WTCC - Optimismus und Vorsicht nach erstem Honda-Test

Priorität zunächst auf Motor

Zufriedene Gesichter gab es bei Honda nach dem ersten Test des neuen Civic in Vallelunga. Auf Zeitenjagd ging das JAS-Team noch nicht, doch die Basis stimmt.
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Motorsport-Magazin.com - Das erste Rollout des Honda Civic, mit dem Honda ab Suzuka in die WTCC einsteigen möchte, ist Geschichte. Gabriele Tarquini drehte die ersten Testrunden in Vallelunga, nachdem der Rollout bereits in Vairano erfolgt war. Im Fokus der Entwicklung stand dabei der 1,6l-Turbomotor, der von Honda neu entwickelt wird. Das Aggregat mit der Bezeichnung HR412E wusste durchaus zu überzeugen: "Natürlich hatten wir die typischen Kinderkrankheiten, um die man nicht herumkommt, aber wir konnten sie aussortieren und der Motor lief ohne Probleme", sagt Daisuke Horiuchi, Chefingenieur der Honda Motorsportabteilung.

Wir möchten erst einige gute Resultate erzielen. Aber unser wirkliches Ziel ist, das erste Rennen 2013 zu gewinnen!
Alessandro Mariani

Beim Civic S2000, der die letzten drei Rennen der diesjährigen WTCC mit bestreiten wird, erfolgt eine Arbeitsteilung: Das private JAS-Team kümmert sich um den Aufbau und Einsatz der Chassis, während die Motorenentwicklung von Honda zur Chefsache erklärt wurde und in Japan stattfindet. "Beides sind zwei neugeborene Babys und wir müssen Seite an Seite arbeiten, um sie großzuziehen", zieht JAS-Teamchef Alessandro Mariani einen Vergleich zur Biologie. Da der Motor zunächst Priorität hatte, hätten in Vallelunga die Japaner das Sagen gehabt.

Bei der Entwicklung des Aggregats gibt es auch für einen erfahrenen Ingenieur Herausforderungen, wie Horiuchi erklärt: "Ich habe Motoren für viele Rennserien entwickelt, darunter die IndyCars. Ich war auch am Formel-1-Programm beteiligt. Die größte Herausforderung beim WTCC-Motor bestand darin, auf das Mindestgewicht zu kommen und ihn richtig unterzubringen." So bestünden bei Formelserien nur wenige Restriktionen, während der WTCC-Motor 95kg wiegen und 6.000 Kilometer halten müsse. Anders als bei Formelfahrzeugen wird bei Tourenwagen auch nicht das Chassis um den Motor gebaut, sondern der Motor muss ins Fahrzeug passen.

Mit der richtigen Einstellung zum Sieg 2013

Das Chassis stammt von JAS, der Motor von Honda direkt - Foto: Honda

Dabei schaut der Japaner bereits in die Zukunft und denkt über den Hybridantrieb nach: "Das ist ein weltweiter Trend und der Motorsport muss diesem folgen. Diese Technologie in Tourenwagen zu implementieren, wäre sehr interessant für alle Hersteller, denn alle hier entwickelten Teile haben einen Effekt auf die Serienfahrzeuge." Er persönlich wünsche sich den Hybrid so schnell wie möglich.

Für JAS stehen hektische Wochen an. Mariani gibt den Fahrplan vor: "Wir werden zwei weitere Tests in Europa absolvieren und dann die Fahrzeuge nach Japan verschiffen, wo wir einen abschließenden Test durchführen werden. Und dann geht es nach Suzuka." Hier soll das Renndebüt des Civic nach S2000-Reglement erfolgen. Das Ziel für die letzten drei Rennen der Saison 2012, die Honda mit von der Partie sein wird, steckt er hoch: "Wir haben alle das Ziel, zu gewinnen! Natürlich kann alles passieren, aber das ist die richtige Einstellung, wenn man an Wettbewerben teilnimmt."

Neben allem Ansporn ist aber auch Platz für Realismus beim Italiener: "Wir müssen bedenken, dass wir ein brandneues Fahrzeug haben, das nur vier Tests hatte und dass die Meisterschaft sehr hart umkämpft ist." Allerdings verfüge man auch über zwei sehr gute Fahrer und Honda habe die nötige Expertise, die Zutaten richtig zusammen zu mixen. Ausgerichtet wird aber alles auf die kommende Saison: "Honda macht uns keinen Druck, wir möchten erst einige gute Resultate erzielen. Aber unser wirkliches Ziel ist, das erste Rennen 2013 zu gewinnen!"


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