also damals ein Sport der Hersteller. Und schon 1922, als beim Frankreich-GP, dem Saisonhöhepunkt, 22 Fahrzeuge am Start standen, beteiligten sich die Hersteller Fiat, Bugatti, Ballot, Aston Martin, Sunbeam und Rolland-Pilain. Damals kochte jeder Rennveranstalter sein eigenes Süppchen, daher unterschied sich oftmals auch das Teilnehmerfeld leicht voneinander. Beim Italien-GP mischten neben Fiat und Bugatti noch Diatto und Heim mit.

Sinnkrise in den 20er Jahren


Damals standen die Einzelevents noch voll im Vordergrund. Viele Rennen wurden nach individuellen Regeln ausgetragen. Wer zu den großen Grand-Prix-Läufen zählen wollte, der musste sich nur an die Eckdaten des damaligen Automobilweltverbandes AIACR halten, die sich aber meist auf eine Hubraum-Maximalgröße beschränkte. Eine Meisterschaft wurde erst 1925 ins Leben gerufen, mit der Konstrukteursmeisterschaft. Die Fahrer spielten nur eine nebensächliche Rolle.

Der Rennsport war damals also nicht nur was die Teilnehmer betrifft, eine Herstellersache. Die Autos standen auch klar im Vordergrund. Der Rennsport wurde auch mit dieser Prämisse erfunden: Als das Automobil auch immer mehr für die Bevölkerung ein Thema wurde, mussten die Hersteller erfolgreich Werbung betreiben, um Bekanntheit zu erlangen und ihre Fahrzeuge zu verkaufen. Dafür wurde der Rennsport ins Leben gerufen.

In den 20er Jahren änderte sich aber vieles: Zu allererst hatten sich einige Hersteller etabliert und brauchten jetzt nicht mehr zwingend sich im GP-Sport – der Spitze des Motorsports – zu beteiligen. Zweitens brach vor allem Ende der 20er Jahre die große Wirtschaftskrise aus, die auch viele Autohersteller ruinierte. Drittens entfernten sich die GP-Rennwagen immer mehr von den normalen Straßenfahrzeugen. Die Technik speziell in der Motorentwicklung veränderte sich weiter und wurde immer besser – damit stiegen aber auch die Kosten. 1927 trieb Delage das Spiel auf die Spitze: Ihre Rennwagen waren so teuer, dass die Aktivitäten die französische Marke fast an den Rand des Ruins gebracht haben. Immer weniger Hersteller wollten sich an diesem Wettrüsten beteiligen. Die logische Konsequenz war ein sich immer stärker reduzierendes Starterfeld.

Not macht erfinderisch

Nur Bugatti und Maserati erkannten einen Weg, wie man GP-Sport zu einem relativ günstigem Preis betreiben konnte: Man konstruierte zwar Rennwagen, verkaufte sie aber in Massen an Privatiers, die zuvor bei vielen Rennen gar nicht startberechtigt waren. So konnten sie das finanzielle Risiko für die Einsätze abtreten und am Verkauf von Rennwagen sogar etwas verdienen. Vor allem Bugatti beherrschte dieses Spiel perfekt: Man stellte Rennwagen nicht nur für die große GP-Klasse her, sondern auch für die zweite Liga (Voiturette) und die dritte Liga (Cycle-Cars), aber auch für andere Disziplinen wie Sport- und Tourenwagen. Bei fast jedem Rennen – von den großen GP-Rennen bis hin zu den Rennen „rund um den Kirchturm“ – standen Ende der 20er Jahre diverse Bugatti-Fahrer am Start, nur selten mit Werksstatus, meistens privat.

Um aber auch wieder mehr Hersteller für die Beteiligung am GP-Sport zu begeistern, änderte die AIACR fast jedes Jahr die Bestimmungen. Meistens waren es nur kleine Bereiche in Sachen Abmessung, Verbrauchslimit, Fahrzeuggewichte oder dergleichen, während man aus motorischer Sicht keine Beschränkungen ausgab, doch ab und an kamen auch skurrile Regeln auf, wie die 10-Stunden-Mindestdistanz 1930.

1931 wurde dann eine Fahrer-Meisterschaft ins Leben gerufen, die aber nur aus drei Läufen bestand. Erst als die faschistischen Regime den Rennsport zu Propaganda-Zwecken für sich entdeckten, ging es mit dem GP-Sport wieder bergauf, wenn auch aus zweifelhaften Gründen. Die Krise der Jahre zuvor wurde überstanden, weil es damals vor Ort diverse Rennen gab und man außer aus Zeitungsberichten damals auch kaum die großen GP-Rennen rund um die Welt verfolgen konnte. Die Krise der 20er Jahre aber leitete ein Trend ein, der dann nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkt aufgenommen und umgesetzt wurde: Die Privatisierung des GP-Sports, Hersteller wurden immer unbedeutender, die Privatteams und Privatfahrer eroberten die Rennstrecken und veränderten das Gesicht des GP-Sports nachhaltig.

Beitrag Dienstag 23. August 2016, 15:04

Beiträge: 197
Ich denke nicht, dass man die 1920er Jahre insgesamt und pauschal als Krisenjahre bezeichnen kann. Die zweite Hälfte der Dekade war sicherlich ein Tiefpunkt, zumindest was den offiziellen "Grand-Prix-Sport" (also die "Länder"-GP) betrifft. Zuvor und daneben gab es aber auch durchaus Glanzpunkte, wie z.B. der erste GP von Monaco, der anscheinend schon gleich von Beginn an eine Erfolgsstory gewesen ist.

MichaelZ hat geschrieben:
Doch das sind alles Peanuts gegen die Probleme, die der GP-Sport in den 20er Jahren hatte. Heute würde der Sport solche Krisenzeiten wie damals nicht mehr überstehen. Bei nur drei Teilnehmern beim wichtigsten GP-Rennen des Jahres würden sämtliche Fernsehstationen Sturm laufen, von den Veranstaltern ganz zu schweigen.


Das Publikum hat 1926 in Miramas schon ziemlich getobt. Genau genommen hat "der" Sport ja damals auch nicht wirklich überlebt. Das bis dahin geltende Grand-Prix-Format war spätestens Ende 1927 endgültig gescheitert. Das war 1906 ja als ein Wettbewerb der Hersteller ins Leben gerufen worden (weil die französische Industrie die Beschränkung auf drei Autos pro Nation im Gordon-Bennett-Cup nicht mehr mitmachen wollte). Das "Überleben" war nur deswegen möglich, weil es im Unterschied zu heute damals eben noch eine "wilde Szene" von Privatfahrern und Rennveranstaltern gegeben hat, auf die man zurückgreifen konnte.


Hersteller dominierten Sport

Was war passiert? In der Zeit des Ersten Weltkriegs schwiegen die Rennmotoren. Sobald sich der Kanonenhagel allerdings gelegt hat, ging es mit dem Rennsport schon wieder los. 1921 erst zögerlich, dann aber kamen wieder mehr und mehr Hersteller in den GP-Sport. Und die Fahrzeuge wurden damals eben ausschließlich von den Herstellern konstruiert, richtige Rennteams kamen erst Ende der 20er Jahre mit der Scuderia Ferrari und der Scuderia Materassi auf – aber auch die setzten wie ein paar andere Privatfahrer in der Regel auf Kundenfahrzeuge. Ferrari baute erst nach dem Zweiten Weltkrieg eigene GP-Flitzer, Materassi nie.


Worauf hätten Privatteams und -fahrer denn sonst setzen sollen, wenn nicht auf Kundenfahrzeuge? Ferrari ist dann in den 1930ern schon wieder zum offiziellen Werksteam für Alfa Romeo aufgerückt, war also nur relativ kurz wirklich "privat", während Materassi durch den Tod vom Teamchef gleich wieder mit dahingeschieden ist.

Bei einigen GP-Rennen waren Privatfahrer nicht einmal zugelassen.


Das galt wie gesagt letztendlich für alle "Nationen"-GP (also die GP Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien) bis 1927. Ausnahmen gab es allenfalls vereinzelt mal, wenn ein Veranstalter für einen einheimischen Starter mal ein Auge zugedrückt hat oder ein Privatfahrer eben vom Hersteller seines Rennwagens als nomineller Werksfahrer "adoptiert" worden ist.

Immer wieder gab es aber Fahrer, die sich durch spektakuläre Eigenkonstruktionen einen Namen machten. 1925 zum Beispiel John Eldridge mit seinem Eldridge Special, Albert Guyot mit seinem Guyot Special oder auch 1926 Frank Halford mit seinem Halford Special. Solche Eigenkonstruktionen blieben in der Regel erfolglos.


Im Prinzip haben die damit eine Lücke im Reglement ausgenutzt. Wer seinen Rennwagen selbst konstruiert und baut, gilt als "Hersteller", auch wenn die Produktionsziffern ziemlich klein geblieben sind...

Der GP-Sport war also damals ein Sport der Hersteller. Und schon 1922, als beim Frankreich-GP, dem Saisonhöhepunkt, 22 Fahrzeuge am Start standen, beteiligten sich die Hersteller Fiat, Bugatti, Ballot, Aston Martin, Sunbeam und Rolland-Pilain. Damals kochte jeder Rennveranstalter sein eigenes Süppchen


Genau das galt für die offiziellen "Internationalen Großen Preise" ja eben nicht, weil diese (und nur diese) an die "Internationale Formel" gebunden waren. Für alle anderen Rennen waren die Veranstalter dagegen tatsächlich frei.

Sinnkrise in den 20er Jahren[/b]

Damals standen die Einzelevents noch voll im Vordergrund. Viele Rennen wurden nach individuellen Regeln ausgetragen. Wer zu den großen Grand-Prix-Läufen zählen wollte, der musste sich nur an die Eckdaten des damaligen Automobilweltverbandes AIACR halten, die sich aber meist auf eine Hubraum-Maximalgröße beschränkte.


Und inwieweit hätte hier somit ein substantieller Unterschied zu späteren Epochen bestanden? Erst ab den 1970er Jahren hat man dann langsam die Notwendigkeit erkannt, daneben auch bestimmte Sicherheitsbestimmungen erlassen zu müssen. Erst in den letzten 20, 30 Jahren ist dann langsam die Unsitte aufgekommen, immer stärker auch ins sportliche Reglement einzugreifen, um die Rennen "spannender" zu machen.


Der Rennsport war damals also nicht nur was die Teilnehmer betrifft, eine Herstellersache. Die Autos standen auch klar im Vordergrund. Der Rennsport wurde auch mit dieser Prämisse erfunden: Als das Automobil auch immer mehr für die Bevölkerung ein Thema wurde, mussten die Hersteller erfolgreich Werbung betreiben, um Bekanntheit zu erlangen und ihre Fahrzeuge zu verkaufen. Dafür wurde der Rennsport ins Leben gerufen.


Schon richtig, aber meiner Meinung nach doch nicht unbedingt so sehr für die "Bevölkerung", sondern in erster Linie als Spielzeug für reiche Dandys. Um die Jahrhundertwende (also 1900) waren die Rennen von La Turbie z.B. praktisch reine "Verkaufsveranstaltungen" für die vor Ort versammelte Haute Vollee. Erst als das Auto auch für breitere Bevölkerungsschichten zum einigermaßen erschwinglichen Statussymbol wurde, sind auch so langsam einige Massenhersteller in den Grand-Prix-Sport eingestiegen.

Zweitens brach vor allem Ende der 20er Jahre die große Wirtschaftskrise aus, die auch viele Autohersteller ruinierte.


Die Wirtschaftskrise war ja erst 1929 (und hielt dann bis in die 1930er Jahre noch an, als es mit den Grand-Prix-Rennen schon wieder aufwärts ging). Die meisten im Grand-Prix-Sport aktiven Firmen sind aber schon zuvor aus anderen Gründen auf der Strecke geblieben, wie dein Beispiel Talbot ja auch sehr schön zeigt, weil sie auch da schon zu sehr auf Exklusivität und teure Spitzentechnologie fixiert waren und die Entwicklung des Automobils zum Massenprodukt verschlafen haben. Nach 1929 ist doch eigentlich kaum noch irgendeine im Grand-Prix-Sport engagierte Automobilfirma pleite gegangen.

1931 wurde dann eine Fahrer-Meisterschaft ins Leben gerufen, die aber nur aus drei Läufen bestand. Erst als die faschistischen Regime den Rennsport zu Propaganda-Zwecken für sich entdeckten, ging es mit dem GP-Sport wieder bergauf, wenn auch aus zweifelhaften Gründen. Die Krise der Jahre zuvor wurde überstanden, weil es damals vor Ort diverse Rennen gab und man außer aus Zeitungsberichten damals auch kaum die großen GP-Rennen rund um die Welt verfolgen konnte. Die Krise der 20er Jahre aber leitete ein Trend ein, der dann nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkt aufgenommen und umgesetzt wurde: Die Privatisierung des GP-Sports, Hersteller wurden immer unbedeutender, die Privatteams und Privatfahrer eroberten die Rennstrecken und veränderten das Gesicht des GP-Sports nachhaltig.


Ich sehe das als ziemlich zyklische Entwicklung, die immer wieder kommt und nicht nur den Grand-Prix-Sport betrifft. Zuerst gibt es irgendwelche Spinner, die eine neue Art von Motorsport für sich entdecken. Sobald so etwas erfolgreich läuft, erkennen auch dei Hersteller das Potential, damit öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen, und springen auf den fahrenden Zug auf. Meistens sogar zur Freude der "Gründer", die dadurch ihre Anteile versilbern können. Problem ist, dass die Enthusiasten dann nach kurzer Zeit mit den Werken nicht mehr mithalten können und sich irgendwo eine neue Nische suchen müssen. Die Hersteller unter sich bleiben aber auch oft nicht lange, entweder, wenn sie merken, dass sie trotz teurer Investitionen jahrelang nur recht erfolglos hinterherfahren (Toyota, BMW...) und sich deswegen lieber nach neuen Jagdgründen umsehen, wo sie für wenig Geld wieder ohne große Konkurrenz glänzen können. Oder eben, wenn sie lange genug Erfolg gehabt haben und sich auf ihren Lorbeeren ausruhen können, anstatt riskieren zu müssen, am Ende doch irgendwann nochmal geschlagen zu werden (Alfa Romeo 1951, Mercedes 1955...). In die entstandenen Lücken können dann wiederum Privatteams hineinstoßen (sofern von denen noch welche überlebt haben, oder eine Rennserie stirbt halt einfach nur aus). Ähnliches kann man durchaus auch in anderen Lebensbereichen wiederfinden, z.B. wenn eine neue originelle Musikrichtung von der Industrie so lang ausgeschlachtet wird, bis am Ende das Blut aus den Ohren quillt.

Beitrag Mittwoch 24. August 2016, 15:58

Beiträge: 40770
Stimmt schon, aber derzeit sehe ich die Entwicklungen sehr kritisch. Die Formel 1 heute müsste wesentlich billiger werden, aber das wird kaum gehen. Die Hersteller haben die F1 überprofessionalisiert und da einen Weg zurück finden - ich denke das ist unmöglich.

Beitrag Mittwoch 24. August 2016, 16:24

Beiträge: 197
Billiger geht vermutlich kaum, jedenfalls nicht, wenn andererseits ja auch immer gefordert wird, dass die "Top-Kategorie" des Motorsports eben auch Top-Technologie und vor allem Top-Leistung haben muss. Da kann man ja schlecht mit Autos antreten, die noch nicht mal das Niveau heutiger Straßenautos bieten. Außerdem bedeutet jede Kostenbremse auch immer, dass die Kreativität gebremst wird. Der Trend zur Einheitsserie eben. ich fürchte, da gibt es einfach keinen wirklichen Ausweg.

Beitrag Donnerstag 25. August 2016, 11:10

Beiträge: 40770
Naja aber bietet die LMP1 inzwischen nicht fast schon mehr Technologie als die F1?
Und vor allem: Jetzt ist die Technik doch sehr stark eingeschränkt: Budgetobergrenze her und das technische Reglement im Gegenzug dafür öffnen - ist doch viel besser...

So wird es jedenfalls kaum aus dem Teufelskreis rausgehen. Ich schätze, das Starterfeld wird in den nächsten Jahren stark schrumpfen, wenn nicht bald was passiert: Force India, Manor, Sauber - alles Teams, die das nicht mehr langfristig mitmachen können. Und was kommt dann? Dritte Autos pro Team? Dann feiern wir bald Mercedes-Dreifachsiege und DTM-Stallordergeschichten - na herzlichen Glückwunsch...

Beitrag Donnerstag 25. August 2016, 15:22

Beiträge: 1477
MichaelZ hat geschrieben:
Die Hersteller haben die F1 überprofessionalisiert und da einen Weg zurück finden - ich denke das ist unmöglich.

Der Weg kommt automatisch, genauso wie damals in den 20er Jahren. Immer weniger Teams, weniger Autos, weniger Zuschauer, weniger Sponsoren, usw. usw. Das ganze ist doch bereits ein Kartenhaus, dass von den Beteiligten mühsam vor dem Einstürzen bewahrt wird. Die Frage ist nur - gibt es eine Alternative? Ich sehe keine.....

Beitrag Donnerstag 25. August 2016, 23:14

Beiträge: 197
Eben. Die werden schon irgendwas am Laufen halten. Einfach weil nicht zuletzt auch Leute wie wir ganz ohne nicht sein wollen.

MichaelZ hat geschrieben:
Naja aber bietet die LMP1 inzwischen nicht fast schon mehr Technologie als die F1?
Und vor allem: Jetzt ist die Technik doch sehr stark eingeschränkt: Budgetobergrenze her und das technische Reglement im Gegenzug dafür öffnen - ist doch viel besser...


Wie willst du das denn reglementieren und dann die Einhaltung überwachen? Da wird dann doch getrickst wie bei der Steuererklärung.

Beitrag Freitag 26. August 2016, 14:22

Beiträge: 1199
Im Endeffekt kann die FIA nur an der Strecke kontrollieren und limitieren. Also Boxencrew und so weiter. Max. 25 Pässe für das Team zum Beispiel und 4 Mann beim Boxenstopp am Auto. Alles andere ist eine Illusion.
Diskutiere niemals mit Idioten!
Erst ziehen sich dich auf ihr Niveau
und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.

(c) by Mark Twain

Beitrag Freitag 26. August 2016, 17:30

Beiträge: 40770
Michael_Mueller hat geschrieben:
Der Weg kommt automatisch, genauso wie damals in den 20er Jahren. Immer weniger Teams, weniger Autos, weniger Zuschauer, weniger Sponsoren, usw. usw. Das ganze ist doch bereits ein Kartenhaus, dass von den Beteiligten mühsam vor dem Einstürzen bewahrt wird. Die Frage ist nur - gibt es eine Alternative? Ich sehe keine.....


Der Unterschied zu den 20er Jahren aber ist doch: Heute hat das Auto einen immer geringeren Stellenwert. Die ganze Technik wird immer komplexer und ist von Privatiers immer weniger zu handhaben. Kann mir gut vorstellen, dass der Motorsport ins absolute Nischendarsein rutscht...

Beitrag Freitag 26. August 2016, 17:33

Beiträge: 40770
JackOMalley hat geschrieben:
Wie willst du das denn reglementieren und dann die Einhaltung überwachen? Da wird dann doch getrickst wie bei der Steuererklärung.


Ich muss zugeben, ich bin da bei dem Thema nicht der beste Ansprechpartner. Ich hab mich damit aber schon mit mehreren Professoren, die sich auf diesen Bereich fokussiert haben, unterhalten. Und die sagen alle: Bis auf 10% kann man das locker kontrollieren. Und wenn eine Budgetobergrenze von 100 Millionen festgeschrieben wird, dann können sie Teams also maximal 110 Millionen ausgeben - ist doch auch schon mal was...

Beitrag Sonntag 28. August 2016, 08:48
0ph 0ph

Beiträge: 1340
Kommt drauf an, wer die Jahresabschlüsse, Steuererklärungen etc. kontrolliert.
Ich arbeite beim Steuerberater und ich habe schon alles gesehen.... :roll:

Wie dem auch sei, selbst wenn da alles sauber ist, was ist, wenn andere Firmen Entwicklungen für die F1 Teams bezahlen? Sei es Mercedes-Benz für das F1 Team, oder Ferrari oder McLaren oder oder oder.

Ich denke so ziemlich jedes Team, außer Sauber und Manor haben hier Möglichkeiten.

Versteh mich nicht falsch, ich wäre ein großer Freund der Budgetobergrenze, aber ich halte das schlicht für nicht kontrollierbar.

Beitrag Dienstag 31. März 2020, 11:53

Beiträge: 40770
Puh, mal schauen ob die Coronakrise eine ähnliche Krise auslöst. Ich ahne Schlimmes...

Beitrag Dienstag 31. März 2020, 16:31

Beiträge: 690
Naja, von einem Weltkriegsszenario sind wir schon noch ein Stück entfernt.


Beiträge: 40770
In den 20er Jahren gab's auch keinen Weltkrieg.


Beiträge: 690
MichaelZ hat geschrieben:
In den 20er Jahren gab's auch keinen Weltkrieg.


Die Folgen davon aber ...
Zu den Spätfolgen gehört ja schließlich auch noch der zweite Weltkrieg.


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