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Enttäuschende Sasions von Fahrern/Teams

Das Formel 1 Forum früherer Tage...

Beiträge: 13
Hallo,

Ich würde gerne eine Diskussion anregen, in welcher ihr Fahrer und Teams ansprechen die euch in bestimmten Saisonen besonders enttäuscht haben. Mir geht es dabei nicht um Autos die einfach nicht gut waren, sondern viel mehr um Autos, die grundsätzlich Potential hatten, jedoch aufgrund (überraschend) schwacher Leistungen von Team und oder Fahrer dieses Potential nicht abrufen konnten.

Ich nenne mal ein Beispiel:

Williams + Frentzen 1997

Das Team wurde zwar Weltmeister, aber man hat viel zu wenig aus dem deutlich schnellsten Auto des Feldes gemacht. Besonders Frentzen stich hier natürlich hervor, der mit vielen technischen Problemen zu kämpfen hatte, aber auch oftmals keine besonders gute Leistung anbot. 42 Punkte waren einfach viel zu wenig.


Benetton 1996+1997; Berger plus Alesi

Auch die Leistungen dieses Teams und der Fahrer waren doch recht enttäuschend.
Klar man hatte Schumacher verloren, aber das 95er Auto war ja richtig gut gewesen, und mit Renault hatte man weiterhin den besten Motor im Heck. Das 96er und 97er Auto zeigte ja auch bei einzelnen Rennen immer wieder das grundsätzlich Speed im Auto ist, aber das Team und die beide Fahrer konnten es einfach nur viel zu sporadisch umsetzen. Aus meiner Sicht haben die beiden Jahre Alesis und Bergers Ruf massiv geschadet, da man einfach sehr scharf gezeigt bekam, wie unendlich weit beide vom Niveau eines Schumachers entfernt sind.


Beiträge: 7386
tom870 hat geschrieben:
Williams + Frentzen 1997
Das Team wurde zwar Weltmeister, aber man hat viel zu wenig aus dem deutlich schnellsten Auto des Feldes gemacht. Besonders Frentzen stich hier natürlich hervor, der mit vielen technischen Problemen zu kämpfen hatte, aber auch oftmals keine besonders gute Leistung anbot. 42 Punkte waren einfach viel zu wenig.

Ich weiß nicht so recht ob der Williams 1997 noch "deutlich" das schnellste Auto war - für meinen Geschmack hat man da schon gewaltig abgebaut... Sieht man ja recht deutlich wie weit der Fall 1998 ging - wo ja eigentlich lediglich mit den Renault-Werksmotoren 1997 weitergefahren wurde... Ich glaube schon dass Jacques 96/97 auch ziemlich stark war - er wird meines Erachtens ein bisschen unterschätzt da er später nie wieder an diese Leistung anknüpfen konnte, was m.M.n. aber sehr deutlich daran lag dass er den Rillenreifen überhaupt nix abgewinnen konnte und dies ja auch rundheraus zugegeben hat!
Trotzdem hast Du natürlich recht - Frentzen sah neben Villeneuve grottig aus. M.M.n. war er zwar immer extrem überbewertet (ähnlich wie Webber) - aber da er später mit Jordan zumindest nochmal ganz gut unterwegs war lag es wohl nicht grundsätzlich an ihm. Man sagt ja er kam mit der sehr speziellen Art bei Williams, besonders mit Patrick Head, nicht klar. Der soll ja zunächst auch bei Villeneuve recht ablehnend gewesen sein - aber Jacques hat sich wohl sehr eindrucksvoll durchgesetzt.

tom870 hat geschrieben:
Benetton 1996+1997; Berger plus Alesi
Auch die Leistungen dieses Teams und der Fahrer waren doch recht enttäuschend.
Klar man hatte Schumacher verloren, aber das 95er Auto war ja richtig gut gewesen, und mit Renault hatte man weiterhin den besten Motor im Heck. Das 96er und 97er Auto zeigte ja auch bei einzelnen Rennen immer wieder das grundsätzlich Speed im Auto ist, aber das Team und die beide Fahrer konnten es einfach nur viel zu sporadisch umsetzen.

Auch hier bin ich mir nicht sicher ob das Auto wirklich so gut war wie behauptet wird. Ich denke mal es war sehr "speziell" auf Schumacher zugeschnitten (weshalb ja dessen TKs auch immer erstaunlich schlecht aussahen...). Auch denke ich nicht dass der 95er wirklich "richtig gut" war - McLaren und Ferrari waren grottig und Hill im Williams als WM-Gegner natürlich weit weg von Schumacher... Was ich mir auch vorstellen könnte ist dass Renault (die man eh ja recht grenzwertig zum Benetton-Vertrag genötigt hat) bei Schumacher gute Miene zum bösen Spiel machte, danach aber schon eher wieder auf "Dienst nach Vorschrift" zurückschaltete und sich auf Williams konzentrierte!
Und auch hier ist es natürlich schon so dass beide eigentlich überbewertet waren! Alesi hatte zwar genial-spektakuläre Fahrzeugbeherrschung - aber in all den Ferrari-Jahren nur 1 Sieg ist halt schon recht wenig! Und Berger war über dem Zenit - ich glaube fast die Klatsche die er von Senna bekommen hat hat ihn irgendwie vom Weg abkommen lassen...

Das Thema ist recht interessant für laue Winterabende... ;-) Wie gesagt, die Schumacher-TKs bei Benetton wären schon mal eine genauere Betrachtung wert, evtl. auch Zanardi gegen Ralf Schumacher bei Williams, Andretti gegen Senna usw.


Beiträge: 13
Vieln Dank für deine interessanten Ausführungen! Würde mich freuen, wenn das Thema auf Interesse stößt.

Villeneuve 2003

Bleiben wir doch gleich bei Villeneuve. Wie du schon sagst, hatte er 96 und 97 schon ganz gute Jahre, auch wenn er einige Böcke geschossen hat und man schon da erkennen konnte, dass er nicht unbedingt begnadet darin war ein Auto abzustimmen und zu entwickeln. Gerade 97 waren die Leistungen doch extrem schwankend. Von 1,8 Sekunden Vorsprung in Melbourne bis hin zu Mittelfeldplätzen in Hockenheim oder Monza.
Aber kommen wir zu 2003. Ich denke Ende 2002 war Villeneuves Ruhm schon deutlich verblasst, aber grundsätzlich hielt man ihn doch für einen schnellen Fahrer. Dann kam 2003 und er wurde von Button richtig zerstört. Das hat das Bild von Villeneuve schon nachhaltig verändert. Von da an sah ihn kaum noch jemand als Topfahrer.
Der Eindruck sollte sich ja dann bei seinen desaströsen Rennen mit Renault und den ziemlich dürftigen Jahren bei Sauber/BMW bestätigen.
Wäre Villeneuve 2002 abgetreten würde er heute sicher einen ungleich besseren Ruf genießen. Nicht wenige betrachten ihn ja sogar als schlechtesten Weltmeister ever.

0ph 0ph

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Sehr interessantes Thema!


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Ich find das Thema auch recht interessant. Parallelen zu Frentzen/Williams sehe ich auch in Fisichella/Renault. Dass er so gegen Alonso verhungert, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet.

Zanardi und Andretti sind außerdem sehr gute Beispiele.

Räikkönen gegen Alonso hat mich auch gewundert, dass das so deutlich pro Alonso ausgeht 2014. Als er bei Lotus war, dachte man ja durchaus noch, dass Kimi richtig gut war. Man male sich nur mal aus, was passiert wäre, wenn ein Alonso oder Vettel im Lotus gesessen hätte.


Beiträge: 36
MichaelZ hat geschrieben:
Räikkönen gegen Alonso hat mich auch gewundert, dass das so deutlich pro Alonso ausgeht 2014. Als er bei Lotus war, dachte man ja durchaus noch, dass Kimi richtig gut war. Man male sich nur mal aus, was passiert wäre, wenn ein Alonso oder Vettel im Lotus gesessen hätte.


Ist halt immer schwierig Quervergleiche zu ziehen. Du kannst eine Fahrerpaarung in Auto 1 stecken und danach und Auto 2 und das Ergebnis kann völlig unterschiedlich sein. Aber ja, 2014 war Kimi zweifelsfrei enttäuschend unterwegs.

Ich würde Damon Hill 1999 als Enttäuschung ansehen. Frentzen fuhr ja um Podien und sogar Siege während Hill Probleme hatte Punkte zu sammeln.


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Montoya bei McLaren 2005 würde ich auch dazu zählen.


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tom870 hat geschrieben:
Villeneuve 2003

Wie ich oben schon sagte finde ich die beiden ersten Williams-Jahre von Jacques schon recht beeindruckend. Klar, er war nicht das Muster an Konstanz, aber ich würde trotzdem sagen deutlich besser als er im Nachhinein eingeschätzt wird. Auch das Indy-Jahr (in einer damals noch extrem guten Indy-Serie...) war bärenstark!
Nachher kamen einfach ein paar Sachen zusammen die wirklich böse gegen ihn gelaufen sind... Da war zunächst mal der krasse Williams-Einbruch... Dann wie gesagt seine Abneigung gegen die Rillenreifen... Dann der grottenschlechte Einstand von BAR den er aus Loyalität zu seinem Manager viel zu lange treu blieb...
Und danach spielten halt auch einige krass gegen ihn... Klar, Button war besser (und Villeneuve nach 4 trostlosen Jahren mit der Gurkentruppe wohl auch lange nicht mehr auf Höchstniveau...) - aber man merkte schon auch dass er das Opfer in dem internen BAR-Machtkampf war und die ihn letztenendes wirklich am langen Arm verhungern ließen... Und genau das selbe passierte ihm dann mit Sauber nochmal - wo ihn der Theissen ja auch nur wegen des bestehenden Vertrages genommen hat um ihn dann regelrecht zu entsorgen... Dass er dabei halt immer nicht so gut aussah und das ganze natürlich auf ihn zurückfiel ist schade aber wohl verständlich.
Im Nachhinein betrachtet hatte er meines Erachtens ein ähnliches Problem wie Hill - sie waren (mehr oder weniger die letzten) Quereinsteiger und fuhren gegen Vollprofis! Angefangen mit Patrese und Prost, aber noch extremer mit Senna und Schumacher und danach quasi jedem hatten wir es ab Mitte der 80er schon mit "gezüchteten" Kart-Profis zu tun die das Handwerk früh lernten. Berger und Alesi konnten das noch halbwegs kompensieren (aber auch bei denen war schon erkennbar dass da was fehlte...), Hill und Jacques hatten das Glück dass sie zwei gute Jahre hatten und danach hatte keiner mehr ne Chance gegen diesen Karriereplan. Im Prinzip hat es ja nicht mal einer probiert, mit Ausnahme vielleicht von Bruno Senna, von dem Ayrton ja mal viel hielt, dem aber einfach auch 10 prägende Jahre fehlten...

MichaelZ hat geschrieben:
Montoya bei McLaren 2005 würde ich auch dazu zählen.

Naja... Er hatte nicht so den einfachsten Einstand mit seiner frühen Verletzung. Dazu wird er wohl mit seiner ganzen Einstellung nie wirklich bei Ron angekommen sein... ;-) Und dann könnte ich mir vorstellen dass gerade 2005 mit dem 1 Satz Reifen fürs Rennen seinem Fahrstil so gar nicht entgegenkam. Ein super Qualifyer wie er bevorzugt normalerweise weiche Reifen mit denen man attackieren kann...


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Ja, stimmt schon alles. Trotzdem, 2003 dachte, dieser Montoya ist einer. Aber McLaren hat ihm die Formel-1-Karriere zerstört.


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Vettel 2014 darf man sicher auch nicht vergessen.
Bis dahin galt er ja wirklich als das absolute Wunderkind und so ziemlich jeder dachte wohl am Ende von 2013, dass Vettel legitime Chancen hat irgend wann mal als der beste und erfolgreichste Fahrer aller Zeiten zu gelten.
Und dann kam 2014 und er wurde von Riccardo nach allen Regeln der Kunst geschlagen. Das hat den Blick auf Vettel schon stark verändert.


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Naja, das mit dem "absoluten Wunderkind" hab ich eigentlich nie so gesehen - man muss halt schon sagen dass der RedBull teilweise gnadenlos überlegen war und Webber als TK doch reichlich überschätzt und dafür doch ab und zu gefährlich nahe dran. Wo Sebastian richtig gut war war sich besondere Feinheiten extrem zum Nutzen zu machen - den Blown Diffusor und die anderen Tricksereien die RedBull damals drauf hatte. Hat man dann immer gesehen wenn die mal kurz verboten waren oder das nächste Update in eine andere Richtung ging - da war dann Webber gleich wieder auf Augenhöhe...
Was 2014 betrifft - da war dann schon ne Menge Frust im Spiel! Nicht mal so sehr die Konkurrenzfähigkeit des RedBull/Renault, eher die Richtung in die die F1 ging! Da konnte er sich damals NULL für motivieren! Ich hab ihn da mal bei nem Kartrennen getroffen - da war die Grundaussage klar "Einfach mal wieder Gas geben und Spaß haben..." - das ging in der F1 nicht mehr weil schon nach der ersten Runde der Boxenfunk kam "Pass auf die Reifen auf, Spritverbrauch, Batterieladung..." Und er hatte ein massives Problem mit dieser elektrischen Bremse - er meinte der Sensor wäre einfach anders als all seine Instinkte die er sich diesbezüglich antrainiert hatte... Ricciardo war da wohl einfach unbedarfter und weniger vorbelastet und konnte das besser wegstecken... Dazu kam dann noch ne recht charakterbildende Pechsträhne bei Sebastian...
Ich will das Teamduell nicht ganz so krass sehen wie es die Punktetabelle sagt. Ich hätte mir wirklich gewünscht dass Ricciardo zu Ferrari geht und wir sehen könnten wie es diesmal ausgeht...

Will denn keiner auf mein Beispiel Zanardi <> Ralf Schumacher eingehen? War Zanardi (und damit die kpl. Indy-Car) wirklich so schlecht?


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Mav05 hat geschrieben:
Will denn keiner auf mein Beispiel Zanardi <> Ralf Schumacher eingehen? War Zanardi (und damit die kpl. Indy-Car) wirklich so schlecht?

Das Problem waren offenbar die Rillenreifen – die taten auch Villeneuve weh.

Aber ja: Das Niveau in der IndyCar ist genrell schon niedriger als in der Formel 1.


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Zanardi war doch in seinem ersten Formel Gastspiel doch auch schon ziemlich schlecht. Glaube es lag weniger an den Rillenreifen als an der starken Aerodynamik der Auto die ihm zu schaffen machte. Zanardi kam halt mit den amerikanischen "Lastwagen" zurecht aber mit den High End F1 Autos nicht.
Bei Villeneuve waren es meiner Meinung nach auch nicht die Reifen. Denn 98-00 hatte der durchaus noch starke Auftritte.


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Naja da fuhr er für Teams wie Lotus, Jordan und Minardi. Da glänzte er sicherlich nicht übertrieben, fiel aber gegen wesentlich erfahrene Teamkollegen wie De Cesaris auch nicht besonders ab, sondern konnte durchaus mithalten.


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